Vampire Weekend – Father Of The Bride

Musikrichtung Indie-Rock
Redaktion
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120 Minuten geloopte Gitarrenriffs als Promo-Video? Eine super Idee, fand die New Yorker Indie-Rock-Band Vampire Weekend. Nachdem sie sich sechs Jahre für ihre neue Platte Zeit gelassen haben, scheint das für die Musiker der passende Weg zu sein, „Father of the Bride“ anzukündigen. Humor haben sie. Natürlich gab es dann aber noch ein richtiges Musikvideo zu „Harmony Hall“ und schnell folgten weitere Songs, die von den Fans sehnsüchtig erwartet wurden.

Sie wurden nicht enttäuscht. Das neue Doppelalbum, gespickt mit 18 Tracks, ist absolut hörenswert. Vampire Weekend verstehen es, verschiedenste musikalische Einflüsse von Country und Folk über Barock bis hin zu Indie-Rock perfekt aufeinander abzustimmen und so eine abwechslungsreiche Platte zu kreieren. Gleich zu Beginn bietet die Band mit „Hold You Now“, einem Duett mit Danielle Haim, eine ansprechende Folk-Akustik-Ballade – verziert mit einem verzerrten Chor und verspielten Melodien.

„I know the reason why you think you gotta leave, promises of future glory don’t make a case for me.I did my best and all the rest is hidden by the clouds, I can’t carry you forever, but I can hold you now.“

Mit „This Life“ hat es auch eine fröhliche Popnummer auf das Album geschafft, eher zurückgenommen ist hingegen „How Long“, das mit wenigen Instrumenten auskommt, dafür aber Ezra Koenigs markante Stimme in den Vordergrund stellt. Sogar Flamenco-Einflüsse verarbeiten die New Yorker auf dem Songs „Sympathy“. Highlight der Platte ist aber „Unbearably White“, eine sanfte, in Teilen bluesige Ballade, die eine wahrlich beruhigende Wirkung hat. Da sind die Auto-Tune- und Progressive-Rock-Experimente („Sunflower“) schnell vergessen.
Mit „Father of the Bride“ ist Vampire Weekend eine furiose Rückkehr gelungen. Das Album changiert zwischen Melancholie und lebensbejahendem Jubel – eine gelungene Mischung.
Autor Denise Frommeyer
Wohnort Mainz
Beruf Redakteurin
Dabei seit November 2014
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