Kurzreviews: Februar ’17

Kurzreviews: Februar ’17

Ecostrike – Time Is Now
Carry The Weight Records

Mit Bands wie Blistered, Drawing Last Breath, Day By Day oder Bind ist die Hardcore-Szene in Florida momentan bestens bedient. Dazu gesellen sich nun auch Ecostrike. Die Band spielt stark von den 90ern beeinflussten Hardcore, der teilweise an Earth Crisis oder Strife erinnert und gerne mal einen Blick hin zum Metalcore riskiert. Die fünf Songs auf der Debüt-EP „Time Is Now“ drehen sich ganz in der Tradition oben genannter Bands um Themen wie Veganismus, Nachhaltigkeit in der Umwelt oder das drogenfreie Leben. In diesem Sinne durchweg nichts Neues, was Ecostrike auftischen. Dennoch mehr als solide gespielt und produziert, was „Time Is Now“ zu einer der besten EP-Veröffentlichungen des noch jungen Jahres in Sachen Hardcore macht. Das lässt auf mehr hoffen! (6/8) – Patrick Siegmann

Droughts – Stay Behind
Skeletal Lightning

Bisher vor allem bekannt durch eine Split mit den Screamo-Pionieren William Bonney (Ex-Merchant Ships) legen Droughts aus Chicago ganze fünf Jahre später nun ihr Debütalbum hin. Für Fans von Touché Amoré und Frameworks beispielsweise ein sure shot, geht „Stay Behind“ für jeden, der auf schmissigen Post-Hardcore mit moderner Kante, rauen Gitarrenwänden und dominantem Bass steht, mindestens als Empfehlung durch. Hier gibt’s elf Songs voller emotionaler und musikalischer Zerre, die trotzdem mit erstaunlichem Drive daherkommen. Da darf man sich auch getrost mal fünf Jahre Zeit lassen. (5/8) – Sascha Schüler

Fufanu – Sports
One Little Indian

Aus dem noch immer mysteriösen Island, Heimat von unter anderem Sigur Rós und Björk, melden sich Fufanu mit ihrem inzwischen zweiten Album „Sports“ zurück. 2008 als Techno-Duo und unter der Flagge von Captain Fufanu gegründet, haben Hrafnkell Flóki Kaktus Einarsson und Guðlaugur „Gulli“ Einarsson (nein, nicht verwandt) inzwischen nicht nur ihren Namen gekürzt, sondern auch ihre Musik komplett umgekrempelt. Der Techno ist Wave und Post-Punk gewichen, abwechslungsreiche Synthies und monotone Vocals runden das Bild ab. In Zusammenarbeit mit Produzent Nick Zinner (Yeah Yeah Yeahs) ist neben den dunklen, gedrückten Songs aber auch etwas leichter Verdauliches entstanden: „Just Me“! Flott, laut, tranzbar. Einfacher zu konsumieren, dadurch aber nicht gleich langweilig, sondern das geheime Albumhighlight. Nichtsdestotrotz ist „Sports“ keine Musik für den Hintergrund, sondern einzig und allein für das aktive Hören gemacht. Doch wo gefordert wird, bekommt man hier auch einiges zurück! (6/8) – Leonie Wiethaup

The Phrasers – Run Run
unsigned

Nach der Gründung 2015 und einem knappen Dutzend gespielter Shows folgt nun endlich die Debüt-EP von The Phrasers, „Run Run“. Vier Songs, allesamt noch mit deutlichem Demo-Charakter, dadurch aber auch mit einem gewissen Wiedererkennungswert. Straighter, unperfekter female-fronted Punkrock, der langsam aber sicher die Schülerband-Attitüde hinter sich lässt. Das Highlight dabei: „Take Care“, für den sich das Gladbecker Quintett Unterstützung von Hansol Seung geholt hat, seines Zeichens Sänger der aufstrebenden Münsteraner Punkrock-Band Shoreline. Luft nach oben gibt es zwar gewiss auch hier, ein durchaus gutes Debüt ist „Run Run“ aber in jedem Fall! (5/8) – Leonie Wiethaup

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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