The Wonder Years – Sister Cities

Musikrichtung Pop-Punk
Redaktion
Lesermeinung
4

Die Art Musik, die The Wonder Years machen, wird eigentlich überall als Pop-Punk bezeichnet. Doch es ist schwierig, dieser Einordnung beizupflichten, wenn man sich das mittlerweile sechste Album der Formation aus Pennsylvania zu Gemüte führt. Für den geübten Hörer klingt der Stil auf „Sister Cities“ doch eher nach Samiam, The Get Up Kids oder ähnlichen Bands. Um das als Pop-Punk zu bezeichnen, mangelt es eigentlich am Ohrwurmfaktor, Pep und Leichtigkeit. Kurzum: das Album ist zu emotional.

Problematisch ist das freilich nicht. Nur zeigt es, wie sehr die starre Genredenke verwirren kann. Frontmann Dan Campbell und seine fünf Mitstreiter haben auf „Sister Cities“ elf Songs gepackt, die sehr gut harmonieren und The Wonder Years so zeigen, wie sie im Groben immer schon waren: Sehr ruhig, besonnen, ausgefeilt im Songwriting und doch irgendwie Punkrock.

Mit dem rockigen, aber langsamen „Raining in Kyoto“ startet der Reigen und zeigt einem von Beginn an, welchen Härtegrad man im Maximalen zu erwarten hat. Es folgen mit „Pyramids Of Salt“ und „It Must Get Lonely“ zwei kuschlige Rocksongs, bei denen man teilweise auch an Counting Crows erinnert wird. Etwas sollte man hier besser nicht erwarten. „Sister Cities“, der Titeltrack ist der erste (und so wirklich richtig auch einzige) flotte Anheizer, der auch mal das Tanzbein in Schwung bringen könnte und einem das Gähnen aus dem Gesicht vertreibt.

Danach geht es aber gleich wieder sehr gediegen und langsam weiter. „Flowers Where Your Face Should Be“ tritt extrem auf die Bremse und bis zum finalen „The Ocean Grew Hands To Hold Me“ geht es auch nicht mehr großartig bergauf.

Die Produktion ist top und für den Stil ist auch die Abmischung sehr gut gelungen. Die Gitarren sind relativ weich gehalten, das Keyboard nervt nicht durch Penetranz und die Drums und Basslinien drücken nicht extrem hervor.

Alles in Allem präsentieren The Wonder Years also ein weiteres solides Album in ihrem gewohnten Stil. Fans dieser Art von Musik werden sich freuen, so viel ist sicher. Auf Dauer ist das allerdings doch eine sehr fade Geschichte, da dem Machwerk bis auf ganz wenige Ausnahmen einfach die Power fehlt. Ob das so gewollt ist, wird wohl nur die Band selbst wissen.

Autor Tobi van de Wildmannen
Wohnort Tacherting
Beruf Monteur (Mobilfunk)
Dabei seit September 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, Berichte
Top-Alben Pascow - Diene der Party, H2O - Nothing to prove, Muff Potter - Bordsteinkantengeschichten, NOFX - Punk in drublic, Wizo - Uuaarrgh!
Die besten Konzerterlebnisse PunkRockHoliday, Groezrock, Free & Easy

Hinterlasse einen Kommentar