Young Guv – Guv I

Album Guv I
Band Young Guv
Musikrichtung Indie, Britpop
Redaktion
Lesermeinung
7.75

Dass die 90er seit einiger Zeit modisch wie auch musikalisch Hochkonjunktur haben, dürfe hinlänglich bekannt sein. Ben Cook, der sonst bei den kanadischen Hardcore-Heroen von No Warning und Fucked Up zugange ist, surft ebenfalls mit auf dieser angesagten Retrowelle. Hinter seinem Soloprojekt Young Guv verbirgt sich aber – anders als der Name es vermuten lässt – kein neuer unsäglicher Emorapper mit Gesichtstattoos, sondern astreiner Indie mit Britpopversatzstücken. Das macht sein neues Album „Guv I“ mehr als deutlich. 

Die erste Single „Every Flower I See“ erinnert stark an den Oasis-Hit Supersonic. Kein Wunder: Cook selbst gibt zu, viel mit Großbritannien zu verbinden, da er dort geboren ist. Und so klingt das gesamte Album wie eine Reminiszenz an das Vergangene gespickt mit warmen Melodien sowie einer so gar nicht glasklaren Produktion, die bodenständig und gleichermaßen vertraut wirkt. Cook präsentiert sich auf „Guv I“ als Sympathieträger für diejenigen, die sich gerne zurücklehnen und in bittersüßen Erinnerungen schwelgen. 

Viel Action darf man dementsprechend nicht erwarten: Die Songs wirken durch ihre poppigen Melodien und eingängigen Refrains wie aus einem Guss und dadurch zu keiner Zeit unvorhersehbar. Dennoch kommen Tracks wie „Roll With Me“ oder „High On My Mind“ derart leichtfüßig daher, dass sich ein Druck auf die alt ehrwürdige Repeattaste mehr als nur eimal lohnen dürfte – besonders wenn draußen die laue Sommerluft zum Dahintreiben einlädt. 

Einziges Manko an „Guv I“: Die magere Spielzeit von acht Songs auf gerade mal rund 20 Minuten. Aber obacht: Bereits Ende diesen Jahres sollen unter dem Titel „Guv II“ weitere Songs erscheinen. Man darf gespannt sein, ob die ähnlich leichtfüssig ins Ohr gehen.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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