Kurzreviews: Juli ’17

Kurzreviews: Juli ’17

Miss May I – Shadows Inside
Sharptone Records

Seit 2009 haben Miss May I, das neue „Shadows Inside“ eingeschlossen, ganze 6 Studioalben veröffentlicht – Faulheit ist also schon mal nicht ihr Ding. Verstecken braucht sich „Shadows Inside“, das sich irgendwo zwischen Killswitch Engage, August Burns Red und For I Am King gemütlich macht, aber auch musikalisch nicht. Da wäre etwa das Riff-gewaltige „My Destruction“, das, in Manier des letzten Parkway Drive Albums, jedes Stadion mit seiner Erhabenheit zu beschallen vermag. Natürlich sitzen aber nicht nur die lauten, sondern auch die leiseren Töne. Als Paradebeispiel sei hier „Crawl“ genannt, das gekonnt einen Bogen um die gängigen Klischees schlägt und dafür mit einprägsamer Basslinie auftrumpft. Gerade dank dieser Vielseitigkeit kommt bis zum Schluss nicht die geringste Langeweile auf! (6/8) – Joshua Claaßen

Firewalker – s/t
Popwig Records

Firewalker gelten seit ihrer 2015er Demo als eine der Hoffnungen der us-amerikanischen Hardcore-Szene. Feministischer und aggressiver Hardcore-Punk mit einer Frontfrau, deren Stimme so unfaßbar fies klingt, dass sich daran schon wieder die Geister scheiden. Hier gibt es nur schwarz oder weiß: Entweder man mag Firewalker, oder man mag sie nicht. Die selbstbetitelte 12″ der Band, die kürzlich über das Label von Trapped Under Ice-Sänger Justice Tripp, Popwig Records, erschienen ist, fasst die vergangenen zwei Jahre der Bostoner Band zusammen: Die 5-Songs der Demo, zwei Songs vom Tour-Tape aus dem Sommer 2016 und drei neue Songs finden auf insgesamt knapp 13 Minuten Spielzeit Platz. Wer die Stimme von Sängerin Sophie mag, bekommt hier astreinen Hardcore der Marke Breakdown oder Agnostic Front geboten. Wer die Stimme allerdings nicht mag, wird hiermit wenig anfangen können. Anspieltipps: „Darken My Door“, „Sicker Than You“ (6/8) – Patrick Siegmann

Baio – Man of the World
Glassnote Records

Maximo Park trifft auf Hot Chip und The Rapture – so lässt sich die eingängige Musik von Christopher Baio wohl am besten beschreiben. Schnelle, treibende elektronische Beats mit viel Blasmusik und einer tollen Stimme, die mit einem charmanten britischen Akzent sehr an Paul Smith erinnert. Geht direkt in den Kopf und vor allem in die Beine. Gelungen! (6/8) – Denise Frommeyer

All Time Low – Last Young Renegade
Fueled By Ramen

Huch, was ist denn mit All Time Low passiert? Einst eine der präsentesten Pop-Punk-Bands, die die Vereinigten Staaten zu bieten hatten, scheinen sie sich nun anderer Musik widmen zu wollen. Poppig sind sie mit ihrem Alternative-Rock dabei zwar noch immer, doch bei Weitem nicht mehr so klebrig-süß wie noch vor wenigen Jahren – wobei die Wurzeln natürlich weiterhin gut erkennbar sind. „Nice2KnoU“ geht stark in ihre altbekannte Richtung, steht damit aber auch so ziemlich alleine da. Besonders „Life Of The Party“ und „Afterglow“ könnten nämlich auch von einer Band stammen, die Alternative mit Pop und Elektro verbinden möchte – ungefähr so, wie es auch Fall Out Boy seit Jahren machen. Ganz genau wie auch bei Stump, Wentz und Co. besteht auch bei All Time Low die große Gefahr, dass gerade alteingesessene Fans „Life Of The Party“ hassen werden. Vielleicht sogar das gesamte „Last Young Renegade“-Album. Überraschend wäre es nicht. Verdient allerdings auch nicht, denn selten hat eine bekannte „Pop-Punk“-Band so erfrischend modern geklungen. (5/8) – Leonie Wiethaup

The Ruby Suns – Sprite Fountain
Sell Out! Music

Atmosphärische, mitunter auch sehr kraftvolle Klänge bieten The Ruby Suns auf ihrem Album „Sprite Fountain“. Eingängig, manchmal etwas dissonant, vor allem aber sehr ungewöhnlich – das gilt für Stimme und Instrumente. Für Fans von Bands wie Tame Impala oder DIIV sicherlich ein Genuss. (5/8) – Denise Fromme

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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