Kurzreviews: Mai ’17

Kurzreviews: Mai ’17

Cry My Name – Reflections
Bastardized Recordings

Als neu im Geschäft kann man die Kieler Cry My Name wohl nicht mehr bezeichnen. Die Jungs von der Ostsee haben mit „Reflections“ ein zehn Song-starkes Album im Gepäck – der mittlerweile vierte Release. Geboten wird bodenständiger Metalcore ohne Hochglanzpolitur. Dafür geht es ganz klassisch mit metallastigen Strophen und rockigen Refrains, die teils an December Youth oder auch mal an More Than A Thousand erinnern, zur Sache. Weltbewegend ist „Reflections“ zwar nicht, ins Ohr geht die Platte aber durchaus erfolgreich. (5/8) – Joshua Claaßen

Foreseen – Grave Danger
20 Buck Spin

Nicht erst seit dem Power Trip mit „Nightmare Logic“ dem geneigten Hardcore-Hörer auch Thrash- und Crossover-Metal schmackhaft machen, ziehen auch Foreseen aus Finnland ihre Kreise durch die europäische und weltweite Szene. Mit „Grave Danger“ lädt bereits das zweite Album – begleitet von der zweiten US-Tour – der 2010 gegründeten Band zum Headbangen ein. Im Gegensatz zu Power Trip aber servieren Foreseen ihren musikalischen Output durchweg roher: Songs wie „Fearmonger“ oder „Suicide Bomber“ klingen, als kämen sie direkt aus den Kellern des New York der 80er Jahre in den Gehörgang geflogen – auch von der Produktion her, die durchaus an manchen Stellen hätte fetter sein können. Dennoch ist „Grave Danger“ ein Muss für jeden, der seit einigen Monaten fleißig zu Power Trip die Mähne schüttelt. (5/8) – Patrick Siegmann

Frozen Acid – s/t

Drei Jahre nach dem Release ihrer EP „Try To Fit“ melden sich die Punkrocker von Frozen Acid mit neuem Drummer und ihrer zweiten, nun selbstbetitelten EP zurück. Fünf Tracks, allesamt in Eigenregie aufgenommen und im bandtypischen Sound gehalten: Laut, roh, mitreißend. Raue Stimmen, über die man sich wundert, wie Menschen sie überhaupt zustande bringen können. Dazu akzentuierte Melodien und Sing-Alongs wohin das Auge (beziehungsweise Ohr) reicht. Dass diese Band nicht aus irgendeiner US-Vorstadt stammt, sondern das Sauerland sein Zuhause nennt, muss man sich da schon wirklich wieder ins Gedächtnis rufen. (6/8) – Leonie Wiethaup

Daisyhead – In Case You Missed It
No Sleep Records

Nach turbulenten Zeiten haben sich Daisyhead mit ihrem zweiten Album „In Case You Missed It“ zurückgemeldet – mit einer Mischung aus Alternative-Rock, Emo und Shoegaze. Zeitweise klingen Daisyhead als entstammten sie einer dunklen Ecke einer noch viel dunkleren Seele. Als seien sie ein chronisch-trauriger Mensch, der die Freude in der Welt sucht. Der versucht, endlich einmal glücklich zu sein. Starke Gitarren, preschende Drums und eine kraftvolle Stimme lassen dabei keinen Zweifel zu, dass der Protagonist dieses Vorhaben schaffen kann. Weniger spannend und anspruchsvoll macht diese Gewissheit „In Case You Missed It“ allerdings nicht – ganz im Gegenteil. (6/8) – Leonie Wiethaup

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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