We Never Learned To Live – The Sleepwalk Transmissions

Album The Sleepwalk Transmissions
Musikrichtung Post-Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
7.75

We Never Learned To Live schreiben keine Hits, die gleich beim ersten Hören zünden. Vielleicht lässt sich die Musik der Briten daher besser als Kunstwerk verstehen, das die Hörer nicht bevormundend bei der Hand nimmt, sondern  Eigeninitiative verlangt und entdeckt werden möchte. So fiel das Debüt-Album „Silently, I Threw Them Skyward“ vor allem durch sein unschematisches Songwriting auf und kam als Gesamtwerk und weniger als Zusammenstellung von einzelnen Songs daher. Dass We Never Learned To Live mit „Luma Non Luma“ einen ganz gewöhnlichen, wenngleich keinesfalls schlechten Post-Hardcore Song mit klassischem Strophe-Refrain-Schema als erste Single für ihren Zweitling gewählt haben, darf in diesem Zusammenhang durchaus als Ansage verstanden werden.

Vorweg die Entwarnung: Stücke wie „Android Anaesthetist“ und eben „Luma Non Luma“ klingen zwar tatsächlich direkter und verlieren sich weniger in Details als es die meisten Songs des Debütalbums taten. Damit ist freilich aber nicht gesagt, dass „The Sleepwalk Transmissions“ allzu zugänglich wäre. Schließlich dürfen sich Hörer immer noch auf eine Menge vertrackter Songs einstellen, die es zu erforschen und nicht bloß zu konsumieren gilt.

Dabei öffnen We Never Learned To Live ihren wohlig warmen Klang mit seinen behaglichen Melodien ein Stück weit kühler, was dem Sound eine ganz neue Note gibt. „Wounds Like Wires“ scheut sich nicht, sogar ein paar Dissonanzen in den sonst so harmonischen Sound einzustreuen. Dass die Briten an Wucht dazugewonnen haben, demonstriert auch „Permafrost“, in dem die Band deutlich kantiger agiert, als man es bisher von ihr gewohnt ist. Gleiches gilt für „Android Anaesthetist“, das darüber hinaus geradezu hypnotisch-verstörend wirkt: „Remote control / Like a mind ejected / Synesthesia shaping my lungs around / Let the digimeds carry you“.

We Never Learned To Live halten durchaus an ihrem Konzept fest, reichern das Ganze aber mit neuen Akzenten an. Dazu passt, dass der Zweitling direkter und weniger behäbig als „Silently, I Threw Them Skyward“ daherkommt. Zum Versinken lädt „The Sleepwalk Transmissions“ natürlich trotzdem ein, auch wenn es ab und zu mal etwa unruhiger und unbequemer wird.

Autor Joshua Claaßen
Wohnort Goch
Beruf Schüler
Dabei seit Oktober 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews
Top-Alben Ständig im Wandel, zu meinen Favoriten gehören aber auf jeden Fall: Stick To Your Guns - Diamond, Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish / Dear G-d, The Ghost Inside - Get What You Give, The Amity Affliction - Let The Ocean Take Me
Die besten Konzerterlebnisse Kann ich mich nicht festlegen, Stick To Your Guns und Being As An Ocean sind live aber immer ein absolutes Highlight!

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