Trainwreck – Old Departures, New Beginnings

Band Trainwreck
Musikrichtung Modern Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
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Der neueste Streich der Urgesteine und Wegweiser von Trainwreck setzt wieder einmal Maßstäbe. Seit fast zehn Jahren stehen die Musiker zusammen auf den Bühnen bleiben dabei vor allem eines: echt. Ein Album wie eine Katharsis.

Programmatischer als „Old Departures, New Beginnings“ kann ein Album kaum benannt sein. Der Abschied vom Gestern und Neubeginn im Hier und Jetzt. Trainwreck, das ist eine „Supergroup“ ihres Genre, die man eigentlich niemandem mehr erklären muss. Die erfahrenen Musiker blicken zurück auf viele Jahre und unzählige Auftritte. Alle unterwegs gesammelten Erfahrungen und Emotionen scheinen den Grundstein für ein gnadenlos ehrliches und zutiefst bewegendes Album zu bilden. Vom ersten Ton des melancholischen Türöffners „Time Erases Everything“ über die musikalisch schnaubenden, textlich existenzielle Fragen aufwerfenden Titel „Splitting The Seams“ und „Apnea“, welche beide zu Beginn die Realität als auswegloses Gefängnis umschreiben. Zu keiner Zeit verliert das Album an Gewalttätigkeit und Temperament, nie kommt auch nur der Hauch von Belanglosigkeit oder Ideenarmut auf.

Es gibt auf „Old Departures,…“ bei aller Wut und Verzweiflung auch instrumentale Erholungsphasen, die jedoch kaum einen solchen Effekt haben. Vielmehr sind es gerade jede Minuten, in denen man am ehesten nach all dem Krach einmal den eigenen Gedanken zuhören, sie umher treiben lassen kann, in denen die eigene Nachdenklichkeit zur Last und die plötzliche Ruhe zur Prüfung werden. Doch der Zustand währt nur kurz, so wie alles auf dem Album, „…but it´s alright, it´s ok, nothing ever stays the same.“.

Trainwreck besitzen diese Fähigkeit, vielseitige und brutale Musik zu komponieren, die ohne jeden Klargesang auskommt und in der jeder Titel wie eine Schnitzeljagd ist. Man hangelt sich als Hörer Stück für Stück entlang der Grundstimmung von Detail zu Detail, über verschiedenste Melodien hin zu einer Situation des inneren Aufruhrs und der Anteilnahme, welche durch (oft) pessimistische und niedergeschlagene Texte geweckt wird. Dieser Schmerz hier, der ist real. Trainwreck haben da etwas geschaffen, dass so echt ist wie das Leben selbst.

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