The Naked and Famous – Simple Forms

„We lie beneath the stars at night, our hands gripping each other tight. You keep my secrets, hope to die. Promises swear them to the sky.“ Diese Zeilen dürften so manchem noch im Kopf geblieben sein. Sie stammen aus dem Song „Young Blood“ der neuseeländischen Band The Naked and Famous, mit dem sie international den Durchbruch schaffte.

Das war 2010. Sieben Jahre später bringen die fünf Musiker aus Auckland nun ihr drittes Album „Simple Forms“ heraus. Mehr als ein Jahr haben sie an den neuen Stücken gearbeitet. Herausgekommen sind zehn helle Stimmungssongs, bei denen an Synthesizern und Stimmverzerrern kaum gespart wurde – ganz im Stil der beiden Vorgängeralben. “The Naked and Famous wandelten schon immer auf der Linie zwischen Pop und Alternative. Meistens geht es hier nur um Produktion, Arrangement oder Mixing und weniger um die Texte”, sagt Thom Powers zu dem Sound des Albums.

Das merkt man der Platte auch an. Auf die Texte achtet man kaum, die Musik nimmt den Hörer voll ein, auch weil sie scheinbar den Gesang übertüncht. The Naked and Famous bieten zu Beginn einige sehr kunstvolle Melodien, bei denen man die monatelange Arbeit auch bemerkt. Doch nach einiger Zeit ähneln sich die Songs in Struktur und Verwendung der gleichen Instrumente sehr und wirken ermüdend. Die Platte wird zu einem Klangteppich, der im Hintergrund vor sich hin spielt. Gesanglich sticht Alisa Xayalith eher selten hervor, meist bleibt es bei eher poppigen Einheitsbrei.

Hört man sich die Texte dann doch einmal genauer an, geht es um die üblichen Themen – Liebe, Freundschaft, Herzschmerz, Sehnsucht. Auch hier überraschen The Naked and Famous den Hörer nicht. Lichtblicke sind hingegen die Songs „Falling“ und „Rotten“. Diese zwei unterscheiden sich deutlich von den anderen acht Tracks und bleiben beim Hörer durch ihre eigenwilligen Kompositionen mit Verwendung anderer Instrumente hängen – leider erst zum Schluss des Albums.

„Simple Forms“ ist für Fans von eingängigem Synthie-Pop gut geeignet. Wer allerdings viel Abwechslung erwartet, wird hier eher enttäuscht.

Autor Denise Frommeyer
Wohnort Mainz
Beruf Redakteurin
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