Torpus & The Art Directors – We both need to accept that I have changed

Dunkle, kalte Winternächte, Meeresrauschen, ein knisterndes Lagerfeuer am norddeutschen Strand. Oder eine verrauchte Hafenkneipe, in der der volltätowierte Wirt ein Bier über den Tresen schiebt. Diese Bilder kommen einem beim Hören des neuen Torpus & Art Directors-Albums direkt in den Sinn. Das mag Kitsch pur sein, doch passt es zum Folk-Rock der Band allemal. Ihr neuestes Werk trägt den etwas sperrigen Titel „We both need to accept that I have changed“ – ein Satz, der gleich im Refrain des ersten Tracks „4×7“ eine wichtige Rolle spielt.

Deutlich rockiger und bluesiger als das elektronisch angehauchte Vorgängeralbum, doch dennoch ihr unverkennbarer Stil – so klingt „We both need to accept that I have changed“. Schnelle, harte Gitarrenriffs („I’m a Dog“) wechseln sich mit sanften, langsamen Klängen („Maria“) ab. Sauber produziert ist hier nichts. Viel lieber bietet die Band bodenständigen, kratzigen Garagen-Sound. Auch vor eher dissonanten Klängen wie auf „Never Cose Enough“ scheuen die Jungs nicht zurück. Sogar die Musik einer Spieluhr verarbeiten sie in ihrem Track „Sleeping Bag“, mit eines der Highlights der Platte.

Nach wie vor ist es aber vor allem Sören Torpus‘ Stimme, die beim Hörer ein wohliges Gefühl auslöst. Textlich geht es um das Leben in all seinen Facetten. Vor allem steht dieses Mal aber – wenn wundert’s bei dem Albumtitel – das Thema Veränderung im Mittelpunkt der Songs. Zum Ende kommen sie dann aber doch nochmals zum Einsatz, die elektronischen Einflüsse. Auf „He’s a Cat“ knüpfen die Musiker an das Vorgängeralbum an. Eine gelungene Ballade, die einen schönen Abschluss bildet.

Wunderbar eingängige Musik zum Tanzen, aber vor allem zum Träumen – genau das Richtige, um sich in der Wohnung einzukuscheln. Oder den Abend in der Hafenkneipe ausklingen zu lassen.

Autor Denise Frommeyer
Wohnort Mainz
Beruf Redaktionsvolontärin
Dabei seit November 2014
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