Walking Dead On Broadway – Dead Era

Album Dead Era
Musikrichtung Deathcore
Redaktion
Lesermeinung
7

In der hiesigen Metal-Szene hat sich in den letzten Jahren eigentlich nur eine einzige Deathcore-Band wirklich hervorgetan: Walking Dead On Broadway aus Leipzig. Vor vier Jahren veröffentlichte die Band ihr Debütalbum „Aeshma“. 2015 konnten sich die Leipziger dann gleich auf einigen großen Bühnen präsentieren, wie dem Wacken, With Full Force und den Impericon Festivals. Musikalisch war das Ganze grundsolide, ließ aber anfangs noch ein wenig den Wiedererkennungswert vermissen. Im Oktober letzten Jahres gab es dann einen Wechsel am Mikrofon. Der scheidende Robert Horn wurde von Nils Richber ersetzt, mit dem es dann gleich auf die Zielgerade zum dritten Album „Dead Era“ ging.

Hier entfachen Walking Dead On Broadway einmal mehr ein düsteres Inferno, beherrscht von donnerndem Drumming, krachenden Breakdowns und finsteren Ausstößen des Sängers. Um dem Ganzen mehr Form und Struktur zu geben, baut die Band vermehrt auf Hooks, die etwa für episch aufwallende Momente in „Red Alert“ sorgen. Das hat schließlich schon beim letzten Album „Slaves“ gut funktioniert, fand dort aber nur vereinzelt Anwendung wie in „Pitchblack“. Gut, dass Walking Dead On Broadway hierauf nun verstärkt setzen, denn ohne diese kleine Portion Eingängigkeit, würden sich die 13 Songs womöglich zu schnell verlieren. An der Umsetzung gibt es dann auch nur wenig zu meckern. Für die wiederkehrenden melodiösen Untermalungen beweisen die Leipziger in den allermeisten Fällen Feingefühl.

Einzig der melodiöse Einschlag bei „Hostage To The Empire“ klingt ein wenig wie der Jingle einer sonntagabendlichen Quizshow und läuft damit der sonst so ernsten Atmosphäre zuwider. Stärker ins Gewicht fällt allerdings, dass sich die Lead-Gitarre manchmal ein wenig schüchtern gibt. Die hätten Walking Dead On Broadway ruhig öfter in den Vordergrund stellen können wie am Ende von „Anti-Partisan“, um vielschichtiger und noch atmosphärischer zu klingen.  Nicht meckern kann man hingegen bei der Produktion, die im Vergleich zu den Vorgänger-Platten nochmal kraftvoller und ausgewogener daherkommt und den Vocals, welche noch dämonischer klingen als zuvor. Zusammen mit den frischen Akzenten die Walking Dead On Broadway setzten, ist „Dead Era“ daher, trotz der teilweise etwas dünnen Gitarrenarbeit, ein stimmiges Album und spiegelt die Erfahrung wieder, die die Band mittlerweile angesammelt hat.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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