Wicca Phase Springs Eternal – Suffer On

Album Suffer On
Musikrichtung Emo, Rap
Redaktion
Lesermeinung
7.5

Emo Rap, Soundcloud Rap, Sad Rap – call it what you want. Seit einiger Zeit sind Künstler wie Bones, der inzwischen verstorbene Lil Peep oder nothing, nowhere in aller Munde. Und das vor allem bei Publikum, welches sonst eher mit Bands wie Real Friends oder Being As An Ocean assoziiert wird. Wicca Phase Springs Eternal ist eines dieser Phänomene. Hinter diesem Namen verbirgt sich Adam McIlwee, der ursprünglich als Sänger von Tigers Jaw bekanntgeworden ist. Seitdem er diese aber 2014 verlassen hat, wandert er auf anderen Pfaden: Nach einigen Mixtapes, veröffentlicht über Bandcamp und Soundcloud, Touren als Support von Turnstile oder bereits oben erwähnten nothing, nowhere, veröffentlicht McIlwee nun sein Debüt „Suffer On“ über Run For Cover Records.

„Suffer On“ ist weit mehr als ein schlichtes Rapalbum der Generation Y: Neben elektronischen Beats (ua. „Wake Up In Pain“) finden sich auch zurückhaltende Gitarrenklänge sowie sowie Bass und Schlagzeug wieder, die Erinnerungen an die vergangene Zeit McIlwees bei Tigers Jaw wecken. „I Need Help“ und „Crushed“ könnten so ohne Frage auch auf „Charmer“ zu finden sein, erinnert besonders letzterer Song doch äußerst stark an „Cool“, den Opener des Albums. Kein Wunder, denn „Suffer On“ wurde nicht nur von Døves (Lil Peep, GothBoiClique) produziert, sondern wie auch bereits die Alben von Tigers Jaw von Mastermind Will Yip (Citizen, Title Fight).
Aushängeschild aller Songs auf „Suffer On“ allerdings ist ohne Frage McIlwees Stimme: Bereits bei Tigers Jaw hat dieser mit seinen Vocals „Two Worlds“ oder „Charmer“ das besondere Etwas verliehen – und auch „Suffer On“ steht und fällt mit eben jenem monotonen Gesang. So atmosphärisch Beats und Songstrukturen auch sein mögen, ohne diese prägnante Stimme wären sie zu Eintagsfliegen verdammt und würden vermutlich schnell wieder in den Weiten des Äthers verschwunden sein.

Inhaltlich trieft das Album nur so vor Pathos und wird seinem Namen überaus gerecht: Allein Songs wie „Wake Up In Pain“ oder „Put Me In Graves“ verdeutlichen mit ihren Titeln die doch teilweise infantile Thematik, um die es auf „Suffer On“ geht. Gerade deswegen kommt Emo Rap vor allem bei der Post-Teenager-Generation mit Anfang 20 so gut an: Verlorene Lieb- oder Freundschaften, Depressionen, Bindungsängste – alles Themen, die auf „Suffer On“ einen Platz gefunden haben: „In the darkest of ways I go to sleep, wrapped in a death bag, alone in a death bed, with no one to talk to.“ („Just One Thing“)

Adam McIlwee alias Wicca Phase Springs Eternal wagt auf „Suffer On“ den Spagat zwischen seiner Vergangenheit bei Tigers Jaw und den neuen Pfaden des Emo Rap. Seine Vergangenheit jedoch lässt ihn zu keiner Sekunde des Albums los, weswegen „Suffer On“ ohne Frage seine alten wie auch neuen Fans zufriedenstellen dürfte. Besonders hervorragend ist McIlwee die dichte und düstere Atmosphäre gelungen, die einen, auch wenn man aus seinen Zwanzigern schon fast herausgewachsen ist, so schnell nicht los lässt. Wenn nicht Adam sondern Ben und Brianna Tigers Jaw verlassen hätten, dann würde die Band heute vermutlich so klingen wie dieses Album.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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