Trophy Eyes – Chemical Miracle

Musikrichtung Punk, Alternative
Redaktion
Lesermeinung
6

Trophy Eyes gehören zu den Bands, die man aus irgendeinem Grund nie so ganz auf dem Schirm hatte und die immer unter dem persönlichen Radar gelaufen sind – was man augenblicklich und unverzüglich bereut, sobald zufällig ein Song der Australier angespielt wird. Trophy Eyes machen einen Mix aus Pop und Hardcore. Kredenzt mit ganz viel Punk und so viel Emo und Alternative, dass selbst Bands wie Twin Red neidisch werden würden.

An ebendiese kommt man (zumindest gedanklich) beim Opener des neuen Albums “Chemical Miracle” auch nicht drumherum. “Chlorine” lebt von seinem Hall und den starken, vielseitigen Stimmen von Sänger John Floreani und Basser Jeremy Winchester. Alles ist dabei vertreten, von emotionalem Cleangesang bis hin zu Geschrei, auf das selbst alteingesessene Hardcore-Bands neidisch wären.

Auf insgesamt elf Songs kommt “Chemical Miracle”. Elf Songs, bei denen sich die Band mit den verschiedensten Genres und Subgenres ausprobiert und herumspielt, als wären sie kleine Kinder mit einem Springseil als besten Freund. “Counting Sheep” glänzt beispielsweise durch poppigen Punkrock, “Nose Bleed” durch Pop-Punk – alles wie selbstverständlich mit harten, emotionalen Vocals ausgestattet. “Heaven Sent” kommt da beinahe anstrengend ruhig daher. Zumindest bis zur Hälfte. Bis die Stimmen wieder erhoben werden und nach noch mehr Aufmerksamkeit verlangen als sie ohnehin schon bekommen. “Stay away from me, now that you know what kind of man I can be. Breaking hearts is second nature to me and I’ll step over you just to get what I need”.

Einen härteren Bruch hätte es mit “Rain On Me” dennoch kaum geben können. Extrem schnell und extrem wütend mit einem unfassbar ruhigen Ende. Kontraste können Trophy Eyes freilich vorbildlich – auch generell. Traurigkeit und gute Laune gehen auf “Chemical Miracle” nämlich ebenfalls Hand in Hand: “Breathe You In” in das beste Beispiel. Warme Gitarrenmelodien, aber Vocals, bei denen einem beinahe direkt die Tränen in die Augen schießen. Wahrlich die perfekte Vorbereitung für “Home Is”. Emotional in Musik und Stimme, wie gemacht für Fans von Bands der 90er oder frühen 2000er der Marke Jimmy Eat World, Blink-182 oder Green Day.

Trophy Eyes haben mit “Chemical Miracle” die wortwörtliche Vielseitigkeit veröffentlicht. Und zwar in dem Maße, wie es nicht einmal The Dirty Nil mit “Higher Power” zu Jahresbeginn zustande gebracht haben. Pop trifft auf Punkrock, Pop-Punk auf Hardcore. Gewollt wirkt dabei nichts, eindrucksvoll fast alles.

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
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Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
Die besten Konzerterlebnisse Jimmy Eat World @ Skaters Palace, Münster, Frank Carter & The Rattlesnakes @ Dour Festival, The M-Pire Strikes Back-Festival 2016

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