Thy Art Is Murder – Holy War

Album Holy War
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
4

Mit dem brutalen und schockierenden Video zum Titelsong ihres neuen Albums „Holy War“ wussten die Australier um Thy Art Is Murder bereits weit vor Release ihrer neuen Platte ordentlich zu polarisieren. Gewohnt brutal geht es auf dem Nachfolger zu „Hate“ auch musikalisch zu. In bester Deathcore-Manier prügeln sich Thy Art Is Murder durch ein Album geprägt von der Kritik an sozialen Missständen und blinder Religionsergebenheit.

Wenn es um blinden Fanatismus geht, macht die Band aus Sydney keine Unterschiede. „Holy War“ ist eine Abrechnung mit unserer modernen Konsumgesellschaft, die sich durch althergebrachte Traditionen immer wieder gerne in mittelalterliche Strukturen zurück katapultieren lässt. Missstände, welche die Band auf ihrem dritten Album ausgiebig anprangert. „Armies of guardians, servants of bibles, reciting verses as they stand before rifles.“ Musikalisch orientieren sich Thy Art Is Murder stark am Vorgänger „Hate“, auf dem die Band handwerklich schon einwandfrei unterwegs war. Breakdowns, Riffs und Soli kommen auf dem Neuling routiniert zum Einsatz und sorgen für solide Deathcore-Songs. Abwechslungsreich ist das allerdings nicht gerade. Viel zu schmal ist die Bandbreite, die Thy Art Is Murder präsentieren und viel zu beliebig die Struktur der einzelnen Songs. Ob vom ersten bis zum letzten Song durchgehört oder im Shuffle-Modus – es ist schwer auf „Holy War“ prägnante Songs zu finden, die aus der Masse herausstechen. Zusätzlich sorgt die makellose Produktion für ein Klangerlebnis so glatt und sauber wie ein frisch verlegter Industriefußboden. Ein paar Ecken und Kanten hätten dem Album an dieser Stelle sicher nicht geschadet. Auch Frontmann Chris Mcmahon sorgt für wenig bis gar keine Abwechslung. Stoisch bleibt er auf ein und derselben Tonlage haften und brüllt seine Texte mit einer Mischung aus Routine und Langeweile uninspiriert heraus. Gerade bei diesem sensiblen Thema, das die Australier hier anfassen, hätte man etwas mehr Liebe zum Detail erwartet.

„Holy War“ ist ein technisch versiert eingespieltes und solides Deathcore-Album geworden. Blut, Rotz und Galle lassen die Jungs zwar vermissen, dafür gibt es zehn sterile und präzise Dampframmen, die auch dank ihrer chirurgischen Genauigkeit in die Magengrube fahren. Allerdings wäre für das nächste Album wieder mehr Chaos und dafür weniger Feinschliff wünschenswert.

Autor Andreas Steiner
Wohnort Stuttgart
Beruf Redakteur
Dabei seit März 2011
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