Trash Boat – Crown Shyness

Band Trash Boat
Musikrichtung Pop Punk, Post-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Trash Boats Debütalbum mit dem sperrigen Titel „Nothing I Write You Can Change What You’ve Been Through” machte mit flinkem und lebhaftem Pop-Punk Laune, der sich hier und da mal ein wenig vom Hardcore treiben ließ. „Crown Shyness“ möchte an dieser Grundidee (zum Glück) nichts ändern. Ganz im Gegenteil – Trash Boat schwimmen gegen den Trend, sich im Verlauf der Band-Karriere immer sanfterer Musik zuzuwenden, und machen mit ihrem Zweitling sogar noch mal mehr Dampf. Dies geschieht aber keineswegs auf stumpfe oder unkreative Art und Weise, sondern wird von cleverem Songwriting begleitet. Und so ist „Crown Shyness“ bei weitem keine billige Kopie des Vorgängers, sondern eine konsequente Weiterentwicklung, die tiefgängiger und entsprechend noch langlebiger ist als das 2016er Album. Nicht zuletzt ist dies auf den Umstand zurückzuführen, dass sich Trash Boat verstärkt vom Post-Hardcore inspirieren lassen und mit größerem Facettenreichtum punkten können.

Exemplarisch wäre hier etwa das großartige „Old Souls“ zu nennen. Die aufgekratzten Riffs, treibenden Drums und der leidenschaftlich schreiende beziehungsweise singende Sänger klingen, als hätten Trash Boat noch nie etwas anderes gemacht. Besonders deutlich wird hier die sehr positive Entwicklung, die Sänger Tobi Duncan in den zwei Jahren seit dem Debütalbum vollzogen hat. Denn Duncan spielt nun mehr mit seiner Stimme und greift auch häufiger mal auf Shouts zurück. Natürlich gibt es auch weiterhin ganz klassische Pop-Punk Kost wie „Don’t Open Your Eyes“ oder „Undermine“. So richtig konservativ werden Trash Boat schließlich mit ihrem Titeltrack: Hier lassen es sich Trash Boat nämlich nicht nehmen, die Akustik-Klampfe auszupacken.

Langweilig wird „Crown Shyness“ bei dieser Bandbreite so schnell nicht. Vom akustischen Titeltrack, über das rockige „Inside Out“ bis hin zum aufmüpfigen „Controlled Burn“ ist für jede Stimmungslage etwas dabei. Das oftmals so schwierige zweite Album stellt sich bei Trash Boat daher als echter Glücksgriff heraus. Die Band klingt frischer und dynamischer und durch die neuen Akzente ist sie diverser und reichhaltiger als zuvor.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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