The Wonder Years – Suburbia, I’ve given you all and now I’m nothing

The Wonder Years? Ist das nicht eine amerikanische Fernsehserie? – Genau. Und der Name einer amerikanischen Pop-Punk Band, die zudem mit „The Upsides“ ein überragendes Album im letzten Jahr ablieferte. Bis dahin vielen unbekannt, obwohl die Band auch schon in Europa auf Tour war, ist es jetzt wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis dieser Band mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden wird. Allerdings ist es natürlich auch nicht ganz leicht an so ein überragendes Album anknüpfen zu können. 

Wirklich viel geändert hat sich nichts. Noch immer bestimmen schöne Melodien das Klangbild, die jedoch kraftvoll von Drums und Bass unterstützt werden. Der Opener „Came Out Swinging“ ist in den Strophen treibend und schnell, im Refrain dafür etwas ruhiger und melodischer.

Textlich sind The Wonder Years mal wieder ganz vorne dabei. Ich weiß nicht wie, aber die Band schafft es wie keine andere in ihrem Genre, Texte zu schreiben, in denen man sich wiederfindet und verstanden fühlt. Während viele Genrekollegen nur romantische Lieblingssongs können, sind TWY so direkt, ehrlich und zugänglich mit ihren Liedern, dass es einfach nur Spaß macht zuzuhören. „Local Man Ruins Everything“ (zu dem es auch schon ein Video gibt), ist einfach nur gut. Zeilen wie „It’s not about forcing happiness/ It’s about not letting the sadness win“ werden mit leicht verzweifelter Stimme zum Besten gegeben. Man merkt schnell, dass diese Platte weit mehr ist, als ein schönes Pop-Punk Sommer-Album. Auch wenn mit „Summers In PA“ (mit Unterstützung von Four Year Strong) und „My Life As A Pigeon“ wirklich eingängige und auch (zumindest musikalisch) fröhliche Songs auf der Platte vertreten sind.

„I Won´t Say The Lord’s Prayer“ handelt, wie der Titel unschwer erkennen lässt, von der Ablehnung religiösen Glaubens. Allerdings beweisen The Wonder Years auch hier wieder textlich was in ihnen steckt.

These billboards that flaunt these scare tactics / Make me think you’re only good if you’re afraid of being punished (…) I refuse to spend life on my knees /And I won’t let somebody else make my decisions for me“ 

Man mag zu Religion und Glaube stehen wie man will. Aber sehr persönliche Zeilen wie diese sind als „Religionskritik“ weitaus besser und nachvollziehbarer, als die vieler anderer Bands heutzutage. Die Geschichten, die diese Band erzählt, sind einfach aus dem Leben gegriffen und vermutlich ist das der Grund für ihren Erfolg. Bester Song ist wohl mit Abstand „Don´t Let Me Cave In“.

The Wonder Years liefern ein rundum gelungenes Album ab, dass den Vorgänger vielleicht sogar noch toppen kann. Texte und Musik passen perfekt zusammen – und die Musik hat Ecken und Kanten. Keine glatte Produktion – diese Platte versprüht einen rauen Charme, von dem man sich schnell gefangen nehmen lässt.

Autor Jannik Holdt
Wohnort Mönchengladbach
Beruf Student
Dabei seit 2008
Deine Aufgabe bei Stageload Fotos, Präsentationen, Gewinnspiele
Top-Alben Have Heart - The Things We Carry / The Chariot - Long Live / Rise Against - Siren Song Of The Counter Culture / Another Breath - Mill City
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