Der Stageload-Jahresrückblick 2018

Der Stageload-Jahresrückblick 2018

Ob welt-, innen- oder klimapolitisch, die Jahresrückblicke bieten Redakteuren aktuell wenig Anlass zur Freude. Unberechenbare Präsidenten, Journalistenmorde, Dürreperioden und humanitäre Katastrophen lassen sich karmatechnisch wohl kaum von einer Royal Wedding ausgleichen.

Freilich ist auch die Popkultur stets ein Spiegel der Weltlage. Musik ist und bleibt ein Ventil, um Missfallen über beunruhigende Entwicklungen, aber auch psychische Probleme im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu platzieren. Lyrics werden zunehmend politischer, Konzertansagen deutlicher.

Als Stageload-Redaktion ist es uns wichtig, eine unabhängige, eigenfinanzierte Plattform für Bands und Künstler zu sein. Wir wollen Platz für wichtige Botschaften schaffen und euch einladen, Neues zu entdecken. Wir möchten all jenen Gehör verschaffen, die vielleicht noch nicht auf dem großen Radar des Mainstreams angelangt sind, aber deren Musik es eindeutig verdient hat. Wir sind stolz, dass wir zu Beginn dieses Jahres dazu auch die technischen Voraussetzungen geschaffen haben: Seit Januar sind wir mit einer modernen Website online, die auf allen Devices einwandfrei funktioniert und unsere Inhalte in ein deutlich besseres Licht rückt. Apropos Content: Wir haben 1.000 News verfasst, 150 Reviews geschrieben und 100 Konzerte fotografisch begleitet. Zudem startete kürzlich unser neues Format „Stageload Sessions“ auf YouTube.

Aber genug der Innensicht, Zeit für das alljährliche Resümee. Der Kampf um den Titel des Redaktionslieblings war diesmal eine klare Sache: An Turnstile reichte niemand heran. Ihr fast schon experimenteller Longplayer „Time & Space“ kommt in 40 Prozent der Bestenlisten vor und konnte damit unsere unterschiedlichen Musikgeschmäcker am besten auf einen Nenner bringen. Mit Deafheaven, Architects und Spanish Love Songs auf den Folgeplätzen wird dann aber doch deutlich, dass Stageload aus einem Haufen musikverrückter Menschen mit völlig unterschiedlichen Genre-Vorlieben besteht.

2018 standen außerdem auffällig viele heimische Künstler hoch im Kurs: Ob Leoniden, Lygo oder Matula – kaum ein Ranking kommt ohne deutsche Bands aus. Das sah in Zeiten, als die meisten von uns dem amerikanischen Hardcore verfallen waren, noch ganz anders aus.

Und was geschah sonst in der Musikwelt? Der Echo wurde endlich abgeschafft, Moose Blood segneten aufgrund der Missbrauchsvorwürfe endgültig (?) das Zeitliche, Kvelertak tauschten ihren Sänger aus. Bands wie Casey, Lower Than Atlantis, A Traitor like Judas und Forced Order lösten sich auf. Ruiner kamen endlich wieder auf Tour, American Nightmare wollten auch, kamen dann aber doch nicht.

Ein aufregendes Jahr also, das unsere Redakteure ganz unterschiedlich erlebt haben – und auch beim Blick auf 2019 sind wir uns einmal mehr erfreulich uneinig.

Unsere Highlights:

Turnstile – Time & Space
Die positiven Vibes, mit welchen Turnstile die Mauern zwischen den Menschen und ihren festgeschriebenen Ideologien einreißen wollten, sind in nahezu jeder Sekunde von „Time & Space“ spürbar. Und das macht Spaß.

Architects – Holy Hell
Architects haben mit ihrem neusten Werk einen weiteren Meilenstein des Metalcores und ihres Schaffens errichtet.

Deafheaven – Ordinary Corrupt Human Love
Was „Ordinary Corrupt Human Love“ so wundervoll macht, ist, dass wie bei einem Mosaik kein Stein zum anderen passt, alle zusammengenommen aber ein überwältigendes Bild ergeben.

Spanisch Love Songs – Schmaltz
Spanish Love Songs machen Poppunk, der so perfekt ins Ohr geht, dass man dieses Album den ganzen Sommer im Auto oder in der Lieblingsplaylist lassen sollte.

Birds In Row – We Already Lost The World
Über all den mitreißenden Riffs und den aufputschenden Schlagzeugrhythmen thronen auf „We Already Lost The World“ die Texte. Dieses Zitatfeuerwerk. Diese Ideen, die auf Hauswänden stehen könnten, damit jeder darüber nachsinnen kann.

Unsere Problemkinder:

Self Defense Family – Have You Considered Punk Music
‚Have you considered punk music‘ fragen sie. ‚Have you considered anything special or interesting‘ möchte man entgegnen.

Mumford & Sons – Delta
Bei ‚Wilder Mind‘ blieb das Banjo auf der Strecke – und die Magie der Band. Der Aufstand der alteingesessenen Weggefährten folgte prompt. Jetzt steht der Abschied an. Denn selbst wer den Herren bis heute wohl gesonnen ist, muss an „Delta“ zwangsläufig verzweifeln.

Editors – Violence
Zu glatt und geradezu langweilig: Mit ihrem neuen Album können die Editors Fans eher nicht überzeugen, vielleicht aber Radiomacher und Festivalveranstalter.“

AnnenMayKantereit – Schlagschatten
Am Ende gibt ihnen lediglich ihr Erfolg Recht und wer will, wird die ganze Chose auch weiterhin als wunderbar lebensnah, ehrlich und ungeschliffen preisen. Böse Zungen behaupten allerdings, weniger schmeichelhafte Interpretationen liegen näher.

You Me At Six – VI
Vielleicht sollte man sich einfach etwas mehr Zeit lassen und sich um die Qualität des Songwritings kümmern.

Beliebtestes Musikvideo:

Ines Kirchner:

2018 in einem Satz: War klar, dass 2017 musikalisch nicht getoppt wird.

Top 5 Alben/EPs:
1. Deafheaven – Ordinary Corrupt Human Love
2. Pianos Become The Teeth – Wait for love
3. Matula – Schwere
4. Birds in Row – We already lost the world
5. S. Carey – Hundred Acres

Honorable Mentions:
Pinegrove – Skylight
Turnstile – Time & Space
Boygenius – Boygenius
Many voices speak – Tank Town
Beach House – 7

Als Live–Album für mich außerhalb der Wertung, sonst locker ganz weit oben: Touché Amoré – 10 Years / 1000 Shows Live at the Regent Theater

Hits des Jahres:
Deafheaven – Canary Yellow
PBTT – Dry Spells
S. Carey – More I See

Beste Konzerte:
Amenra @ Festsaal Kreuzberg, Berlin
Olafur Arnalds @ RBB Sendesaal, Berlin

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
Captain Planet & Matula

Größte Enttäuschungen:
Basement – Beside Myself. Bin fast schon entsetzt, dass das Album in manchen Top-Listen auftaucht. Das Deafheaven-Konzert aufgrund meiner Arbeit zu verpassen, war auch nicht so toll.

Erwartungen an 2019:
Mehr Konzerte, die im Gedächtnis bleiben.

Patrick Siegmann:

2018 in einem Satz: Who else but dreamers will believe?

Top 5 Alben / EPs:
1. Fiddlehead – Springtime And Blind
2. Camp Cope – How To Socialize and Make Friends
3. Turnstile – Time & Space
4. Basement – Beside Myself
5. Snail Mail – Lush

Honorable Mentions:
Candy – Good To Feel
Stella Donnelly – Trush Metal
Illusion – Magic With A Smile
Mil Spec – Changes
The Story So Far – Proper Dose

Hits des Jahres:
mewithoutyou – Julia (Or: ‚Holy To The Lord‘ on The Bells Of Horses)

Musikvideo des Jahres:
Turnstile – Disco / Time + Space

Beste Konzerte:
Turnstile, Angel Du$t und Fury im Schlachthof, Wiesbaden: Das wohl energiegeladenste Konzerterlebnis des Jahres. Turnstile werden ihrem Ruf als aktuell beste Liveband im Hardcore noch immer mehr als gerecht. Witzig waren nur die gefühlt 50 Kids in Turnstile–Shirts vor der Bühne.

Camp Cope und Caves in der Roten Flora, Hamburg: Camp Cope haben für mich eines der besten Alben des Jahres veröffentlicht und überzeugen live auf voller Linie. Der Sympathie–Award 2018 geht auf jeden Fall an die drei Australierinnen.

Neu– oder Wiederentdeckung des Jahres:
Oasis. Nach deren Auflösung vor fast 10 Jahren bei mir komplett in Vergessenheit geraten und jetzt besonders „Definitely Maybe“ wiederentdeckt.

Größte Enttäuschungen:
Musikalisch hat mich eigentlich kein Album enttäuscht, auf das ich dieses Jahr gewartet habe. Leider habe ich aufgrund von Überschneidungen mit der Arbeit jedoch Phoebe Bridgers in Berlin verpasst, aber das lässt sich 2019 hoffentlich nachholen. Auch die überraschende Auflösung von Give war ein ein wenig enttäuschend. Aber wie sagt man so schön: Alles hat ein Ende.

Erwartungen an 2019:
Neue Alben von Fury (beste Hardcore–Band der Gegenwart), Abuse Of Power, Angel Du$t und Title Fight, die hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lassen. Außerdem bin ich gespannt auf das Debütalbum von Stella Donnelly, die in diesem Jahr für mich eine der schönsten EPs veröffentlicht hat.

Benjamin Fischer:

Top Alben/EPs:
Basement – Beside Myself
Shame – Songs Of Praise
Chvrches – Love Is Dead
Drangsal – Zores

Beste Konzerte:
Die kölsche „59‘ Sound“–Geburtstagssause war dem wunderbaren Anlass gebührend großartig. Arcade Fire boten eine stattliche Show in einer allerdings beschämend schlecht gefüllten Frankfurter Festhalle. Und die Hamburger Haudegen rund um Marcus Wiebusch hatten offenbar selbst so viel Spaß am Bühnencomeback, dass sie Anfang 2018 gleich weiter touren. Die Freude darüber beruht auf Gegenseitigkeit.

Neu– oder Wiederentdeckung des Jahres:
Underoath! Das Comeback–Album selbst ist zwar durchwachsen, aber mehr als ausreichend für ein wenig nostalgisches Schmachten – und zwei, drei Hits bietet es ja doch auch noch.

Größte Enttäuschung:
Mumford & Sons haben es tatsächlich geschafft meine wohlweislich weit heruntergeschraubten Erwartungen mit Bravour noch zu unterbieten. Und Brian Fallon hält sich offenbar immer noch für den geborenen Solo–Künstler – obwohl er auch mit „Sleepwalkers“ weit unter Gaslight Anthem–Niveau bleibt.

Erwartungen an 2019:
Leider keine Bruce Springsteen–Tour, hoffentlich eine von The National, definitiv Bon Iver live in Wiesbaden. Gute Basis.

Stageload Team 2018

 

Jannik Holdt:

2018 in einem Satz: Aufgrund der aktuellen Weltlage: Put a fucking bullet in my head. (Counterparts – Monuments)

Top 5 Alben/EPs:
1. Architects – Holy Hell
2. Sam Fender – Dead Boys–EP
3. Blackout Problems – KAOS
4. Underoath – Erase Me
5. Slowly Slowly – St. Leonards

Honorable Mentions:
Coarse – I
Ghost Key – See This Through
Leoniden – Again

Hits des Jahres:
Architects – The Seventh Circle
Counterparts – Monuments
Sam Fender – Dead Boys

Bestes Musikvideo:
While She Sleeps – ANTI-SOCIAL

Beste Konzerte:
Counterparts in Köln: Was eine Energie von Publikum und Band!
Cold World in Moers: Lange nicht mehr so viel Spaß auf einer Hardcore–Show gehabt!
Donots auf dem Green Juice–Festival: Einfach ein grundsympathischer Haufen mit der richtigen Einstellung, der es schafft, jedes Festivalpublikum zu vereinnahmen.

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
Kettcar – Ich vs. Wir. Bereits im letzten Jahr erschienen, aber erst in 2018 auf Dauerrrotation.

Größte Enttäuschung:
Das Alexisonfire–Konzert in Amsterdam wegen eines Bewerbungsgesprächs verpasst zu haben. (Und nein, ich habe den Job nicht bekommen.)
.

Erwartungen an 2019:
Vielleicht dann doch endlich mal Alexisonfire live sehen.

Sebastian Igel:

Top 5 Alben/EPs:
1. Architects – Holy Hell
2. Die Nerven – Fake
3. Tiny Moving Parts – Swell
4. Turnstile – Time & Space
5. Underoath – Erase Me

Honorable Mentions:
Leoniden – Again
Drangsal – Zores
Yellowknife – Retain

Hits des Jahres:
Counterparts – Monument
Architects – Modern Misery
City Light Thief – Infinity Loop

Beste Konzerte:
Alexisonfire, Melkweg Amsterdam: THE ONLY BAND EVER.
Tiny Moving Parts, Headcrash Hamburg: Fantastische Liveband, top Album.
Lygo, Badehaus Berlin: Verrückter Abend, repräsentativ für die ganze Tour.

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
Wiederentdeckung: PURE LOVE
Neuentdeckung: Muskets, Molly Burch & Sam Fender

Größte Enttäuschung:
Olli Schulz – Scheiß Leben, gut erzählt: Ich weiß, low hanging fruit, weil quasi jeder die Platte scheiße fand.

Touche Amore

Aaron-Corin Hane:

2018 in einem Satz: „Später denkst du gern an diese Zeit, deine Sternstunden der Bedeutungslosigkeit.“

Top 5 Alben/EPs:
1. Homewrecker – Hell Is Here Now
2. Turnstile – Time & Space
3. Sleep Party People – Lingering Pt. II
4. Tocotronic – Die Unendlichkeit
5. Architects – Holy Hell

Honorable Mentions:
Feine Sahne Fischfilet – Sturm & Dreck
Marsimoto – Verde
Idles – Joy As An Act Of Resistance

Hits des Jahres:
Frittenbude – Die Dunkelheit darf niemals siegen (feat. Jörkk Mechenbier)
Forest Swords – Crow
Dagger Threat – Coffin Nail

Bestes Musikvideo:
Stick To Your Guns – „The Reach For Me „Forgiveness of Self“

Beste Konzerte:
A Traitor Like Judas mit Myra, Wither @ B58, Braunschweig
Amenra mit Myrkur @ Uebel und Gefährlich, Hamburg
Turnstile mit Fury @ Hafenklang, Hamburg

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
El–P – Cancer 4 Cure

Größte Enttäuschung:
Parkway Drive – Reverence

Erwartungen an 2019:
Naja, dieses Jahr hat es ja nicht geklappt, vielleicht gibt es im nächsten Jahr endlich ein neues Gurr–Album.

Andre Wimmer:

2018 in einem Satz: Kaum Musik gehört, keine Konzerte besucht! Da geht mehr!

Top 5 Alben/EPs:
1. Deafheaven – Ordinary Corrupt Human Love
2. Organa – S/T
3. Birds In Row – We Already Lost The World
4. Turnstile – Time & Space
5. KEN mode – Loved

Honorable Mentions:
Cult Leader – A Patient Man
Wayste – The Flesh And Blood
Eisberg – Few Will Remain

Hits des Jahres:
Slipknot – All Out Life
Crystal Lake – AEON
Turnstile – Moon

Bestes Musikvideo:
Crystal Lake – AEON

Beste Konzerte:
Kein einziges besucht :/

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
KEN mode

Größte Enttäuschung:
Dass ich dieses Jahr auf keinem Konzert war. Was die Alben in diesem Jahr angeht: Joyce Manor.

Erwartungen an 2019:
Dass mehr Musik veröffentlich wird, die mir gefällt. Habe dieses Jahr schon sehr wenig gefunden um die TOP 5 zu erstellen.

Andreas Steiner:

2018 in einem Satz: Einfach mal machen.

Top 5 Alben/EPs:
1. Lygo – Schwerkraft
2. Rolo Tomassi – Time Will Die And Love Will Bury It
3. Birds In Row – We Already Lost The World
4. Deafheaven – Ordinary Corrupt Human Love
5. Svalbard – It’s Hard To Have Hope

Honorable Mentions:
havarii./NAECHTE – Tremor – Split EP
Mahlstrom – Maeander
Wire Love – Leave The Bones

Hits des Jahres:
Lygo – Lippen blau
Rolo Tomassi – Aftermath
Deafheaven – Near

Bestes Musikvideo:
Neat Mentals – Madhouse

Beste Konzerte:
Propagandhi, Iron Chic im Club Vaudeville, Lindau: Mehr Lieblingsmusik mit Gänsehautcharakter an einem Abend geht nicht.
Iron Maiden Messegelände, Freiburg: Großartige Set–List, großartiger Sänger, großartige Band.
Lygo, havarii. im JuHa West, Stuttgart: Zwei Bands, die zeigen, dass hohe Erwartungen durchaus übertroffen werden können.

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
neu: Lygo – Schwerkraft
wieder: Turbostaat – Stadt der Angst

Größte Enttäuschung:
Das Re–Release von „Ribbed“ hätten NOFX sich sparen können.

Erwartungen an 2019:
Hoffentlich grandiose neue Veröffentlichungen von Pascow und Slipknot – und dazu einige vielversprechende Konzerthighlights.

AntiFlag_Hamburg

Denise Frommeyer:

2018 in einem Satz: Last Night a Riesling saved my Life.

Top 5 Alben/EPs:
1. Marteria & Casper – 1982
2. AnnenMayKantereit – Schlagschatten
3. MGMT – Little Dark Age
4. Juse Ju – Shibuya Crossing
5. Arctic Monkeys – Tranquility Base Hotel & Casino

Honorable Mentions:
Madsen – Lichtjahre
Joris – Schrei es raus
Gorillaz – The Now Now

Hits des Jahres:
Marteria & Casper – Supernova
Kali Uchis & Tyler, the Creator – After the Storm
Fidlar – Can’t you see

Bestes Musikvideo:
Frittenbude – Süchtig

Beste Konzerte:
Wanda @ Schlachthof, Wiesbaden
Beatsteaks @ Jahrhunderthalle, Frankfurt
Kendrick Lamar & James Blake @ Festhalle, Frankfurt

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
Fidlar

Größte Enttäuschung:
Art Brut

Erwartungen an 2019:
Große Vorfreude auf das Konzertjahr (u.a. Rock am Ring, Marteria & Casper, AnnenMayKantereit, Frittenbude, The Streets) und die Alben von Dendemann, Fidlar, Frittenbude und Toro y moi!

Geraldine Hutt:

2018 in einem Satz: Ein Jahr voller Veränderung, spannende Herausforderungen und neu bei Stageload dazugekommen!

Top 5 Alben/EPs:
1. The Vaccines – Combat Sports
2. City Light Thief – Nothing is Simple
3. The Tidal Sleep – Be Kind
4. Razorlight – Olympus Sleeping
5. Black Out Problems – KAOS

Honorable Mentions:
A Tale Of Golden Keys – Shrimp
Wolf Alice – Visions Of A Life

Hits des Jahres:
„Your Love Is My Favourite Band“ von The Vaccines.

Bestes Musikvideo:
Ich bin ein Fan von Kim Franks Musikvideos (ehemaliger „Echt“–Sänger). Sein kürzlich erschienenes Werk „Hohes Fieber“ für Alli Neumann ist brillant umgesetzt worden. Insbesondere das Storytelling in seinen Videos gefällt mir sehr.

Beste Konzerte:
Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal The Tidal Sleep in Berlin gesehen. Der Sound und die Stimmung waren klasse! Ich konnte das Konzert richtig gut genießen.

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
Letztens durchstöberte ich meine Sammlung und habe erneut die alten Songs von Incubus gehört. Das Album „Light Grenades“ zählt zu meinen Lieblingen.

Größte Enttäuschung:
Das neue Album von Mumford & Sons…

Erwartungen an 2019:
Weiterhin für die Fans und Stageload tolle Konzerte in Berlin fotografieren und neue Film– und Fotoprojekte starten. Auch freue ich mich über mein kommendes Unipraktikum in der Musikbranche.

Hero Perduns:

2018 in einem Satz: Man hat die Auswirkungen der politischen Ereignisse auf die Musikszene deutlich gespürt und die darauffolgenden Reaktionen sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Top 5 Alben/EPs:
1. Spanish Love Songs – Schmaltz
2. Mantar – The Modern Art Of Setting Ablaze
3. Deafheaven – Ordinary Corrupt Human Love
4. Matula – Schwere
5. The Baboon Show – Radio Rebelde

Honorable Mentions:
Die Nerven – Fake
Immortal – Northern Chaos Gods
Drangsal – Zores

Hits des Jahres:
Spanish Love Songs – The Boy Considers His Haircut
Drangsal – Turmbau zu Babel
The Baboon Show – Radio Rebelde

Bestes Musikvideo:
Feine Sahne Fischfilet – Zuhause

Beste Konzerte:
Spanish Love Songs, Ducking Punches @ Hafenklang, Hamburg
Mantar, Skeletonwitch, Evil Invaders und Deathrite @ Markthalle, Hamburg
The Front Bottoms, The Smith Street Band @ Knust, Hamburg

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
Antimanifest – Punkrock auf Spuren von Muff Potter und Co.
Black Verb Records – Sehr cooles Underground Label für Postpunk/Wave

Größte Enttäuschung:
Die Platten von den Editors und Jack White fand ich eher enttäuschend.

Erwartungen an 2019:
Weitere Positionierungen gegen Rechts von Künstlern und der Gesellschaft im Allgemeinen.

Leoniden

Joschua Claaßen:

2018 in einem Satz: Hat musikalisch eher gemächlich angefangen, hat dann aber nochmal ordentlich die Kurve bekommen.

Top 5 Alben/EPs:
1. Architects – Holy Hell
2. Casey – Where I Go When I Am Sleeping
3. Bury Tomorrow – Black Flame
4. The Pariah – No Truth
5. The Story So Far – Proper Dose

Honorable Mentions:
Adam Angst – Neintology
Bleeding Through – Love Will Kill All
Trash Boat – Crown Shyness

Hits des Jahres:
Architects – Hereafter
Casey – Fluorescents
Ambleside – Blur

Bestes Musikvideo:
Ambleside – Blur

Beste Konzerte:
August Burns Red @ Palladium Köln: Auf Platte genial, live noch fünfmal besser.
Parkway Drive @ Graspop: Zwar gefällt mir persönlich der Style auf dem neuen Album nicht mehr so gut wie der ältere Output, aber die Australier befinden sich eindeutig auf dem Weg nach ganz oben. Daran hat die fantastische Show keine Zweifel gelassen!
Sum 41 @ Turbinenhalle Oberhausen: Pop–Punk in Perfektion eben.

Größte Enttäuschung:
Dass sich mit Casey leider eine der vielversprechendsten Bands der letzten Jahre auflöst. Gerade nach dem grandiosen „Where I Go When I Am Sleeping“ ist das umso schmerzlicher.

Lennart Sörnsen:

2018 in einem Satz: „Wäre, wäre, Fahrradkette.“ (Lothar Matthäus)

Top 5 Alben/EPs:
1. Spanish Love Songs – Schmaltz
2. Leoniden – Again
3. We Were Promised Jetpacks – The More I Sleep The Less I Dream
4. Pianos Become The Teeth – Wait For Love
5. AnnenMayKantereit – Schlagschatten

Honorable Mentions:
Muncie Girls – Fixed Ideals
Drangsal – Zorres
Xcerts – Hold on to your Heart

Hits des Jahres:
Xcerts – Daydream
Leoniden – Kids
Great News – Told

Bestes Musikvideo:
Childish Gambino – This Is America

Beste Konzerte:
Great News @ Prinzenbar, Reeperbahnfestival, Hamburg
Spanish Love Songs, Ducking Punches @ Glocksee, Hannover
Leoniden, I Love You Honey Bunny @ Musikzentrum, Hannover

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
Ich durfte beim sonst eher enttäuschenden Reeperbahnfestival in der Prinzenbar die mir bis dato unbekannten „Great News“ bestaunen. Ein mitreißendes Konzert, das viel Lust auf mehr macht. Das Debüt „Wonderfault“ solltet ihr dringend auschecken.

Erwartungen an 2018:
Ich hoffe auf ein neues Apologies, I Have None–Album und bin sicher, dass die Leoniden bald nicht mehr nur in Deutschland die Konzerthallen ausverkaufen.

Maik Seehöfer:

2018 in einem Satz: 2018 war für mich persönlich ein wichtiges und erfolgreiches Jahr!

Top 5 Alben/EPs:
1. Skegss – My Own Mess
2. Basement – Beside Myself
3. American Nightmare – American Nightmare
4. Candy – Good To Feel
5. Turnstile – Time & Space

Hits des Jahres:
Skegss – Up In The Clouds

Bestes Musikvideo:
Turnstile – Bomb / I Don’t Wanna Be Blind

Beste Konzerte:
Cold World @ Bollwerk, Moers – immer gut!
Trash Talk @ Kulttempel, Oberhausen – wenig los gewesen aber das Maximum rausgeholt!
Turnover @ Gleis 22, Münster

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
Birds In Row – We Already Lost The World

Größte Enttäuschung:
Ich habe keine wirkliche Enttäuschung dieses Jahr empfunden.

Erwartungen an 2019:
Hoffentlich ein neues Album von Title Fight und eine Show von Beach Slang in Deutschland oder angrenzenden Ländern.

No Warning

Manuel Lohschmidt:

2018 in einem Satz: Stageload ist der geilste Club der Welt!

Top 5 Alben/EPs:
1. Tides Denied – The Steps You Take
2. Line Of Sight – Dissent
3. Drug Control – Clear Sight
4. Berthold City – Moment Of Truth
5. True Love – The Pact

Honorable Mentions:
Empowerment – Bengalo
Blind Justice – No Matter The Cost
Ecostrike – Voice Of Strength

Hit des Jahres:
Berthold City – Moment Of Truth

Bestes Musikvideo:
Turnstile – Disco / Time + Space

Beste Konzerte:
Ruiner @ Hafenklang, Hamburg: Hell yeah!
Drug Control @ Hafenklang Hamburg: 12 Minuten nur auf die Fresse
Cold World @ Bollwerk 107, Moers: Da bedarf es keiner großen Worte

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
Snapcase – Designs For Automotion. Meine erste Hardcore–CD, die ich zum 11. Geburtstag bekommen habe (2002).

Größte Enttäuschung:
Geht raus an mich selbst – zu wenig Shows besucht dieses Jahr

Erwartungen an 2019:
Wie jedes Jahr; ein geiles Teamtreffen und viele gute Shows

Marcus Ulbrich:

2018 in einem Satz: Eine Berg– und Talfahrt in jeglicher Hinsicht.

Top 5 Alben/EPs:
1. Turnstile – Time & Space
2. The Plot In You – Dispose
3. Beartooth – Disease
4. Architects – Holy Hell
5. Fit For A King – Dark Skies

Hits des Jahres:
As I Lay Dying – My Own Grave
Feine Sahne Fischfilet – Alles auf Rausch
The Plot In You – Disposable Fix

Bestes Musikvideo:
While She Sleeps – Anti–Social

Beste Konzerte:
As I Lay Dying @ Köln
Stick To Your Guns @ Wiesbaden
Malevolence @ Weinheim

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
As I Lay Dying

Größte Enttäuschung:
Slipknot – All Out Life

Erwartungen an 2019:
Make Metalcore great again

Ralf Hoff:

2018 in einem Satz: Guten Tag, ich will mein Leben zurück.

Top 5 Alben/EPs:
1. Zeal & Ardor – Stranger Fruit
2. Isolation Berlin – Vergifte dich
3. Pabst – Chlorine
4. Tocotronic – Die Unendlichkeit
5. Editors – Violence

Honorable Mentions:
Thrice – Palms
Heisskalt – Idylle
Alkaline Trio – Is This Thing Cursed?

Hits des Jahres:
Young Fathers – In My View
Heisskalt – Bürgerliche Herkunft
Marmozets – Major System Error

Bestes Musikvideo:
Drangsal – Eine Geschichte/Und Du?

Beste Konzerte:
Mudhoney (Frankfurt): Dass ich diese Band noch sehen durfte, bevor sie wegstirbt, und dann auch noch vor der Haustür – uff. Auch wenn ich möglicherweise der Jüngste im Publikum war.
Marmozets (Wiesbaden): Konnten kaum fassen, dass so viele Menschen montagsabends für sie vor die Tür gehen. Flash auf beiden Seiten.
Editors (Maifeld Derby): Die Editors spielen live in ihrer eigenen Liga und sind immer wieder das ein oder andere Tränchen wert. Dazu noch die verhältnismäßig kompakte Maifeld–Bühne: großartig.

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
Wie auch immer sie sich kürzlich wieder in mein Bewusstsein gemogelt haben: Slut haben noch nie einen schlechten Song geschrieben.

Größte Enttäuschung:
Geheimtipp: Erwartungen möglichst gering halten, dann wird man nicht so fies enttäuscht.

Erwartungen an 2019:
Selber endlich wieder Musik machen und ansonsten hoffentlich grundsätzlich weniger Mist als 2018, auf allen Kanälen.

Sascha Schüler:

2018 in einem Satz: „They say what doesn’t kill you will just keep you alive.“

Top 5 Alben/EPs:
1. Deafheaven – Ordinary Corrupt Human Love
2. 揺らぎ – Still Dreaming, Still Deafening
3. Komusō – Luck will be on your side this week
4. Toe – Our Latest Number
5. Boygenius – Boygenius

Honorable Mentions:
Ovlov – TRU
Portrayal Of Guilt – Pain Will Be Your Guide
Gouge Away – Burnt Sugar

Hits des Jahres:
Emma Ruth Rundle – Dead Set Eyes
Gouge Away – Only Friend
Ovlov – The Best Of You

Bestes Musikvideo:
Kaum welche gesehen. I call: Nothing – Blue Line Baby

Beste Konzerte:
Persönlich konzertärmstes Jahr seit ich denken kann. Memorable: Letzter Tanz der Death of Youth–Buddies. Alles muss kaputt sein!

Neuentdeckung:
Phoebe Bridgers

Größte Enttäuschung:
Wer nichts erwartet wird nicht enttäuscht! Yay!

Erwartungen an 2019:
Wer nichts erwartet wird nicht enttäuscht! YAY! Aber im Ernst: Reiß dich mal zusammen, Welt. Vielleicht geh ich dann auch wieder häufiger auf Konzerte.

Tobias Luger:

2018 in einem Satz: Vorrundenaus ist besser als Deutschland

Top 5 Alben/EPs:
1. Møl – Lord
2. The Pariah – No truth
3. Southview – Make or break
4. Svalbard – It‘s hard to have hope
5. ZSK – Hallo Hoffnung

Honorable Mentions:
Envision – A world unseen
Roseview – The misery in me
Youth Fountain – Youth fountain

Hits des Jahres:
Ghost Key – Absence
Myra – Fck Vlk
Tiny Moving Parts – Warm hand splash

Beste Konzerte:
2x Traitor AD auf den A Traitor Like Judas Abschiedsshows – feels like 2006 again

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
Møl

Größte Enttäuschung:
Musikalisch: neues Underoath Album nach der Reunion
Generell: gefühlte 50% aller Menschen in den erste Welt Ländern haben politisch einen an der Waffel

Tobi van den Wildmannen:

2018 in einem Satz: Rechts vor Links sollte nur im Straßenverkehr gelten.

Top 5 Alben/EPs:
1. Sick of it all – Wake the sleeping dragon
2. ZSK – Hallo Hoffnung
3. Beartooth – Disease
4. Consumed – A decade of no
5. Satanic Surfers – Back from hell

Honorable Mentions:
Spanish Love Songs – Schmaltz
Useless ID – 7 Hits from hell
Empowerment – Bengalo

Hits des Jahres:
ZSK – Es müsste immer Musik da sein
Schmutzki – Mr. Dejot
Matze Rossi feat. Nora – Und jetzt Licht, bitte!!

Bestes Musikvideo:
Empowerment – Von Mensch zu Mensch

Beste Konzerte:
Spanish Love Songs in einem Kuhstall kurz nach der Grenze zu Österreich. Vor dem Konzert wurde noch schnell mit der Motorsense ein wenig die Optik aufgehübscht.
Authority Zero beim Punk Rock Holiday 1.8. Wahnsinn, diese Laune, diese Lust und diese geniale Interaktion mir den Fans.
Rock gegen Rechts in Trostberg (Volxverätzung, Cock Dylan, Folsom, Rainer von Vielen, Lischkapelle), weil es einen Tag vor der Landtagswahl in Bayern einfach nochmal zum Denken angeregt hat und so etwas von Haus aus wichtig ist.

Neu- oder Wiederentdeckung des Jahres:
Deutschpunk. Egal ob Muff Potter oder ZSK, Wizo oder Pascow. Die Vielfältigkeit, mit der deutschsprachige Punkmusik heute daher kommt, hat mich auch zurück zu den „alten“ Bands geführt und mich diese wiederentdecken lassen.

Größte Enttäuschung:
Zum Glück ist noch vor Weihnachten das neue Video von „The Offspring“ zum Song „We never have sex anymore“ erschienen, sonst hätte ich hier wieder politisch geantwortet.

Erwartungen an 2018:
Neue Pascow wird der Oberhammer. Neues Album von Nofx wird wie üblich, sehr gut. Muff Potter werde ich live feiern. Die neue Millencolin wird spannend. Und viel viel Musik, die es zu besprechen gilt, wird auch dabei sein. Hardcore still lives, Punk’s not dead und Deutschland muss sterben, damit wir leben können.

Stageload Team 2018

Autor Ines Kirchner
Wohnort Berlin
Beruf Project Manager
Dabei seit Juli 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Akkreditierungen, Organisatorisches, Reviews
Top-Alben u.a. Gallows - Grey Britain, Bon Iver - Bon Iver, The National - Trouble Will Find Me, Touché Amoré - Parting the sea...
Die besten Konzerterlebnisse u.a. Have Heart (2009, Köln), Gallows (2010, London), Basement (2012, London), Iron Chic, Ceremony, Trash Talk, Rise & Fall, Touché Amoré (divers)

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