Thy Art Is Murder – Dear Desolation

Musikrichtung Metalcore, Metal
Redaktion
Lesermeinung
5

Als bekannt wurde, dass Chris „CJ“ McMahon zurückkehrt ans Mikro, war die Freude bei den meisten wohl sehr groß. In Kombination mit der Ankündigung des neuen Albums dürfte dies bei so manchem Thy Art Is Murder-Fan für arge Herzprobleme gesorgt haben. Doch merkte man schnell, dass CJ die Auszeit wirklich genutzt hatte, um seine persönlichen Probleme in den Griff zu bekommen. So ist er zwar immer noch sehr charismatisch, jedoch scheint er etwas ruhiger und kontrollierter. Selbiges gilt für das neue Album der fünf Australier. Denn in Zeiten, in denen es sehr stürmisch im Deathcore-Genre ist, besinnen sich Thy Art Is Murder und gehen neue Wege.

Glichen die Vorgänger-Alben eher einer rasanten Achterbahn, so ist „Dear Desolation“ das durchdachte Gruselkabinett. Man wird nicht mehr in eine Gondel gezerrt und mit zu hoher Geschwindigkeit durch eine Welt gejagt, die einen links und rechts mit Eindrücken zuschüttet. Vielmehr lockt der Opener „Salves Beyond Death“ mit monotonen Riffs, um dann klar zu machen: der Death-Metal hat Einzug gehalten. Nun wird man elf Songs lang durch ein Kabinett geführt, dass dem Hörer melodiöse Gitarrenriffs von vielen Seiten vorführt und auch mal ein wenig zum Verschnaufen lässt. Nur um den Hörer dann wieder regelrecht mit harten und brutalen Breakdowns weiter zu prügeln.

Doch trotz der weiter klar erkennbaren DNA, haben die Neuerungen der Band mehr als gutgetan. Das Album wirkt insgesamt viel durchdachter und aufgeräumter. Die Instrumente haben viel mehr Raum zur Entfaltung, was vor allem den Gitarren zu Gute kommt. Aus jedem Instrument wird das Beste rausgeholt, ohne die anderen einzuschränken oder das Gesamtwerk zu überfrachten. Doch mehrere Durchläufe braucht diese Platte auch.

Thy Art Is Murder war nie eine wirklich schlechte Band. Doch bei den letzten Alben schien dann doch etwas die Kreativität nach zu lassen. Nun wurde ein Weg gefunden das hohe Können auch entsprechend zu inszenieren. Wenn dieser frische Pfad nun konsequent weiterverfolgt wird, stehen bei den Australiern glorreiche Jahre an.

Autor Aaron-Corin Hane
Wohnort Lüneburg
Beruf Student
Dabei seit März 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
Top-Alben Stick To Your Guns - alle Releases seit Hope Division, Black Sabbath - Paranoid, Dream Theater - Train Of Thought, The Beatles - Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band, Parkway Drive - Atlas, Idles - Brutalism
Die besten Konzerterlebnisse Tour Of The Year 2014; Taste Of Anarchy Tour 2015; Summer Breeze 2014; Destruction Derby 2015

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