Twitching Tongues – In Love There Is No Law

Musikrichtung Metal, Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Twitching Tongues sind eine polarisierende Band. Entweder man mag sie, oder man hasst sie. Ein Hardcore-Metal-Hybrid mit überwiegend cleanem Gesang, irgendwo zwischen Bolt Thrower, Type O Negative und Life Of Agony. Nach „Insane & Inhumane“ 2010, der Debüt-LP „Sleep Therapy“ aus dem Jahr 2011, der im letzten Jahr erschienen „Preacher Man“ 7“ und drei Europatouren steht mit „In Love There Is No Law“ nun das zweite Album der Band aus Los Angeles über Closed Casket Activites in den Läden.

Der Opener „Eyes Adjust“ beginnt mit einem sich langsam aufbauendem Intro, welches schon von Beginn an klar macht, dass diese Band neben ihrer melancholischen Seite auch eine zerstörerische hat. Für diese ist eben „Eyes Adjust“ das perfekte Beispiel, gespickt mit Moshparts und schweren Riffs, bevor der Titeltrack den Hörer wieder in die Melancholie entführt: „So feel what you want to feel and do what you know is right. No rules, no judgment. In love there is no law.“
Neben den von der Band gewohnten, Beatdown-ähnlichen Moshparts wie in „World War V“ oder dem neu aufgenommenen „Preacher Man“, finden sich auf „In Love There Is No Law“ auch ruhigere Songs, wie zum Beispiel „Good Luck“. Nicht nur, dass dieser Titel äusserst eingängig ist, er hat auch den Charakter einer 1a Rockhymne.
Die Band schafft es so den Spannungsbogen von Beginn an hoch zuhalten und überrascht mit nahezu jedem Song. Dabei drehen sich die einzelnen Titel um gewohnt düstere Themen: Todessehnsucht, seelische Betrübtheit oder verlorene Liebe. Das abschließende „Frigid“ fasst das Album dann passend zusammen und vereint sowohl ruhige, als auch treibend schwere Elemente in sich. Der perfekte Abschluss also.

Wer Twitching Tongues auch nach diesem Alben nicht mag, wird zumindest nicht leugnen können, dass die Band hier ein äusserst abwechslungsreiches Werk geschaffen hat, dessen Spannweite nicht nur Moshpit-Hymnen umfasst, sondern auch erstklassige Rocksongs („Good Luck“) und sogar eine Ballade („Departure“). Das bisher wohl beste, weil eben abwechslungsreichste Album der Band aus Kalifornien. Da ist es auch nicht schlimm, dass effektiv nur sieben neue Songs auf „In Love There Is No Law“ zu finden sind, denn „Preacher Man“ und „Feed Your Disease“ wurden bereits im letzten Jahr auf einer 7″ veröffentlicht. Trotz alledem also ein klarer Anwärter auf eines der besten Alben 2013.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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