Kurzreviews: März ’18

Kurzreviews: März ’18

Big Cheese – Aggravated Mopery
Quality Control Records

Großbritanniens Hardcore-Szene gehört zu den besten und produktivsten der Welt. Besonders Leeds ist mit Bands wie Higher Power, The Flex oder Broken Teeth ein wahres Mekka des Hardcore-Punk. Mit ihrer Debüt-7″ „Aggravated Mopery“ reihen sich Big Cheese zu den eben genannten Bands ein. Vom Namen darf man sich hier nämlich nicht täuschen lassen: „The loudest cheese in town“ serviert aggressiven Hardcore-Punk für Fans von Killing Time und The Icemen. Die Produktion ist dabei dermaßen roh, dass die EP so locker in einem verrauchten New Yorker-Keller in den frühen 80er hätte aufgenommen werden können. Fünf wunderbar ins Ohr gehende Songs für Fans der frühen New Yorker-Schule. (6/8) – Patrick Siegmann

Harakiri for the Sky – Arson
AOP Records

Den Black Metal erfinden Harakriri For The Sky auch mit ihrem vierten Album nicht. Große Melodiebögen, bissige Kälte und Überlänge Strukturen – die Österreicher entwickeln sich auf „Arson“ eher im Nanobereich weiter, das Niveau der Vorgänger wissen sie dabei zu halten. (5/8) – Manuel Stein

Harm’s Way – Posthuman
Metal Blade Records

Turnhose an, Muskeln geölt, „Posthuman“ aufgelegt. Harm‘s Way sind dabei zum Glück nicht so stumpf wie einige ihrer Kollegen und überzeugen mit cleverem Songwriting. Wer in-your-face-Musik sucht, wird mit dem Metal Blade-Debüt der Band aus Detroit fündig! (5/8) – Manuel Stein

Supercrush – I’ve Been Around b/w Brutal Honesty
Painter Man Records

Supercrush treiben bereits seit 2013 ihr Unwesen, glänzen aber durch stetige Abwesenheit: Die Band um den ehemaligen Go It Alone-Sänger Mark Palm hat es in inzwischen fünf Jahren Bandgeschichte gerade mal auf stolze sechs Songs und keine einzige Tour gebracht. Das kann aber glatt als Qualitätsmerkmal durchgehen: Auch die beiden neuen, auf einer 7″ veröffentlichten Songs „I’ve Been Around“ und „Brutal Honesty“ fangen den Spirit der frühen 90er in einem durchweg rockigen Gewand ein. Der perfekte Soundtrack für einen Sommerabend auf dem Skateboard, mit Bier in der Hand und guten Freunden um sich. Let’s fetz! (6/8) – Patrick Siegmann

Capitano – Hi!
Eat The Beat
Mit ihrer ersten Single „My Bad“ setzte die junge Band 2017 ihre erste beachtliche Duftmarke. Irgendwo zwischen Turbonegro und The Hives überzeugte das dazugehörige Musikvideo visuell und akustisch auf ganzer Linie. Leider kann das Debütalbum dieses Niveau nicht halten und verliert sich oftmals zu sehr in Flamenco- und Gypsy-Pop-Ausflügen. Diese Genre-Wechsel sind zwar relativ abwechslungsreich, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es „Hi“ an amtlichen Hits mangelt. (4/8) – Lennart Sörnsen

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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