Westkust – s/t

Album Westkust
Band Westkust
Musikrichtung Dreampop, Indie-Rock
Redaktion
Lesermeinung
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Fast vier Jahre hieß es warten auf das zweite Album der Gothenburger, so man sich denn bereits auf „Last Forever“ in den dreamy Shoegaze-Punk des international von Run For Cover vertriebenen Vierers verliebt hatte. Grund dafür gab es genügend: Wenn auch irgendwo im Fahrwasser des überall groß propagierten Shoegaze-Revivals mittreibend, so bestachen Westkust vor allem durch ihren großen Punk- und Indie-Einschlag, sowie ihr nach vorne preschendes Tempo.

Die zwei Bandmitglieder, die man für dieses Album (und die vorangegangene EP „Junk“) von den schwedischen Kollegen Makthaverskan gemopst hatte, sind schon wieder Geschichte. Es dauerte also, bis man sich in neuer Formation wieder zusammenfand und das neue, selbst betitelte Werk im vielzitierten Kasten hatte. Denn die Arbeit am neuen Album begann im eigentlichen Sinne bereits 2016.

Ganze drei Jahre später sind die Schweden nun zurück und ziehen direkt mit dem im Vorfeld veröffentlichten Opener „Swebeach“, der die neun neuen Songs mit einem einschneidenden Riff eröffnet, wieder in ihren Bann. „Westkust“ fühlt sich dabei richtig gut an: Die effektschweren Gitarren weichen immer wieder zuckersüßen Pop-Passagen, die jedoch nie ihre Punk-Vergangenheit leugnen wollen.

Was an manchen Stellen zum hemmungslosen Tagträumen verpflichtet, ist an anderen wunderbar tanzbar und reißt dann auch mal richtig mit. Dabei bestechen Westkust genauso gerne mit herzlicher Geradlinigkeit, wie wenn sie sich mollig süß in den Melodien zu verlieren scheinen. Sängerin Julia Bjernelinds Stimme, die nicht noch wie auf dem Vorgänger häufig gegen einen männlichen Counterpart ansingen muss, passt sich dabei so zielsicher und natürlich ins musikalische Thema ein, dass sie bisweilen fast als zusätzliches Instrument daher kommt.

„Westkust“ ist ein rundherum überzeugendes Album geworden und der erste Vorbote des Sommers. Denn die Songs um Hits wie „Daylight“ oder „Cotton Skies“ passen nicht nur thematisch zur wärmeren Jahreszeit – sie werden dieser mit ihrer musikalischen Schönheit auch den richtigen Soundtrack liefern.

 

 

 

Autor Sascha Schüler
Wohnort Magdeburg
Beruf Student
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
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