Whitechapel – Mark Of The Blade

Musikrichtung Metalcore, Metal
Redaktion
Lesermeinung
6

Sommer, Sonne, Strand. So lautet eigentlich der ausgelutschte Dreisatz für diese Jahreszeit. Doch dieses Jahr scheinen die Musikjünger den Hass des Wettergottes auf sich gezogen zu haben. Rock am Ring und Southside mussten abgesagt werden und das Hurricane war eine Schlammschlacht, von der noch den meisten Enkeln berichtet werden dürfte. Allerdings können sich Whitechapel genau genommen, nur über dieses Wetter freuen. Passt es doch perfekt zu ihrem atmosphärischen Düsterwerk.

Der Opener „The Void“ macht sofort klar, wessen Werk man hier vorliegen hat. Verwechslungsgefahr tritt da nicht auf. Doch stagniert auf dem Niveau von „Our Endless War“ wird auch nicht. Schnell wird deutlich, dass Phil Bozemans Gesang noch ein Stück facettenreicher geworden ist. Die abgrundtiefen Growls klingen teils noch dämonischer und dezent gesetzte, helle Shouts gesellen sich dazu. Auch die Refrains werden mitsingtauglicher.

Das Grundgerüst bleibt allerdings gleich. Die massive Wand aus drei Gitarren sorgt für den typisch zermürbenden, schleppenden Midtempo-Sound. In der Regel ist dieser sehr groovig und mitreißend. Auf dieser Platte aber auch einfach mal Atmosphäre blutend wie bei dem Instrumentaltrack „Brotherhood“ oder gar ruhig bei „Bring Me Home“.

Das bringt nun auch die große gesangliche Neuerung mit. Klargesang. Aber zum Glück nicht den Typ vom generischen 08-15-Metalcore. Vielmehr behält Bozeman seine Charakteristik bei und macht diesen Track zu einem echten Meilenstein in der Bandgeschichte. Beim Abschlusswalzer „Decennium“, wird der cleane Gesang nochmals anders interpretiert und bedacht mit den Shouts und Growls kombiniert, herrlich. Schlussendlich fliegt noch das Schlagzeug spielerisch über allem, ohne eine feine Nuance des restlichen Sounds zu erdrücken.

„Mark Of The Balde“ ist düsterer und melodiöser als der Vorgänger ohne dabei jedoch Groove oder Härte zu verlieren. Die Entwicklungen passieren allerdings nicht grob mit dem Beil. In leisen Tönen, technischen Spielereinen und feinen Nuancen zeigt sich das wahre Potenzial der Scheibe. Akustikgitarren, die an den Spieleklassiker „Diablo“ erinnern sind da nur ein Teil des großen Ganzen. Whitechapel haben perfekt vorgemacht, wie man sich frisch und lebendig hält ohne seine Stärken zu verraten.

Autor Aaron-Corin Hane
Wohnort Lüneburg
Beruf Student
Dabei seit März 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
Top-Alben Stick To Your Guns - alle Releases seit Hope Division, Black Sabbath - Paranoid, Dream Theater - Train Of Thought, The Beatles - Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band, Parkway Drive - Atlas, Idles - Brutalism
Die besten Konzerterlebnisse Tour Of The Year 2014; Taste Of Anarchy Tour 2015; Summer Breeze 2014; Destruction Derby 2015

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