Kurzreviews: April ’17

Kurzreviews: April ’17

Bask – Ramble Beyond
This Charming Man

Wabernder Postrock, sphärischer Psych-Rock und effektgeschwängerter Stoner-Rock -Bask fühlen sich hörbar wohl zwischen diesen Stühlen. Auf „Ramble Beyond“ weben sie einen so dichten Klangteppich, dass alles ziehen und zerren es nicht vermag, eine Lücke in diesen dichten Sound zu reißen. Langsam und stoisch oder kernig mit viel Rock im Hintern, die Jungs aus Asheville scheinen das im Schlaf zu beherrschen. Und das ist bei sechs Songs in 40 Minuten echt eine Hausnummer. FFO Golden Void und Gas Giant. (6/8) – Andreas SteinerVillages – Ill Ages
Pike Records

Kaum ein Jahr hat es gedauert, bis Villages nach ihrer Demo ihr Debüt in Form einer Langrille auf die heimischen Plattenteller zauberten. Die Band aus Dresden, die aus der Asche der formidablen Post-Rocker Lara Korona auferstanden ist, formt auf „Ill Ages“ Klanglandschaften aus akribisch arrangierten Gitarrenpassagen al a Joy Division oder Bauhaus und vermischt diese mit verträumten Synthesizern. Fast vierzig Minuten dauert das Spektakel, welches mal Instrumental, mal mit lyrischer Finesse daherkommt. Besonders die instrumentalen Songs, allen voran das beinahe achtminütige „Philadelphia“, erinnern einen klanglich an die Filme von David Lynch. Wer sich von Songlängen von bis zu siebeneinhalb Minuten also nicht abschrecken lässt, bekommt hier ein wundervolles Debütalbum aufgetischt, welches den perfekten Soundtrack für nebelige und verregnete Tage liefert. Eine Hommage an die 80er, die besser kaum hätte klingen können. (7/8) – Patrick Siegmann

Easy Money – Rules Of The Game
Beatdown Hardwear

Bitte nicht noch eine Beatdown-Band mag man sich denken. Doch Easy Money aus Arizona könnten in den nächsten Jahren zu einer der interessantesten und frischesten Bands auf diesem Feld werden. Auf der EP „Rules of the Game“ präsentiert die Band ihre eigene Mischung aus Beatdown-Hardcore, Slam- und Crossover-Metal. Durch ihren rauen Sound und ihr zackiges und grooviges Spiel, weiß die Platte den Hörer sofort mitzureißen.
Die Band schafft es ihren eingeschlagenen Pfad zu bewahren und doch so einige Male nach links und rechts zu schauen. Was jedoch nicht immer unbedingt die Musik bereichert. Doch durchdachter und etwas kreativer als noch „Midas Touch“ klingt man allemal. Das Reinhören in „Rules oft he Game“ lohnt sich so auf jeden Fall und wenn Easy Money die richtigen Schritte gehen, steht uns hier noch einiges bevor. (5/8) – Aaron Hane

Van Holzen – Anomalie
Warner

Düster, laut, brachial – das sind Van Holzen. Die drei noch arg jungen Mitglieder verstecken sich nicht, sondern stellen sich beinahe arrogant mitten ins Scheinwerferlicht – mit nöligem Gesang und laut aufgedrehter Gitarre und Bass. Müsste man unbedingt Vergleiche mit anderen Bands ziehen wollen, kämen da wohl am besten Heisskalt und FJØRT in Betracht. Doch trotzdem steht die Frage, ob der immense Hype um sie begründet ist, drohend im Raum. Vielleicht ist es eben doch vor allem das junge Alter des Trios, das die Aufmerksamkeit generiert. Denn wenn man ehrlich ist, haben sich schon etliche andere Bands ebenso raffiniert an verzerrten Gitarren und treibenden Drums versucht. Manche besser, manche schlechter – aber so neu, wie alle sagen, ist der Sound nun wirklich nicht. (5/8) – Leonie Wiethaup

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Definitiv vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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