The Story So Far – s/t

Musikrichtung Pop-Punk
Redaktion
Lesermeinung
4

„Vom Tellerwäscher zum Millionär“ ist zu langweilig? Wie wäre es dann mit „Vom Klassenzimmer auf die große Bühne“?

Es waren einmal vor nicht allzu langer Zeit fünf Jungs aus Kalifornien, die, schon als sie noch zur High School gingen, wussten, dass ihre Zukunft unweigerlich mit der Musik verbunden sein würde. Also gründeten sie eine Band – logisch. Innerhalb der ersten beiden Jahre entstanden dann auch gleich zwei EPs, sodass die Schule wohl den Platz des „Nebenprojektes“ einnahm. Allerdings sah sich schließlich doch eines der Gründungsmitglieder gezwungen, sich für die akademische Ausbildung und gegen die Band zu entscheiden. Doch zufälligerweise war auch der nun ehemalige Mercher dem Gitarrespielen mächtig und stieg kurzerhand zum Bandmitglied auf. Welch Karriere! Und die sollte in den nächsten Jahren sogar noch enormere Dimensionen annehmen, denn der erste Longplayer entstand nicht mehr in Eigenregie, sondern mit Labelunterstützung. Im Folgejahr gab es dann ausverkaufte Headliner-Shows, gefolgt von monatelangem Touren und dem Release der zweiten Platte.

Das mag wie ein Märchen klingen – oder zumindest wie der Plot eines typischen Teeniefilms. Doch wenn diese Geschichte eines Tages wirklich verfilmt werden sollte, werden folgende Worte während des Intros auf dem Bildschirm zu lesen sein: based on a true story – nach einer wahren Begebenheit. Aber das Ende ist noch lange nicht geschrieben, denn dies war bloß „the story so far“. Und dass die Band The Story So Far noch einiges zu sagen hat, beweist nun ihr drittes Studioalbum.

Doch was genau wollen uns The Story So Far nun erzählen? Bei diversen Fragerunden gaben die jungen Männer jedenfalls bekannt, dass sie ein Album machen wollten, welches – Klischee hin oder her – genau nach ihnen klinge. Zwischen den Zeilen könnte dies wohl bedeuten, dass sie sich nicht auf irgendwelche abstrusen Risiken einlassen wollen. Und auf dem ersten Blick haben sie das auch nicht. Die Klangfarbe von „The Story So Far“ ist der der beiden Vorgänger „Under Soil And Dirt“ und „What You Don’t See“ noch immer recht ähnlich und auch die besungenen Themen scheinen sich nicht groß gewandelt zu haben. So reiht sich der Opener „Smile“ mit Zeilen wie „Are you blocking all the things that have to do with me? / Is it easier now, do you feel any release? Tell me how you fit in and where do you begin?“ beinahe unbemerkt neben „Closure“ (2011) ein: „But I don’t care about any of that anymore. Let us depart and return when we have grown some more.„) oder auch „The Glass“ (2013; „Swear all the pain’s done / No trace or tremor here / Or am I still numb? Have I been this whole year?„).

Und hier wird die Sache zum Problem: denn quasi die gesamte Platte klingt wie auf früheren Werken genau so schon mal dagewesen. Die Themenpalette hat sich nicht vergrößert. Aber Liebe und Verlust sind schließlich auch die ungeschlagenen Evergreens, die kann man auch zehnmal ausschlachten. Wenn das allerdings auf zehn Songs quasi zehn mal gleich gemacht wird, hört sich ein Album nach kürzester Zeit tot. Und gerade bei „The Story So Far“ ist das schlicht schade, denn eigentlich macht das Album durchaus Spaß.

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
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Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
Die besten Konzerterlebnisse Jimmy Eat World @ Skaters Palace, Münster, Frank Carter & The Rattlesnakes @ Dour Festival, The M-Pire Strikes Back-Festival 2016

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