Das große Stageload-Bane-Spezial

Das große Stageload-Bane-Spezial

Bands kommen und gehen, viele schaffen es nicht mal über das zweite Album hinaus. Eine wirkliche Lücke hinterlassen aber die wenigsten. Dafür ist die Hardcore-Punk-Szene einfach zu schnelllebig – Bane waren und sind anders. 

Am 18.6. hat die Band aus Massachusetts im Worcester Palladium nach über 20 Jahren Bandgeschichte ihre allerletzte Show gespielt. Der Vorhang ist gefallen. Hardcore-Jünger aus der ganzen Welt sind für diesen letzten Abend zusammengekommen. Wer nicht zugegen war, wird es wohl noch auf Jahre bereuen.

Auch für viele Mitglieder unserer Redaktion hat die Band über die Jahre einen ganz besonderen Stellenwert erlangt – entsprechend gebührend wollen wir sie verabschieden: Redakteure und unterschiedlichste Wegbegleiter von Bane schildern in unserem großen Bane-Spezial ganz persönlich, was sie mit dieser so besonderen Band erlebt haben und immer verbinden werden!  

Wir haben dafür ganz tief ins Archiv gegriffen und noch einmal ausgewählte Galerien, Reviews und Interviews hervorgeholt – dazu kommen ein Bericht von der Abschiedsshow und brandaktuelle exklusive Videos aus den Staaten.

Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!

„Forget the who, the what, the when, the where, the why – did you love something with all of your might?“

Ein von @stageload gepostetes Foto am

Eine Reise nach Worcester, Massachusetts

Vor etwa sieben Jahren hat bei mir alles begonnen. Bane war eine der ersten Hardcore-Bands, die ich überhaupt wahrgenommen habe. Davor hatte ich rein gar nichts mit derHardcore-Szene zutun. Ich war das typische Mädchen, dass nur Indie, Folk und Hip Hop gehört hat. Aber textlich und melodisch hat mich Bane damals sofort gepackt.

Es hat auch nicht lange gedauert bis ich die Jungs persönlich kennen lernen durfte und sich eine Freundschaft entwickelt hat. Man trifft wahrlich nicht oft auf derart herzensgute und bescheidene Menschen wie es die Jungs von Bane sind. Es gibt so viele Momente, an die ich mich gerne zurückerinnere — sei es Zachs Vorliebe sein Wurst-Käse-Brot teilweise mit Chips dazwischen zu essen, Aarons Pokerrunden nach nahezu jeder Show oder ihre Vorliebe, die Off-Days in einer Therme oder einem Rutschenparadies zu verbringen.

Ich bin Zach, Bobby, Berdard, James, Aaron und jedem andere der ein Teil dieser Familie ist, unglaublich dankbar. Mein Leben wurde durch all diese Menschen und Momente bereichert. Um mich gebührend zu verabschieden und Bane noch ein letztes Mal live zu erleben, bin ich für ihre beiden Abschiedshows in die Staaten geflogen und habe auf dem Stageload-Instagram-Account die Reise ein wenig festgehalten. Es war – im wahrsten Sinne des Wortes – eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Die erste Show in Worcester, Massachusetts war wohl die Emotionalere. Das sahen die Jungs und viele andere Gäste genau so. Der Abschiedsschmerz war wohl präsenter.

Auf der letzten Show überwog mehr die Freude, einfach ein allerletztes Mal „die Sau rauszulassen“, Gerührt hat mich an diese Abend aber eine Sache ganz besonders: das komplette Set wurde James‘ Mutter gewidmet, die einige Tage zuvor den Kampf gegen den Krebs verloren hatte.

youtu.be/rM9PbgwnfXI

Generell war es unfassbar wie viele Leute aus allen Ecken der Welt angereist waren. Ob Deutschland, England, Russland, Japan, China, Kanada oder aus allen Ecken der USA; jeder wollte Bane noch ein allerletztes Mal auf der Bühne sehen. Auch viele Freunde aus anderen Bands waren da. Bandmitglieder von Have Heart, Stick To Your Guns, Terror, Incendiary und mehr. 

Ich bin nach wie vor völlig hin & weg und kann das Ganze kaum in Worte fassen. Das Set ging 2h10min(!), eine absolute Meisterleistung. Luftballons stoben durch den ganzen Saal und unfassbar viele Stagediver. Beide Shows wurden Bane mehr als gerecht und waren wahrlich ein legendärer Abschluss nach 20 Jahren Bandgeschichte. 

Nun sind offiziell als offiziell Vergangenheit, aber vergessen werden, wird diese Band nie sein. Ob man den ein oder anderen von Bane noch mal irgendwo auf einer Bühne sehen wird? Mit Sicherheit. Musik ist nach wie vor ein Teil ihres Lebens und das wird sich auch niemals ändern.  Wer sich fragt, ob es jemals zu einer Reunion kommen wird, so kann ich ihm aber sagen, dass alles sein Ende hat und auch dabei bleiben sollte. In diesem Sinne – R.I.P. BANE. 

– Dilara Deniz Isler

Budapest, 13.12.15, letzte EU-Show, (Fotograf: Simon Veith)

youtu.be/JRENDvMSpFI

 

Irgendwann um die Jahrtausendwende, das Internet ist tatsächlich noch Neuland, dank Napster ist die Musikwelt weit offen wie noch nie, von Youtube noch keine Spur. Trotzdem finden ein paar Live Videos einer Band namens Bane den Weg auf meinen Bildschirm. Was ich sehe, ist der totale Abriss. Die Musik aber liegt mir irgendwie quer.

Und dann erscheint 2005 „The Note“, darauf als letzter Titel „Swan Song“. Ich weiß nicht, wie oft ich diesen einen Song damals gehört habe. Ein Text, eine Aussage, ein Versprechen, so einfach wie ehrlich und doch so mächtig:

„This is a promise I made to you, I’ll be right there, I’ll be right next to you“

Und ab diesem Zeitpunkt funktionierte für mich plötzlich auch der Rest der Diskographie von Bane. Melodien, mal mehr mal weniger versteckt, Texte, die eine persönliche Botschaft vermitteln wollen; nicht zu vergessen die Live-Shows, bei denen man die Energie quasi greifen kann.

Bane sind in der Hardcore-Welt einzigartig und werden eine große Lücke hinterlassen. „Ehrlich“ ist wohl der Begriff, der die Band, die Musik und die Texte am besten beschreibt. Egal, ob man sich die Songs anschaut, die eben nicht nur aus Hardcore-Standard-Bausteinen zusammengesetzt sind, ob man Aarons berühmten Tanzstil nimmt, der sich quasi einfach schlichtweg weigert, einen Standard-Mosh-Move auf der Bühne hinzulegen, oder aber die Texte und Ansagen, die nicht aufgesetzt klingen, denen man einfach abnimmt, dass sie genauso gemeint sind und die mich immer wieder berühren.

„Don’t Wait Up“ ist in Verbindung mit der ausgedehnten abschließenden Tour für mich die perfekte Art und Weise, die 20-jährige Geschichte von Bane zu einem Ende zu bringen. Jeder Zeile des Albums und jedem Song, jeder Ansage auf den Shows merkt man an, dass hier mit dem Lebensinhalt von zwei Jahrzehnten abgeschlossen wird. In den vergangenen Jahren durfte ich zwei Mal ein längeres Interview mit Aaron führen und habe einen Menschen erlebt, der auch neben der Bühne sein Herz auf der Zunge trägt und der mich tief beeindruckt hat.

Bane haben in 20 Jahren Bandgeschichte so ziemlich alles erreicht, was man als Hardcore Band erreichen kann und sind sich doch bis zum Schluss treu geblieben. Eine Floorshow ist ihnen immer noch lieber als eine große Festivalbühne. Der Kontakt zu jedem einzelnen im Raum mehr wert als der Nightliner vor der Tür. Bane hören nun als Band auf. Nicht weil es Zeit ist, weil sie besser sollten – sondern weil sie es können:

„I’m not walking away from here, with a bunch of things I still need to declare, a wasted life is worse than death, it’s up to you to figure out the rest“

Ich wünsche mir, dass ich in meinem Leben auch einmal genau das sagen kann.

– Tobias Luger, Stageload-Fotograf

Göttingen, 11.12.15 (Fotograf: Tobias Luger)

youtu.be/FmoOjyGwCmE

Zugegeben: Mit Hardcore in seiner Reinform habe ich kaum noch etwas am Hut. Mit Bane verknüpfe ich dennoch eines der unvergesslichsten Konzerterlebnisse meiner mittlerweile doch aus allen Nähten platzenden Seen-Live-Liste (welche ich bei Last.fm Profilen immer leicht prätentiös fand). Von meiner damaligen Heimat aus bis Bochum – das sollte der nahegelegendste Tourstop der Jungs im Winter 2010 sein – fährt man bei normalen Bedingungen etwa zwei Stunden, was ja durchaus noch im Rahmen für die Show einer seiner Lieblingsbands ist.

Dazu gehörten Bane zu dieser Zeit allemal. Erschwert wird das Unterfangen aber massiv, wenn die komplette Strecke von sinnflutartigen Regenfällen unter Wasser gesetzt wird und der altersschwache Astra mit den bis aufs Profil runtergefahrenen Reifen seine Wassertaufe bestehen muss:

Drei Stunden Aquaplaning, nicht nur einmal der Gedanke daran vernünftig zu sein und umzukehren. Sichtlich ausgelaugt im Zwischenfall ankommen, Vorband verpasst haben, Alpha & Omega sowie Trapped Under Ice damals schon langweilig und aufgesetzt finden. (I’m sorry) Erwähnenswert: Zum ersten mal den „Chef“ treffen, schließlich hatte ich erst wenige Monate zuvor angefangen hier Platten zu rezensieren – Shoutout an Hendrik, der eines meiner liebsten Konzertfotos ever geschossen hat (unten zu bewundern).

Bane sollten all die Widrigkeiten retrospektiv erträglich machen und unter gütiger Mithilfe des Publikums eine der energiegeladensten und schlichtweg spaßigsten Hardcore-Shows aufs Parkett zaubern, denen ich bis heute beigewohnt habe.

Die Songs der damals frischen Tokyo etc. 7“, sowie die Highlights der sonstigen Diskografie können mich an guten Tagen immer noch mitreißen. Bane waren eine der wenigen Bands, die die Fahne hochhalten konnten. Die Rückfahrt war trotz einigen Zwischenstops ob Wetter und der eigenen Verfassung plötzlich viel erträglicher. Irgendwie komisch, dass die Kids in Zukunft nicht mehr durch solche Bands an die Materie gelangen – ohne dass ich das werten wollen würde.

Macht’s gut Jungs, ihr wart über zwei Jahrzehnte eines der Aushängeschilder einer Szene, in der es in meinen Augen immer weniger so wegweisende, prägnante und schlicht wichtige Bands wie euch gibt. Was mir bleibt, wenn mich der seltene Bock auf eine Hardcore-Platte greift: „When Armageddon’s been locked and loaded, you will come back for me!“

13-11-10_bane_020

13-11-10_bane_020

Bochum, 12.11.10 (Fotograf: Hendrik Myland)

– Sascha Schüler, Stageload-Redakteur

Laute Musik mit verzerrten Gitarren und rumschreienden Leuten war schon von klein auf voll mein Ding. Von anderen in meinem Umfeld wurde es immer belächelnd als Krach betitelt. Vor so ziemlich genau 16 Jahren fiel mir meine erste Hardcore-CD in die Hände – “Designs For Automotion“ von Snapcase.

Ein gutes Jahr später stieß ich dann auf eine Band, von der ich nie gedacht hätte, dass sie so lange Teil meines Lebens sein würde: Bane haben mit “Give Blood“ den Stein 2001 so richtig ins Rollen gebracht und es war um mich geschehen. Von hier an wusste ich, dass diese Art von Musik mein so schön genannter Way-of-Life wird. Natürlich lernt man über die Zeit viele weitere Bands kennen aber letztendlich landet man irgendwie immer wieder bei Bane, egal wie lange man andere Bands feiert. Und auch wenn der Plattenteller mal ein komplettes Jahr ohne Bane dreht (was jetzt maßlos übertrieben ist), sobald Bane auf dem Teller liegt, egal welche Scheibe, denkt man sich jedes mal wieder – boah geil, feier ich!

Unzählige Shows, Roadtrips bei denen man hunderte Kilometer riss, vom Tinnitus geplagte Ohren und ein von blauen Flecken übersäter Körper. Was nahm man nicht alles auf sich, um die Band, die man so gerne mag und schon so lange kennt immer wieder live zu sehen. Jeder der Bane schon mal live gesehen hat, weiß, dass sich jeder verdammte Kilometer hierfür lohnt. Und wer bei „Can We Start Again“ keine Gänsehaut bekommt, dem kann ich auch nicht mehr weiterhelfen.

Aber wie es nunmal so ist, nimmt alles irgendwann ein Ende, eine Ära ist zu Ende – Bane haben nach 25 Jahren Lebewohl gesagt, hinterlassen aber unzählige Erinnerungen, von denen ich meinen Kindern später zu 1.000% erzählen werde. Bane mögen die Bühne womöglich nie wieder betreten. Doch auf dem Plattenteller, im Kopf und auch im Herz werden sie auf ewig weiter ihre Runden drehen und mir Farbe in den grauen Alltag bringen. What’s done is done.

– Manuel Lohschmidt, Stageload-Redakteur

Bane ist eine besondere Hardcore-Band. Was sie so besonders macht? Ich würde sagen es ist mehr als nur ihre Musik, ich würde sagen Bane wird durch ihre Charaktere, die Message, die Lyrics voller Metaphern und „Romantik“ und ihre Liebe zum Hardcore besonders.

Es gibt wohl wenige Frontmänner, die mehr Authentizität in die Pausenansagen und Lyrics legen als Aaron Bedard. Oder wenige Gitarristen, die mehr Spaß auf die Bühne bringen als Zach Jordan. Bane sind sich auch immer treu geblieben. Wieviele Bands haben komische Entwicklung genommen? Nicht so Bane.

Ich mochte Bane schon immer, aber so richtig lieben gelernt habe ich sie (leider) erst mit der Promo-Tour für „Don’t Wait Up“. Die Show am 15. März 2014 im Berliner Cassiopeia war wahnsinnig gut, seitdem habe ich sie noch etwa zehn Mal live gesehen, und sie haben jedes Mal überzeugt! Gegen Ende hin habe ich die Jungs immer besser kennengelernt, da ich auf einigen Shows fotografieren durfte und dadurch einiges gemeinsam erlebt haben.

Ein kleines Highlight für mich war die spontane Midnight-Aftershow-Show im Kölner AZ, die ich gemeinsam mit meiner Konzertgruppe La Piñata Shows, Mascha und Bane innerhalb von wenigen Tagen vor der Show auf die Beine gestellt habe und einigen Fans, die nicht auf die andere ausverkaufte Kölner Show im MTC gehen konnten, somit eine tolle Alternative geboten haben. Oder wie ich so oft die Kamera einfach weglegen musste, weil mich die Energie der Show einfach gepackt hat und ich mitdiven/shouten musste.

Oder die vielen Freunde und Fans von Bane, die ich mittlerweile auch als Freunde gewonnen haben. Ganz großes Kino ist auch der durchdachte Abgang von Bane. Sie haben sich 2013 entschlossen, die letzte Scheibe aufzunehmen, um damit zu touren und letzten Endes seit Oktober 2015 bis Mitte Juni 2016 ihre letzte Tourneen zu feiern. Ein würdiger Abgang einer der größten und authentischsten Hardcore Bands der letzten Jahrzehnte. Ein wahres Happy End.

Wie Bedard beim allerletzten Konzert im Palladium Worcester vor dem Hit „Can we start again“ sagte: „…we can’t start again, but we try not to forget“, werde ich mir in Zukunft noch oft die Musik, die Lyrics, Konzertfotos und -videos anschauen und mich über die tollen Erinnerungen freuen, die ich wohl nie vergessen werde. „Are we still a scene of truly open minds? Do you still believe? I DOOO!“

Danke Bane!

– Simon Veith, Stageload-Fotograf

Rick Querfirmaz

Rick Querfirmaz

Ricky Singh, Songwriter und Girarrist von Backtrack

What was the first time you got in touch with Bane?

I think the first time I got in touch with them was when I booked them on the Backtrack Darker Half NYC release show.  I’ve been a fan since around 2002.

How many tours have you been part of with Bane?

Two full US-tours, one European-tour and a bunch of random shows scattered here & there. Always a treat for sure.

How did you experience the band over the years you’ve been on tour with them?

It’s been an incredible experience getting to know the guys. They all have very different and unique personalities which are i’ve found very fun to be around. They’re down to earth guys who embody the hardcore movement.  They truly live it and breathe it and have given a lot more to me then I could ever give back.

The most memorable moment you experienced with Bane?

There’s so many to choose from.  I remember seeing the band for one of the first times in 2003 at a venue called Molly Blooms 2. I just remember people diving everywhere and I was in the middle of what seemed to be the eye of the hurricane and it was fucking sick.  I fell in love with the band that day and 12 years later we played that same building with eachother on tour. Random small things like walking around the streets of Rome, partying in TJ, chilling under the Eiffel Tower, are all memories that I hold dear and carry with me.

What made Bane unique among various other hardcore-bands?

The goosebumps that come alive when you watch them play, the intensity and 150% they give, the realness and poetic lyrics of Bedard, the incredible band dynamic, the fury mixed with the sprinkles of melody and grace.  The crowd is a very big part of it too, i’d like to give people the benefit of the doibt that they can seperate the real from the fake. Bane has always represented real authenticity to me.

Why will this band be dearly missed?

The band means a lot to so many people.  Many people grew up with this band as some of the backround music to their life on a worldwide scale.  The band started when I was 8, i got into them when I was around 14 and now i’m 28.  I’ve been listening to them for half my life. I’m very lucky to have seen the band so many times over the years and get to know them on a personal level.  I feel bad for the kids just getting into hardcore next year because they won’t be able to experience a live bane show ever again.

Antwerpen, 1.11.2015 (Fotograf: Jannik Holdt)

Gruppenfoto Mascha

Gruppenfoto Mascha

Mascha Artz (unten rechts)

Stell dich bitte einmal kurz vor!

Mein Name ist Mascha Artz. Ich bin 32 und komme aus Bochum. Ich bin Fotografin, arbeite als Lehrkraft für Deutsch und Englisch, verkaufe Jesus Dress Us Fridge Magnets und verbringe so viel Zeit wie möglich auf Tour oder Reisen. Bane ist definitiv die Band, mit der ich am meisten von der Welt gesehen habe. Neben Europa und den USA, die ich mehrere Male mit ihnen touren durfte, habe ich mit Bane zum ersten Mal Südostasien, Canada, Südamerika und Japan besucht.

Wie bist du zum ersten Mal mit Bane in Kontakt gekommen?

Das allererste Mal, dass ich mich mit Bane unterhalten habe, müsste 2008 in München gewesen sein. Eine weitere lange Unterhaltung mit Aaron Bedard, dem Sänger der Band, hatte ich nach einer unglaublich aufgeheizten und wirklich guten Show im Zwischenfall in Bochum zwei Jahre später. Gespräche wie diese wiederholten sich über die nächsten Jahre bei zahlreichen Bane Shows, bis die Band mir immer mal wieder anbot mich im Van mitzunehmen, wenn ich an aufeinanderfolgenden Tagen zu Shows reiste. 

Wie kam es dazu, dass du mit Bane getourt hast?

Aus ein paar einzelnen Mitfahrgelegenheiten im Van mit der Band wurde 2014 schließlich eine halbe US-Tour mit Bane, Turnstile und Take Offence. Seit meinen ersten Touren mit Unrestrained, Anchor und The River Card in Europa und den USA 2010 hatte ich immer wieder Merch für Bands verkauft, war als Roadie mit befreundeten Bands unterwegs oder als Tourmanager. Wenn auch nur selten offiziell übernahm ich auf den meisten Touren auch für Bane einige dieser Aufgaben und half aus wo ich konnte.

Wie hast du die Band über all die Jahre erlebt?

Trotz ihres bereits 20-jährigen Bestehens scheinen Bane den Spaß am Touren bis zum Schluss nicht verloren zu haben. Sie sind weder einer der Bands, die zwischen Tourvan und Venue keine Fuss in die Orte setz, die sie betourt, noch stressen sie sich unnötig mit Sight-Seeing, wenn ihr Zeitplan es nicht zulässt. Kein Pool, der in unmittelbarer Nähe ist wird ausgelassen, ab und zu geht es auch mal ins Kino, wenn die Strecke zum nächsten Venue nicht so weit ist. Poker spielend und Zeit mit Freunden verbringend, scheinen die Jungs sich den Spaß am Touren über die Jahre erhalten zu haben.

Was hat Bane als Band einzigartig gemacht?

Vom ersten Moment, als ich Bane mit etwa 15 Jahren entdeckte, fand ich die Band besonders. Ihr Sound und Aaron Bedard Vocals heben sich bis heute von jeder anderen Band ab, was man gleichermaßen von seinen Lyrics sagen kann. Bane haben auf ihrem langen Weg nie den Biss verloren, den Spa? am Musik machen und zu touren, auch wenn sie einige Auf und Abs in den 20 Jahren ihres Bestehens durchlaufen mussten. Außerdem sind sie trotz ihres Bekanntheitsgrads bis heute auf dem Boden geblieben.

Kaum eine andere Band, die solange dabei ist wie Bane, tourt noch immer beinahe ausschliesslich in Vans, fährt und tourmanaged sich selbst, wenn kulturelle Umstände es nicht ausschliessen. Schläft auf Couchs, Matratzen im Van, Hotelfussböden oder durchgelegenen Etagenbetten in Venues, anstatt sich gemütlich im Nightliner herumfahren zu lassen.

Warum werden Bane vermisst werden?

Ich habe in den letzten Jahren so viel Zeit mit dieser Band verbracht, unzählige Touren zum Teil oder ganz mitgemacht, dass es eine große Umstellung wird, wenn dieser Teil meines Lebens wegfällt.

Berlin, 15.3.14 (Fotograf: Aythami Saavedra)

Foto von Daniel Hoskin2

Foto von Daniel Hoskin2

Daniel, Lehrer aus Australien (Erster von links)

What was the first time you got in touch with Bane?

My Bane life began in 2004 as far as a general listener goes. I first saw them in America in 2005 and 2009 and in Australia between in 2007. By this time they were far and away my #1 band and when the 2010 Euro tour with Trapped Under Ice and Alpha & Omega was announced, I decided to take this opportunity to see Europe, where I had not been and see a whole heap of shows. I sent Bedard a message outlining my plan to follow most of the tour and basically offered my services for anything as I would be around. Im pretty sure he didn’t really think I was coming because he was totally shocked when in Milton Keynes, England I introduced myself and said „holy shit you actually came!“. By tours end and seeing 13 shows I’d gone from fan to friend and it really kick started a number of great things that transpired over the next 5 years.

What was your role in the Bane family?

I’m not sure role is the best way to describe it but I have done merch a bunch for them, carried heavy stuff, guarded the van, taken photos, sung with them, explained the sport of netball, eaten food, driven them to hold koalas, taught them to kick a footy (australian football) and importantly reminded them about the New York Giants winning super bowls over the Patriots.

How did you experience the band over the years you’ve been on tour with them?

I cant say a bad word about what amazing opportunities these guys have allowed me to be apart of over the years that without them would not have been possible. Sometimes self travel just wouldn’t have worked out but so often they have helped me out, hence in return I’ve always looked to pay them back and more.

The most memorable moment you experienced with Bane?

Real tough question as there are a variety of things that have happened over the years but one that always comes to mind is when we were in Blumenau, Brazil. We were taken to a waterfall and lake that was a 45 minute drive on a death trap mountain we almost went over the edge of, but where we ended up was truly breathtaking. The hour spent here was one of the few times I’ve truly felt a million miles away from home and the fact I ended up here via going to South America as an Australian to travel with an American band is just a great random mix that was nothing short of perfect.

What made Bane unique among various other hardcore-bands?

I’m a real lyrics person and I love the general ethos and feeling of the band. The idea of making the most of your life and taking opportunities is something I strongly resinate with. The straight edge and vegan links are also there and they are just have that nice mix of hardcore with some punk roots that just has then rise above all bands for me. Live as well, we all know it’s hardcore as it should be – energetic, positive and nothing but fun. I also have not come across any band that has generated the dedicated fan base that Bane has. At every show is someone who has made food for them, travelled hours to see the show or who will literally give everything for 30 mins. The people the band has lead to me meeting is beyond amazing – heck it’s why I am writing this!

Why will this band be dearly missed?

I can’t answer for others but for me, having bane around has been like having a best friend around. You know that they are always going to deliver and no matter whats happening in your life, while that show is on, the only thing that means anything is what is right in front of you. There are many around in hardcore who know that feeling of the power of music and especially live music can have in giving you that pure happiness we crave across all aspects of life. Like a good book though, it must end and we remember how great it was.

What are your feeling about your last experiences with Bane as a band?

I almost feel like the final lot of US shows will be too much. My last show, while rather „interesting“ was in St. Petersburg in a mini room with 150 people. I prefer this over 2000 people. Im not sure what happened but it just wasn’t what a bane hardcore show should be for a number of reasons. In saying that I soaked it all up knowing this was it and took it for what it was and made sure front and centre was my spot, and my spot only. Despite this being my final show, there is no last experience with this band, while it may not be a live show, there will always be more.

Bielefeld, 31.10.15 (Fotograf: Andre Wimmer)

Foto von Michael!!!!

Foto von Michael!!!!

Michael Kausch (rechts am Mikrofon) aus der Nähe von Cochem, IT-Systemadmin; Veranstalter (alphadoubleplusshows)

Wie bist du zum ersten Mal mit Bane in Kontakt gekommen?
Ich habe 2007 Bane als Support von Have Heart in Trier gesehen. An die Show erinnere ich mich noch sehr gut. Unter anderem kam Aaron Bedard damals zu Beginn des Sets in die Menge und gab einigen Zuschauern die Hand und stellte sich mit „Hi, we are Bane“, „Bane – nice to meet you“ vor. Diese skurrile Art ein Konzert zu beginnen und die Art und Weise wie die Bandmitglieder auf der Bühne interagierten haben mich sehr positiv überrascht.

Was war deine Rolle in der „Bane-Familie“?

Ehrlich gesagt: Ich weiß gar nicht was ich auf diese Frage antworten soll, in einer „Funktion“ bzw. „Rolle “ sehe ich mich hier irgendwie nicht. Ich habe Bane auf diversen Shows und Festivals gesehen. Für mein eZine (www.different-directions.de) habe ich von diversen Bane-Shows Fotos geschossen und durch meine Tätigkeiten als Promoter habe ich 3 Shows mit Bane veranstaltet und diverse Leute kennen gelernt. Logischerweise kommt man mit der Band an irgendeinem Punkt ins Gespräch und läuft sich Backstage auf anderen Shows/Festivals über den Weg. Aus Smalltalk werden ein paar seriösere Gespräche und irgendwann freut man sich immer wieder die Band zu sehen. Um dieser Frage etwas die Anspannung zu nehmen: Ich war auf diversen Shows für das anrichten der Pokerrunde verantwortlich indem ich ein paar erstklassige Pokerkarten zur Show mit brachte. Das könnte man vielleicht als meine „Funktion“ ansehen.

Wie hast du die Band über all die Jahre erlebt?

Als ich die Band genauer kennen gelernt habe merkte ich schnell, das hier keine Rockstar-Scheisse läuft. Die Jungs sind alle cool und sehr unkompliziert. Es war zum Beispiel stets sehr stressfrei eine Show mit den Jungs zu veranstalten. Keine großen Rider, keine anderen Probleme.

An sich war ich ja „nur“ auf der Abschiedstour mit der Band unterwegs und man sieht lernt die Personen auch mal etwas weniger entspannt kennen. Es war auch das erste Mal das ich erfahren konnte wie es für eine Band auf diesem Level ist durch die Gegend zu touren und mit welchen Dingen man sich befassen muss. Je besser ich die Bandmitglieder kennen lernte desto deutlicher Verstand ich ihren Antrieb und die Kraft die sie antreibt Bane so lange am Leben zu halten. Besonders gerne sprach ich über einzelne Songs und die Lyrics sowie die Geschichten hinter manchen Songs

Der denkwürdigste Moment, den du mit Bane erlebt hast?

Uh. Die Frage ist hart. Das erste Mal bei „some came running“ den „So play the violins“ Part übernehmen, ist das Erste was mir einfällt.  Es gab auch einige nicht so positive und einige sehr witzige Momente. Achja, und zu guter Letzt: Die Backstage Pokerrunden mit Bedard, Vitalo und Gucci.

Was hat Bane einzigartig gemacht?

Ohne auf die Musik einzugehen: Wie sich die Band auf der Bühne bewegt und die Energie welche übertragen wird. Musikalisch gesehen ist Aaron Bedard ein sehr guter Geschichten-Erzähler!
Ebenfalls sind die Dinge die Aaron Bedard auf der Bühne sagt sehr wertvoll und regen zum Nachdenken an. Und natürlich das Merch – Bane hatten immer cooles Merch.

Warum werden Bane vermisst werden?

Weil Bane immer ihr Ding gemacht haben, egal welcher Sound „cool” oder „angesagt” war. Weil Bane immer auch ein Auge auf das Publikum haben, die ziehen nicht einfach ihre Show durch als wenn ihnen der Rest egal sei. Ist das ein Nazi-Arschloch oder ein Kickboxer-Idiot im Pit wird schnell darauf aufmerksam gemacht und die Sache positiv geklärt. Weil die Meute bei fast keiner anderen Band so cool abgeht wie bei Bane Songs. Weil ich mit keinem anderen Sänger so lange und ausführlich über Pokerhände fachsimpeln kann.

Hamburg, 8.11.15 (Fotograf: Tobias Luger)

http://www.stageload.org/wp-content/fotos/special-bane/Foto-von-Kätlin.jpg

Kätlin, Estland (links)

What was the first time you got in touch with Bane?

I think the first time I really noticed the band stood out was when I went to a festival in Sweden in 2007, where they also played. I had listened to them a bunch before, but seeing them live was what sealed the deal for me.

What is your role in the Bane family?

My role, I assume it’s what every die-hard fans role is, to be in front of the stage going mental. And to have your sneaker laces tied!

The most memorable moment you experienced with Bane?

There have been plenty of warm moments that I keep close to my heart. But the one that I’d like to share here is 2015 tour with Comeback Kid, last night for me on with the guys before I returned back home. I tried to stay awake the whole night to not miss a moment with these guys. At one point I looked around all those beaming, smiling faces and I had never felt more like home. (I eventually did fall asleep around 5am though, because I value my sleep very highly haha).

What made Bane unique among various other hardcore-bands?

It’s the outmost sincerity. Their music manages to creep under your skin where not many other bands find the key to. It’s the collaboration of several very unique individuals supporting each other with their best qualities, it ends up coming out as something amazing and one of a kind.

Why will this band be dearly missed?

Hate to say it, but not many bands these days seem to have the sincere child-like excitement of going on the stage and making each night special and different, no matter where they are, no matter the audience. There is definitely an era ending here. I think there are many old hardcore fans who these days just come out to see their old favourites and with Bane gone, there is also a group of audience gone.

What are your feelings about your last experiences with Bane as a band?

There has been heart-ache and tears and surely there will be some more at the last shows, but at this point I’m just thankful I had the chance to be around in a decade, when a giant like Bane was playing shows.

Bielefeld, 10.8.14 (Fotograf: Christian Koehne)

youtu.be/vACenjJxRwk

Foto von Giacomo zweiter von rechts

Foto von Giacomo zweiter von rechts

Giacomo „Josh“, Rom (Zweiter in der Mitte von links)

What was the first time you got in touch with Bane?

If i remember it correctly, the first time I saw Bane was either 2000 or 2001 in Rome. I could barely speak any english at the time, but I remember after the show I was about to go home on my scooter, when my friend Alessandro, the promoter of the show, told me the drummer from Bane (Nick) wanted to try a scooter. As a teenager that just saw one of the most amazing shows in his life, I offered mine. I was pretty stoked about that, although kinda scared that this guy I never met in my life would go and crash on someones car or worst kill someone or himself. Next day I ended up going with a couple of friends to show the band the cool places of Rome. They showed me straight away the type of people they are, just making me feel welcome and not making me feel bad about my poor English. I still remember how excited they were about every place we were going to. This was the first spark of a friendship that have lasted for a long time, and i’m glad next time I saw them, my english was already good enough to have actual conversations.

What is your role in the Bane family?

I love this question! I think if you didn’t know Bane, you probably would not understand this question. Yet you couldn’t describe Bane better.  There is no band, besides To Kill, that made me feel like in a family as Bane did. I don’t think i have a role per se in the family. I’m just one of the thousand people that have been inspired by them as band and as people. I guess on a more practical way, I booked them shows, I toured with them as raodie and with my band To Kill, and generally just hang out with them when there is the chance.

But I think Bane also plays such an important role in my life without them even knowing it. They are most definitely a soundtrack of my relationship with my best friends in the world.

How did you experience the band over the years you’ve been on tour with them?

Touring with them has always been an amazing experience. First of all I got to see them every night, and there is not one night I can remember, that I wasn’t in the first row sweating my ass off, screaming and stage diving as if it was the first or the last time I would ever see them. Besides that, I always appreciate that despite all the years, all the tours, the shows, the records, despite how big the shows were and how popular they were becoming, they never felt that something was owed to them. Every time, I could feel the appreciation they had for every smile, every gesture of kindness towards them and never saw them complaining about something not being good enough for them. No matter where they were, no matter how good or how bad the stage, the sound were or how many kids were there, they played shows like if it was the greatest performance of their life. They really lived what they were “preaching” in their lyrics.

The most memorable moment you experienced with Bane?

For me the thing that represents Bane the most when not on stage, is to walk around a city, particularly Rome. I love the fact that for them touring has always been a way to experience new places, new people and new cultures. Walking around Rome together, no matter how many times they have been there before, always made them happy and excited. This will always be one of the way i want to remember my time with Bane: all together, walking towards the colosseum.

What made Bane unique among various other hardcore-bands?

I really don’t know how to easily answer this question. Knowing them personally, for me it as always been their honesty. You know how in HC everyone talks about being real, staying true etc., but so many times over and over I’ve been disappointed by the real attitude of people and bands towards life and towards the scene. Well to me the attitude Bane has towards things is what made them so special. Their gratitude for every place hey have been to and every person they have met. That and of course expressing it through some of the most amazing music, lyrics and goose bump speeches between songs at their shows.

Why will this band be dearly missed?

Being in the hc scene for over two decades now, I have witnessed in first person the change that happened in this scene. When i fell in love with it, ideals were as part of HC as the music was, perhaps even more. I used to listen to a huge variety of genre, that now are all identified as different, but that back then were all HC because of those ideals behind the music. With the years this thing is disappearing. Very few bands are still playing with the same spirit. Bane will be dearly missed because they were the biggest band that still hold in their hands these same ideals. The role that a band like Bane plays in a scene that is thinking always more and more about its “hard” side and it is fastly loosing its “core” side and its heart, is to inspire the many other bands that are forming, to show that Hardcore is still alive.

Wiesbaden, 29.10.15 (Fotograf: Moritz Hartmann)

Autor Benjamin Fischer
Wohnort Frankfurt
Beruf Journalist
Dabei seit Juni 2010
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Koordination Interviews, Redigat
Top-Alben The Gaslight Anthem - The '59 Sound / The National - High Violet & Trouble Will Find Me / Bon Iver - Bon Iver
Die besten Konzerterlebnisse The National (Tanzbrunnen)

Hinterlasse einen Kommentar