Die besten Musikvideos – Oktober

Die besten Musikvideos – Oktober

In der zweiten Ausgabe der Musikvideo des Monats haben wir es mit gleich drei deutschsprachigen Bands bzw. Künstlern zu tun. Visuell könnten die Clips allerdings kaum unterschiedlicher sein. Von virtual reality, aufwändigem One-Shoot bis hin zu einem experimentellem Live-Clip zeigen die Beispiel einmal mehr, wie vielfältig das Medium Musikvideo sein kann.

Adam Angst – Blase aus Beton
Im Video zu „Blase aus Beton“ entführt Adam Angst die Zuschauer in die Welt der „Neintology“-Sekte. Die Teilnehmer müssen verschiedene Rituale über sich ergehen lassen und bekommen von den Bandmitgliedern gepflegt das Hirn gewaschen. In einem eindrucksvollen One-Shot führt das Video in drei Minuten durch das Hauptquartier der fiktiven Sekte. Der offensichtlich hohe Aufwand hat sich gelohnt. Anschnallen, bitte!

PeterLicht – Menschen
PeterLicht hat sich „abgemüht mit Menschen“ und taucht in diesem Video in virtuelle Realitäten ab. Er fliegt über die Stadt, ist in Kneipenschlägereien verwickelt oder schippert über das Meer. Dabei wird die Illusion immer wieder durch die Greenscreen-Aufnahmen gebrochen und der Produktionsprozess offenbart. Subtile Gesellschaftskritik, ein leichtfüßiger Song und ein visuelles Spannungsfeld zwischen fake und real – ein sehenswertes Gesamtkunstwerk.

AnnenMayKantereit – Weiße Wand
Den Jungs von AnnenMayKantereit wurde zum Release des vergangenen Albums „Alles Nix Konkretes“ oft vorgeworfen, sich politisch rauszuhalten, zu gefällig zu sein. Das Video „Weiße Wand“ überrascht somit gleich auf mehreren Ebenen. Visuell verabschieden sich AnnenMayKantereit vom Live-One-Shot-im Grünen ihrer vorherigen Videos. Experimentell verschwimmen Nahaufnahmen von Henning May mit den zu hörenden Instrumenten. Auch musikalisch verlassen sie ihren schnörkellosen Akustik-Sound in Richtung sphärischen, atmosphärischen Klängen. Als wäre das nicht schon genug Bewegung aus der Komfortzone, feuern die Kölner doch tatsächlich ihren ersten offensichtlich politischen Song ab. „Weiße Wand“ erzählt vom jungen, weißen Mann, der sich seinen geerbten Privilegien bewusst ist und sich gleichzeitig keine Ahnung hat, wie er die „Weiße Wand“ einreißen kann.

Autor Lennart Sörnsen
Wohnort Hannover
Beruf Referent Jugendschutz
Dabei seit Juli 2016
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Berichte
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