You Me At Six – Night People

Album Night People
Musikrichtung Alternative
Redaktion
Lesermeinung
5

Von kleinen Venues bis hin zu riesigen Stadien haben You Me At Six in den vergangenen Jahren alles bespielt. Die Briten waren Headliner, ebenso wie Supportacts für unter anderem Paramore und 30 Seconds To Mars und konnten sich nicht zuletzt wegen ihrer stetig wachsenden Fangemeinschaft auch auf den großen internationalen (Festival-)Bühnen ganz wie daheim fühlen. Diverse Kerrang Awards und Chartplatzierungen runden die Karriere schließlich noch ab. Für You Me At Six schien es wahrlich immer nur einen Weg zu geben: Bergauf. Ebendieser Ehrgeiz scheint dem Quintett nun jedoch zum Verhängnis zu werden.

War man von You Me At Six zwar die anscheinend immerwährende Soundveränderung schon gewohnt, überrascht der Sprung vom poppigen „Cavalier Youth“ zum eher heavigen „Night People“ nun allerdings doch. Schon der Opener und Titeltrack lässt keinen Zweifel zu: Die Band hat bei ihrem neuen Album an mehr gefeilt und herumexperimentiert als nur an kleinen Details. Der Soul und Blues-Rock zieht der Track den Hörer beinahe hypnotisch in seinen Bann. Die großen Momente sollen geschaffen werden.

Einfach entstanden sind die Songs dabei wohl kaum. So sehr wie sie von der ausgeprägten Dynamik dominiert werden wirkt es vielmehr, als sei das Album auf ganzer Länger durchdacht und konstruiert worden. Es soll gefallen, das steht fest. Für jeden soll etwas dabei sein – seien es nun rockig-poppige Radiohymnen wie „Brand New“ oder das groovige „Can’t Hold Back“. Schlecht ist das keinesfalls, es macht nur eben den Eindruck, als hätten You Me At Six ihre musikalische Hingabe dem Wunsch, nie wieder die großen gegen kleinere Bühnen eintauschen zu wollen, hintenangestellt.

Große Gefühle, Gänsehaut und bombastische Momente können noch so schön und gut sein. Und live kann und wird die Pyro- und/oder Lichttechnik sicherlich auch alles wirkungsvoll unterstützen. Bei „Night People“ ist nur alles ein wenig zu viel geworden. Es wirkt aufgesetzt und unauthentisch. You Me At Six wollten viel, doch genau da lag der Fehler. Ein bisschen weniger von allem hätte hier nämlich wahrlich nicht geschadet.

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