The Tidal Sleep – Four Song EP

Album Four Song EP
Musikrichtung Post-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
7

Noch keine sechs Monate sind vergangen, seit das Debüt von The Tidal Sleep die Gemüter der Republik in Aufruhr versetzt hat. Kein halbes Jahr später stehen die Jungs aus Mannheim und Karlsruhe bereits mit ihrer zweiten EP in den Startlöchern und das, obwohl sie eigentlich durchgängig auf Tour waren. Da stellt sich natürlich die Frage, ob die Hypevorwürfe und der Tourstress die Arbeiten an der neuen Platte beeinflusst haben?

Auf der neuen EP scheinen Konstanten kaum eine Rolle zu spielen. Außer dem maritim angehauchten Cover und der Gesangsleistung des Frontmanns ist nämlich vieles neu. Wo auf der ersten Platte noch der Bass schepperte und knarrte, ist heute ein klarer, geradliniger Basssound zu hören. Wo vorher noch der druckvolle Gitarrenklang in die Magengrube schlug, umgarnt nun ein hallender und von Effekten durchsetzter Sound den Gehörgang. Eine vielschichtige Soundwand, die nie überladen oder erdrückend wirkt. Es scheint als hätten The Tidal Sleep das ganze Gerede um den Hype genutzt, um sich neu zu erfinden und ihre Orientierung neu zu definieren. Anstatt ein ganzes Album zu veröffentlichen und darauf in dieselbe Kerbe zu schlagen, widmet sich die Band nun sphärischen Post-Hardcore Klängen und macht das wieder einmal richtig gut. Das verwundert, besticht und überzeugt. Allen Vorwürfen zum Trotz präsentiert sich die Kombo von einer anderen Seite, zeigt wie vielseitig ihr Schaffen ist und macht sich selbst Konkurrenz im Rennen um die EP des Jahres. Die Neider werden sicher nicht verstummen, aber The Tidal Sleep können gewiss sein, dass hier jedes Lob seine Berechtigung hat und wenn die letzten Takte des großartigen „Failures/Off“ ausklingen, möchte man der Band eigentlich nur noch für ein außergewöhnliches Klangerlebnis danken.

Das Herz vom ersten Cover behalten The Tidal Sleep bei. Auch wenn es nicht visuell zu erfassen ist, so hört man es doch in jedem der vier neuen Songs. Ein neuer Pfad und ein neuer Volltreffer der Ausnahmeband aus dem Süden. Es bleibt spannend um die Hoffnungsträger der deutschen Post-Hardcore Szene.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
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