Exklusive Videopremiere: Modell Bianka – Eskapieren

Exklusive Videopremiere: Modell Bianka – Eskapieren

Wahrscheinlich geht es viel darum, dass wir vier Idioten sind, die gerne zusammen Musik machen und gerne zusammen Bier trinken. Und wir müssen es irgendwie rechtfertigen, dass wir gerne zusammen Bier trinken und wir auch mal in anderen Städten Bier trinken wollen – und mit der Musik lässt sich das gut kombinieren.

Modell Bianka gibt es gerade mal seit Beginn diesen Jahres, sie klingen aber, als würden sie bereits seit Jahren zusammen auf der Bühne stehen und Songs schreiben. Deutschsprachiger Post-Punk, intelligent geschrieben und mit Aussage. Wie „Idioten“ klingen die vier jungen Männer dabei allerdings nicht, sondern wie Menschen, die etwas zu sagen haben und denen bewusst ist, dass es in der eigenen Muttersprache oftmals nicht so einfach ist, sich glücklich auszudrücken.

Auf der Intensivstation wussten sie lange schon, wann er kommen würde, nach der Schlägerei.

Textlich ist die neue Modell Bianka-Single „Eskapieren“ komplett überspitzt – trifft den Nagel aber dennoch auf den Kopf. „Gewalt ist scheiße„, haben uns Sänger Niklas und Schlagzeuger Lukas simpel im Interview zu Protokoll gegeben. Konflikte könne man doch auch anders lösen. Wie, das zeigen sie im Video. Mögen die Spiele beginnen!

Wir freuen uns, euch heute exklusiv das Video zu „Eskapieren“ präsentieren zu dürfen!

Lest unten unser Interview mit Sänger Niklas Bäuerle und Schlagzeuger Lukas Beyer – über die Gründung von Modell Bianka, ihre musikalischen Anfänge und „Eskapieren“.

Gibt es einen speziellen Grund, warum ihr Modell Bianka Anfang des Jahres gegründet habt?

Niklas: Es geht wahrscheinlich viel darum, dass wir vier Idioten sind, die gerne zusammen Musik machen und gerne zusammen Bier trinken. Und wir müssen es irgendwie rechtfertigen, dass wir gerne zusammen Bier trinken und wir auch mal in anderen Städten Bier trinken wollen – und mit der Musik lässt sich das gut kombinieren.

Lukas: Primär machen wir aber alle wirklich gerne zusammen Musik. Wir sind alle Mitte 20 – jetzt können wir es machen, jetzt haben wir Bock. Wir sind Studenten, wir haben Zeit, können rumfahren, Konzerte spielen. Es passte einfach alles.

„Eskapieren“ klingt für mich nicht, als wäre es euer erster musikalischer Output. Habt ihr bereits in anderen Bands gespielt?

Lukas: Ganz viele ganz verschiedene Bands, ja. Ich war in der Schule bei den Schülerbands immer ganz vorne mit dabei. Wir hatten damals einen unfassbar coolen Hausmeister, Peter hieß der, der auch selber Gitarrist war, in einer Band gespielt hat und auch bei uns auf dem Abiball Musik gemacht hat. Meine erste Band war eine Schülerband, die er aus dem Boden gestampft hat.

Niklas: Unser Bassist hatte vor Modell Bianka eine kleine Bandpause. Als er mitbekommen hat, dass wir einen Bassisten suchen, war er aber direkt dabei. Simon und ich haben noch eine zweite Band, die aber nur nebenbei existiert und keine Traumverwirklichung ist.

Kommt „Eskapieren“ nur von „Eskapismus“ oder auch von „es kapieren“?

Niklas: Sowohl, als auch. Wir wollten einen minimalen Wortwitz mit einbringen und sind unglaublich schlecht darin, uns Songtitel auszudenken. Bei einem anderen Song von uns, „Midleidcrisis“ war das auch schon so. Vielleicht artet das irgendwann darin aus, dass, wenn wir ein Album veröffentlichen, wir die Songs einfach durchnummerieren. „Hey Lukas, spiel doch Track 13 nochmal!“ (lacht).

In welcher Situation ist „Eskapieren“ entstanden?

Niklas: Auf den Namen bezogen, in der Zeit, wo wir kapiert haben, dass wir eine Band sind und wir uns ernster mit unserer Musik und uns selbst auseinandersetzen müssen. Und dass wir uns auch mal fragen müssen, warum wir was wie und warum machen. Wir haben bisher alles selber und nur mit Hilfe von Freunden gemacht. Bei dem Video war es so, dass ein Kumpel Interesse hatte, ein Video zu drehen und zu schneiden, hat es aber vorher noch nie gemacht – wir haben ihn trotzdem zum Videomann ernannt.

Lukas: Der Song ist aber nicht aus irgendeiner Situation raus entstanden. Die Aussage ist, dass Gewalt einfach scheiße ist und man versuchen sollte, ihr aus dem Weg zu gehen – das gilt immer und ist nicht auf eine bestimmte Lebenssituation bezogen.

Habt ihr den Boxkampf im Video deswegen auch mit verschiedenen Gesellschaftsspielen dargestellt?

Lukas: Ganz genau! Ganz viel vom Inhalt ist in den Strophen total überspitzt. Wenn eine Handlung geschildert wird, bei deren Beschreibung man die Bilder wie etwas ausartet direkt im Kopf hat. Die Message im Song ist, dass es nicht dazu kommen soll, dass du einfach weggehen sollst. Renn weg, hau ab! Wenn die beiden Protagonisten am Anfang des Videos in den Ring steigen, erwartet man eigentlich, dass gleich einer eins auf die Nase bekommt. Wir fanden aber, es ist eine schöne Sache, wenn sie ihre Differenzen mit Gesellschaftsspielen klären. Die Auseinandersetzung miteinander ist zwar da, aber es geht eben auch völlig gewaltfrei. Man braucht so einen Scheiß nicht.


Modell Bianka – live:
28.10. – Bückeburg – Schraub-Bar (mit Bad Nenndorf Boys)
08.12. – Hannover – Monster Records IndoorGIG (mit Chin Up)
20.12. – Hildesheim – KuFa Löseke/Club VEB (mit Was Vergeht)

Website: www.modellbianka.deFacebook: www.facebook.com/ModellBianka

Foto: Jonas Völpel

Autor Leonie Wiethaup
Wohnort Nähe Münster
Beruf PR-Assistenz
Dabei seit Februar 2015
Deine Aufgabe bei Stageload Reviews, Interviews, News, Gewinnspiele
Top-Alben Apologies, I Have None - London; The Wonder Years - No Closer To Heaven; Cold Reading - Sojourner; Shoreline - You Used To Be A Safe Place; Twoonacouch - And I Left
Die besten Konzerterlebnisse Jimmy Eat World @ Skaters Palace, Münster, Frank Carter & The Rattlesnakes @ Dour Festival, The M-Pire Strikes Back-Festival 2016

Kommentare

  1 kommentar

  1. KIRA

    Mega geil!!!

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