Vitja – Digital Love

Album Digital Love
Band Vitja
Musikrichtung Metalcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Wer sich mit dem nordrhein-westfälischen Core-Angebot beschäftigt, stößt unweigerlich auf Vitja. Nach dem Debütalbum „Echoes“ und der EP „Your Kingdom“, liegen einige Hoffnungen auf dem Kölner, bzw. Münsteraner Quartett, dessen Mitglieder sich 2013 aus vier verschiedenen Bands zusammengeschlossen haben. Immerhin konnten sie mit dem verzwickten Metalcore ihres Debüts, erstaunlich schnell Fuß fassen und ihren Kopf erfolgreich aus der Masse der diversen Underground-Bands strecken.

„Digital Love“ bringt nun frischen Wind in die noch überschaubare Diskographie. Deutlich leichtgängiger und mit einer gehörigen Portion Catchiness ausgestattet, öffnen sich Vitja einer breiteren Zielgruppe. Dass Vitja diesen Weg gehen, war bereits vor zwei Jahren zu erahnen. Schon die beiden neuen Songs auf der „Your Kingdom“ EP, kamen deutlich zugänglicher und mit simplerer Songstruktur daher, als man es vom Debüt gewohnt war. Vitja spinnen diese Entwicklung im Jahr 2017 konsequent weiter. Ob nun die poppigen Refrains in „Six Six Sick“ und „Digital Love“, oder die Vorzeige-Single „No One As Master No One As Slave“ – Vitja bieten ungewohntes Ohrwurmpotential. Das mag Verfechter des Debüts „Echoes“ verärgern, funktioniert aber wunderbar. Nicht zuletzt, weil „Digital Love“ erstklassig durchkomponiert ist und bis zuletzt ohne billige Wiederholungen unterhält, ist die Platte das rundeste Release der vier Herren.

Den Einstieg wählt das Quartett mit dem konservativen „Scum“ stürmisch und ohne viel Neues zu offenbaren. Spätestens „No One As Master No One As Slave“ aber bewegt sich mit seinem Elektro-Rock Ansatz in eine andere, melodischere Richtung. Dass Vitja trotz allem tanzbar bleiben und nicht alles Bekannte über Bord schmeißen, unterstreicht nicht zuletzt das brachiale Feature mit Nastys Fronter Matthias in „Six Six Sick“, mit dem man im letzen Jahr auf der „Taste Of Anarchy“-Tour die Bühne geteilt hat. Kräftige Bewegung wird also immer noch eingefordert, wenn auch nicht mehr in früheren Ausmaßen. Im Gegenzug ist die Bandbreite, die Vitja bieten, erheblich größer geworden und untermauert ihren Status als große Nachwuchshoffnung. Diesem werden die Vier nämlich zweifelsohne gerecht.

Stagnation ist nicht Vitjas Ding. Ohne Veränderung zu scheuen, aber auch ohne die eigene Identität zu verlieren, ist man seinen Weg von „Echoes“ über „Your Kingdom“ bis zu „Digital Love“ gegangen. Das Ergebnis gibt ihnen recht!

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
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Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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