Die liebsten Weihnachtssongs der Stageload-Redaktion

Die liebsten Weihnachtssongs der Stageload-Redaktion

Im Zuge der Feiertage haben wir uns Gedanken gemacht und eine kleine aber feine Liste an Tracks zusammengetragen, die uns durch die Weihnachtszeit begleiten. Da jeder mit den Feiertagen etwas Anderes verbindet und gerade diese Zeit eine hoch emotionale ist, hat auch unsere Liste eine bunte Vielfalt zu bieten.

André Wimmer

Mit Weihnachten verbinde ich immer Tim Burtons „Nightmare Before Christmas“, um genau zu sein den Song „What’s This“. Ich kann mit Weihnachten überhaupt nicht viel anfangen und fühle mich teilweise genau so wie Jack es in dem Lied beschreibt. Deswegen ist es für mich auch ein kleiner Brauch, diesen Film in der Weihnachtszeit zu gucken.

Benjamin Fischer

Weihnachtslieder gehören in die Kirche. Von diesem ehernen Standpunkt werde ich mich nie verabschieden. Es kann schlicht nichts Erhabeneres geben, als ein (ausnahmsweise mal) vollgepacktes Kirchenschiff, das unter der allmächtigen Orgel mit feierlichster Innbrunst „Oh du Fröhliche“ donnert. Greise Stammgäste, kleine Kinder mit großen Augen und all jene, die Kirche eigentlich mit einem Buchstaben mehr versehen und mit ihr die sonntägliche Schwarzwälder krönen, Hand in Hand. Auch das ist Weihnachten –  keinem Pop-Song der Welt wohnt solcher Zauber inne. Erst recht keinem durch die E-Gitarre gedrehten Festtagsklassiker. Von eigens verfassten Schund-Kreationen ganz zu schweigen.

Nun findet Weihnachten aber ja nicht nur im Gotteshaus statt, sondern auch im heimischen, baumbewehrten Wohnzimmer. Mit der ganzen Familie vor dem prasselnden Kamin, irgendwann in einem wilden Haufen Geschenkpapier ertränkt, selig, wie das kleine Kind, als welches man einst auf das Christkind gewartet hat.

Für diese Stunden brauche ich keine Musik. Doch es gibt einen Song, in dem ihre Magie mitschwingt: „Blood Bank“ vom allseits (völlig zurecht) gefeierten Holzfäller-Posterboy Justin Vernon. Diesem Wunderwerk liegt eine unendlich-treibende Sehnsucht nach Heimat, nach Geborgenheit inne. Nach all dem, was Weihnachten Jahr um Jahr verspricht. Bis dann die letzte Orgelpfeife verklungen ist und das Warten einmal mehr ein Ende hat.

Leonie Wiethaup

Seit 2006 veröffentlichen The Killers jedes Jahr einen speziellen Weihnachtssong, meistens in Zusammenarbeit mit einem besonderen Gastsänger. 2014 haben sie im Zuge dessen „Joel, The Lump Of Coal (feat. Jimmy Kimmel)“ präsentiert. Musikalisch sehr eingängig und von Beginn an ein absoluter Ohrwurm. Textlich wird dagegen nicht am Kitsch gespart. Aber so muss das in der Weihnachtszeit ja auch sein. Oder?

Es war einmal ein Kohlestück, das am Nordpol lebte. Sein Name war Joel. Eines Tages nahm ihn der Weihnachtsmann mit auf seine Reise, um all den Kindern dieser Welt ihre verdienten Geschenke zu bringen. Auch Joel sollte ein Geschenk sein – allerdings war er nicht für ein braves, sondern für ein unartiges Kind gedacht, was ihn sehr unglücklich machte. Und auch der Junge war sehr traurig darüber.
Doch Joel hatte eine Idee, wie er den Schmerz und die Trauer des Jungen in etwas Besseres verwandeln konnte. Er sagte dem Jungen, er müsse ihn nur ganz doll drücken, dann würde es ihm schon besser gehen und er nicht mehr so traurig über sein Weihnachtsgeschenk sein. Und Joel sollte Recht behalten, denn der Junge drückte ihn so fest, dass sich Joel in einen Diamanten verwandelte.

„Joel, The Lump Of Coal“ handelt davon, dass man nicht immer zuerst an sich denken soll. Dass man die Probleme anderer nicht ignorieren, sondern für einander da sein sollte. Obwohl Joel selber sehr traurig über sein vom Weihnachtsmann auferlegten Schicksal war, wollte er dennoch immer nur das Beste für andere. Also opferte er sich und sein Leben, damit es sich der Junge nicht mit einem Kohlestück am Weihnachtsmorgen begnügen musste, sondern stattdessen das schönste Geschenk von allen bekam. Und das ist wahrscheinlich nicht einmal der Diamant, sondern vielmehr wahre Freundschaft und Liebe. Eben genau das, worum es an Weihnachten gehen sollte.

Ines Kirchner

Ich könnte jetzt einen auf cool machen und einen passenden #EmoChristmas-Song raussuchen, aber bleiben wir heute mal bei der schonungslosen Wahrheit: Ich LIEBE Weihnachten und die Adventszeit. Ich bin eine der Ersten, die sich gefüllte Lebkuchenherzen kauft, Rotweinkuchen backt, Glühwein trinkt und Weihnachtsmärkte abklappert. Allzeit bereit wartet meine Weihnachtsplaylist das ganze Jahr über, dass ich sie wieder auf meinen iPod packe (natürlich längst geschehen). Was sich darin findet?

Abgesehen von Blink 182s „I Won’t be Home for Christmas“ und der Arbor Christmas Collection vor allen Dingen die traditionellen Klassiker in verschiedensten Versionen. Ein bisschen Sinatra, ein bisschen Cosby. Sufjan Stevens trifft auf Michael Bublé und alle drei Christmas-Alben vom Glee Cast sind ebenfalls vertreten. Ja, die unsägliche Fox-Musical-Serie lebt auf meiner Festplatte munter weiter. Zu meinem Weihnachtsfavoriten mauserte sich in den letzten Jahren auch tatsächlich „Oh Holy Night“, gesungen von Glee-Darstellerin Lea Michele. Das liegt vermutlich vor allen daran, dass es von meinen anderen beiden Lieblingsweihnachtsliedern „Stille Nacht“ nicht DIE eine und „Oh du Fröhliche“ überhaupt eine vernünftige Version gibt.

Letzteres ist nämlich eigentlich mein all time favorite, Kollege Fischer stimmt mir hier zu. Aber das ist das Problem mit deutschsprachigen Liedern, nach denen in Amerika kein Hahn kräht: Es gibt einfach zu wenige gescheite Cover. Dann doch lieber „Oh Holy Night“. Ich weiß schon jetzt, dass ich damit das Kitsch-Ranking deutlich anführen werde. Aber wenn man an Weihnachten nicht dem Hang zum Dramatischen verfallen darf, wann dann?

Hero Perduns

Tatsächlich gibt es auch einige Menschen, die dem ganzen Weihnachtszirkus so gar nichts abgewinnen können und die die ganze Sache eher kritisch sehen. Wer dann auch nicht ganz humorbefreit und mit einem gewissen Sarkasmus gesegnet ist, für den haben NoFX wohl die Ideale Hymne für die Feiertage geschaffen.

„Xmas Has Been X’ed“ erzählt die untypische Geschichte an der Jesus nicht Weihnachten geboren wurde, sondern gar nicht erst existiert. Es wurde nämlich bewiesen, dass all das wir wussten reiner Schwachsinn ist. Demzufolge bleibt nichts mehr, wie es war und das heißt: Dieses Jahr nochmal Weihnachten zelebrieren, denn danach ist Ende. Keine Kirche mehr, keine Feiertage, keine Dogmen und vor allem nicht die wirtschaftliche Ausschlachtung der Feiertage.

Der Welt tut es mal ganz gut einen mehr oder weniger kritischen Titel zur Weihnachtszeit vor den Latz geknallt zu bekommen. Solche Songs sind mittlerweile genauso wichtig wie jedes traditionelles Weihnachtslied, denn selbst Punks müssen schließlich irgendwie durch die Weihnachtszeit kommen.

Da es sich hierbei um NoFX handelt, ist eine zu ernste Auslegung des Textes hinfällig. Dennoch ist der Unterhaltungswert doch recht hoch und bringt den ein oder anderen vielleicht mit einem Augenzwinkern in rebellische Weihnachtsstimmung.

Enno Küker

Ach, Weihnachten, das Fest der Besinnlosigkeit! Morgens erstmal beim Frühschoppen in der Dorfkneipe das Herz mit Hefeweizen wärmen, dann nach erstem Erbrechen unterm Baum den Rausch ausschlafen, später den Restalkohol mit dem reichlich fettigen Abendmahl aufsaugen. Zum Ausklingen und Einschlafen braucht’s dann nochmal einen starken Drink und einen ähnlich reumütigen Soundtrack dazu: „Holidays On Ice“ beziehungsweise „…Twice“ von den Emo-Rockern Ghost Thrower.

Sänger Travis Alexander: „Ich hoffe, die Minustemperaturen unseres Proberaums schwingen mit … Macht die Songs auf das Weihnachts-Mixtape für eure Ex-Freundin!“. Schön schräg und schwurbelig passt die Low-Budget-Produktion der New Yorker viel besser als jede Spotify-Playlist zu dieser biersinnlichen Zeit, in der wie alle Jahre wieder mal alle Zuhause sind und es sich im Elternhaus viel zu gemütlich machen, nur um dann vor lauter Nichtstun besoffen über Sein und Werden zu sinnieren. Schöner die melancholischen Noten in „Blue Christmas“, „On The Lonely Eve Of Another New Year“ oder „Baby It’s Cold Outside“ nie klangen!

Autor Hero Perduns
Wohnort Osnabrück
Beruf Student
Dabei seit Oktober 2015
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Top-Alben Morrissey - Viva Hate, The Libertines - Up The Bracket, Joy Division - Unknown Pleasures, Muff Potter - Bordsteinkantengeschichten, Adolar - Zu Den Takten Des Programms, Verse - From Anger And Rage, Have Heart - The Things We Carry
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