Wolf Down – Incite & Conspire

Band Wolf Down
Musikrichtung Hardcore
Redaktion
Lesermeinung
6

Was dich nicht umbringt, macht dich hart. Dieses alte Sprichwort scheint für eine Band wie Wolf Down geradezu maßgeschneidert zu sein. Von Anfang an hatte die kompromisslose Band mit stumpfen Hatern und Kritikern, denen die Inhalte und Meinungen zu radikal sind, zu kämpfen. Als dann 2014 Sängerin Larissa die Band verließ und dafür Sänger Dave ins Boot kam und 2015 neues Material veröffentlicht wurde, gab es einiges an Genörgel und Diskussion um die beiden Sänger. Doch unbeirrt von all dem bringt die Band mit „Incite & Conspire“ nun ihr härtestes und zugleich radikalstes Album unter die Massen.

Massen ist auch das richtige Stichwort. Um die Mobilisierung dieser, die letztlich zu einer Revolution animiert werden sollen, dreht sich die ganze Platte. Um die Marschrichtung klar vorzugeben, eröffnet das auch gleich mit einem kurzen Track, der an alte UDSSR-Hymnen erinnert. Doch wird der alsbald von zornigen Gitarren und treibendem Schlagzeug, verjagt, die den Hörer durch das gesamte Album peitschen. Doch wer glaubt Wolf Down würde sich nur in Oberflächlichkeiten und in „Raise your voice“- Plattitüden ergeben, liegt falsch. Vielmehr werden diverse Missstände und der Kampf gegen diese mehr oder weniger tiefschürfend behandelt. So prangert der Song „Protect/ Preserve“ die massive und rücksichtslose Ausbeutung unserer Welt an, ohne sich und Gleichgesinnte dabei zu den „last defenders of this earth“ zu stilisieren. Doch auch die Urväter des linken Gedankengutes werden nicht vergessen. Und so fällt in „Invisible War“ der Satz „The working class forced to life in misery“, welcher genau so aus den Werken von Marx und Engels stammen könnte.

https://youtube.com/watch?v=MWmYjqUX9KM

Die wahren Highlights der Scheibe sind aber die beiden Titeltracks „Incite“ und „Conspire“. Ersterer wird von einem langen psychedelischen Intro eröffnet, das einen sofort in seinen Bann zieht und so auch auf einem früheren Black Sabbath Album gepasst hätte. Doch wird die angenehme Stimmung sofort durch einen Backstein ins Gesicht beendet. Nun gibt es kein Halten mehr und keinen Grund noch länger gemütlich auf den Stühlen zu sitzen. „Conspire“ führt diese Energie und Aggression perfekt weiter und bündelt sie in einer catchigen Hook. Zum großen Finale ruft dann ein angepisster Jesse Barnett die Bewegung der „Conspiracy of Arsionists“ aus.

Rein musikalisch gesehen ist die Band ihrem Stil treu geblieben, ohne dabei jedoch grundsätzlich auf Weiterentwicklung zu verzichten. Der Songaufbau wirkt komplexer und unvorhersehbarer. Die Beatdown-Elemente sind feiner in den Gesamtsound eingearbeitet. Und Daves tiefes und energiegeladenes Shouten transportiert die aggressive Stimmung und die radikalen Textinhalte verdammt gut.

Wolf Downs neue Platte wird mehr denn je die Hardcore-Szene in viele kleine Grüppchen spalten. Denn auch abseits des üblichen Schwarz-Weiß-Schemas lässt sich viel mit der Platte beschäftigen und über deren Inhalte diskutieren. Man muss nicht genauer einer Meinung sein, doch schafft es „Incite & Conspire“ bestimmte Themen ins Gedächtnis zu rufen und einen mit seiner Energie mitzureißen. Das Gefühl das Veränderung doch sehr greifbar ist, wird grandios vermittelt. Was letztlich jeder daraus macht, bleibt ihm selbst überlassen.

Autor Aaron-Corin Hane
Wohnort Lüneburg
Beruf Student
Dabei seit März 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews
Top-Alben Stick To Your Guns - alle Releases seit Hope Division, Black Sabbath - Paranoid, Dream Theater - Train Of Thought, The Beatles - Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band, Parkway Drive - Atlas, Idles - Brutalism
Die besten Konzerterlebnisse Tour Of The Year 2014; Taste Of Anarchy Tour 2015; Summer Breeze 2014; Destruction Derby 2015

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