Tiny Moving Parts – Swell

Album Swell
Musikrichtung Indie, Emo, Post-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Spätestens seit ihrem Erfolgsalbum „Celebrate“ gelten Tiny Moving Parts als eine der besten Bands ihres Genre. Frickelige Gitarren gepaart mit vielseitigen Drums und Vocals so energiegeladen und markig wie man es nur von wenigen Bands zu hören bekommt. Das Trio aus Minnesota spielt auf erstklassigem Niveau, doch auch mit einer derartigen Spielfreude, dass sich kaum ausmachen lässt, ob sie ihre Band wirklich ernst nehmen oder sie nur als das beste Hobby ansehen, das man haben kann. Auf „Swell“ schließen Tiny Moving Parts nun dort an, wo sie den Hörer 2016 mit „Celebrate“ zurückgelassen haben.

Opener „Applause“ ist melodisch und verspielt, gleichermaßen fragil wie in seiner Gesamtheit eine massive Soundwand. Der Song hüllt ein und überwältigt einen mit seiner Intensität – und alleine steht er damit ganz und gar nicht dar. „Swell“ ist ein Konstrukt aus zehn bittersüßen Songs über Liebe, Verlust und den persönlichen Dingen, die einfach mal gesagt werden müssen. Emotional, ehrlich und im wahrsten Sinne des Wortes mitreißend. Der Löwenanteil prescht in dem Maße voran, dass man beim ersten Durchlauf nicht einmal die Chance hat, auf alle Details zu achten – geschweige denn, sie wertzuschätzen. Wie sich auf „Feel Alive“ Männlein und Weiblein „I still miss you“ entgegen schreien, beziehungsweise zuflüstern. Wie sich Sänger und Gitarrist Dylan Mattheisen auf „Caution“ über die schwierige Definition von Liebe plötzlich so sicher ist, dass er es nur immer wieder betonen kann, „this is love“. Wie zum Ende des Albums alles dezent ruhiger wird, aber gleichzeitig neue Elemente wie mächtige „ooh“-Chöre und daraufhin helle Trompetenklänge („Warm Hand Splash“) hinzukommen.

Für Tiny Moving Parts scheint es auf „Swell“ ein Kinderspiel zu sein, einen Ohrwurm nach dem anderen loszulassen. Mit einer irrsinnig hohen Hit-Dichte und etlichen winzigen Details halten sie bei Laune und begeistern auf ganzer Länge. Es ist ein Rätsel wie die drei Cousins es schon wieder geschafft haben, noch besser zu werden.

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, News, Gewinnspiele
Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
Die besten Konzerterlebnisse Jimmy Eat World @ Skaters Palace, Münster, Frank Carter & The Rattlesnakes @ Dour Festival, The M-Pire Strikes Back-Festival 2016

Hinterlasse einen Kommentar