We Are The In Crowd – Weird Kids

Album Weird Kids
Musikrichtung Pop, Punk
Redaktion
Lesermeinung
5

Hat die Paramore-Braut eine neue Band? Macht Avril Lavigne da auch mit? Nee, das sind nur die süßen netten We Are The In Crowd aus dem Staate New York. Die haben sich im Großsüßwarenladen Poppunk über die letzten drei, vier Jahre an die Geschmacksnerven des enthusiastischen Kundenstamms geschmiegt. Mit altbekannten Zutaten zwar, aber die vier Typen haben das Glück, mit Taylor Jardine eine charismatische Frontfrau zu haben, die schon auch ziemlich gut singen kann. Nur dass eben so ein Merkmal nicht mehr so allein steht, wenn es genauso klingt wie Hayley Williams.

Hayley und Paramore sind aber auch nicht mehr, was sie mal waren. Da greift der naschende Teenie sicher auch mal in das Fach daneben – besonders, wenn das Produkt die Zielgruppe so direkt einbezieht. We Are The In Crowd widmen ihr zweites Album den „Weird Kids“ da draußen und packen eine ziemlich subkulturell aussehende Jeansweste aufs Cover.

Wäre das Endprodukt doch nur halb so kantig. Aber wir sind ja im Süßwarenladen und da kriegt man, wonach es aussieht. Die Mädels freuen sich über einen Sidekick-Sänger, der fast mädchenhafter singt als seine Frontfrau. Ebenso modebewusst wie die überstylten Bandmitglieder sind die Riffs und Melodien in Songs mit so Titeln von der Stange wie „Remember To Forget You“ oder „Dreaming Out Loud“. Der Opener „Long Live The Kids“ gibt den Kindern die episch anmutende Piano-Hymne gegen das Erwachsenwerden. Immer schön weird bleiben, jaja. Das naive Balladchen „Windows in Heaven“ schmachtet in teenie-esker Trauer. Aber wenn Taylor nicht traurig ist und sich fragt, ob es denn im Himmel auch Fenster gibt, ist sie natürlich auch ein cooles Kickass-Chick und bricht dem selbstverliebten Fast-Freund in „The Best Thing That Never Happened To You“ mal schnell den fucking Kiefer. Aufgepasst, Armleuchter! Würde sie mal lieber dem Keyboarder die Finger brechen – der nervt noch mehr als Zeilen wie „All my Exes live in Texas.“

Im Sinne der musikalischen Frühererziehung ist „Weird Kids“ auf jeden Fall um Welten besser als die absolut aussagelosen Miley Ciruses und Justin Biebers. Aber süß bleibt süß, und irgendwann wird einem halt schlecht. Zumindest wenn man raus ist aus der Wachtsumsphase und sich nicht mehr in Fressorgien ergehen kann. Und sowieso eher auf bitter bis deftig steht.

Autor Enno Küker
Wohnort Tübingen
Beruf Student
Dabei seit Mitte 2011
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