The Prodigy – The Day is my Enemy

Musikrichtung Acid House, Techno
Redaktion
Lesermeinung
5

Underground-Clubs, Ecstasy und Raven bis zum Umfallen – so kann man sich die Acid-House-Szene in den 90ern vorstellen. Bei der Musik fallen einem dann große Namen wie The Chemical Brothers, Fatboy Slim und eben The Prodigy ein. Letztere sind sechs Jahre nach „Invaders Must Die“ zurück. Und ihr neues Album „The Day Is My Enemy“ knüpft an diese guten alten Zeiten des Techno und Acid House an. Das Motto: Der Tag wird zum Feind, die Nacht zum Freund. Tatsächlich ist „The Day Is My Enemy“ dann auch eher etwas für Nachtschwärmer.

Aber auch Aggression ist ein wichtiges Stichwort. The Prodigy polarisieren mit ihrer zumeist verrückten Art und lassen harte, laute Beats und schreienden Gesang auf den Hörer einprasseln. DJ und Keyboarder Liam Howlett sagte in einem Visions-Interview, das neue Album sei nur deshalb so aggressiv geraten, weil die Band mit der Entwicklung der elektronischen Musik nicht zufrieden sei. „Es gibt keine Progression mehr. Keinen Mut, unbequem zu sein. Seit House und Techno ein Massenphänomen geworden ist, ist die Innovation eingeschlafen.“ Wohl auch deswegen haben The Prodigy auf ihrem neuen Album alles rausgeholt, was andere DJs vergessen zu haben scheinen: harte Breakbeats, quietschende, schrille Einflüsse sowie Keith Flints und Maxim Realitys markante Stimmen. Ohrwurmgaranten und einfache Partysongs für den nächsten Rave wechseln sich ab. Die erste Single „Nasty“ erinnert an Hits wie „Smack My Bitch Up“ und katapultiert den Hörer direkt zurück in die ungestümen 90er.

Für Fans der frühen Prodigy-Sachen ein echtes Muss, für andere wahrscheinlich etwas gewöhnungsbedürftig. „Die Platte lotet die Schönheit der Dunkelheit aus. Es ist das bisher schwärzeste Werk von uns, ohne jede Frage“, so Sänger Maxim Reality weiter. Genau deswegen genießt man „The Day is my Enemy“ wohl auch am besten bei Nacht. Auf dem nächsten Rave.

Autor Denise Frommeyer
Wohnort Mainz
Beruf Redakteurin
Dabei seit November 2014
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