Kurzreviews: November ’17

Kurzreviews: November ’17

Roam – Great Heights & Nosedives
Hopeless Records

Schon bei ihrem 2016er Album „Backbone“ haben ROAM ihren wachen Blick für die unterschiedlichsten Arten des Pop-Punk gezeigt und eine punktgenaue Kombination aus 90er und Moderne abgeliefert, die ihnen nicht nur in ihrer Heimat Erfolg bescherte. Mit ihrem neuen Streich „Great Heights & Nosedives“ dürfte das nun nicht anders vonstattengehen. Zackig, flott, auf Draht – ganz egal, wie man es beschreiben möchte, es passt. Mit viel, allerdings auch simpler Melodie fordern ROAM zum Tanzen auf und bieten dabei einen Ohrwurm nach dem anderen. Einziges Manko: Lediglich Pop-Punk-Fans werden bei „Great Heights & Nosedives“ Unterschiede in den Songs erkennen – für alle Anderen werden die elf Lieder kaum auseinanderzuhalten sein. Ein akustisches Highlight wie damals mit „Tracks“ gibt es mit „Curtain Call“ leider auch nur halb. Aber so direkt zu vergleichen, ist ohnehin unfair. (5/8) – Leonie Wiehtaup

36 Crazyfists – Lanterns
Spinefarm Records

Braucht es nach sieben LPs und zehn Jahren Bandgeschichte noch ein weiteres 36 Crazyfists Album? Nicht wirklich. „Lantern“ macht aber trotzdem Spaß. Auch 2017 möchte sich die Band aus Alaska nicht zwischen –core und –rock entscheiden und wechselt munter zwischen Metalriffs und eingängigen Hooks. Härtere Stücke wie „Better to Burn“ oder „Damaged Under Sun“ überzeugen dabei mehr als die drei neuen Balladen – beste Voraussetzungen für die Deutschlandtour Anfang nächsten Jahres. (5/8) – Ines Kirchner

Circa Survive – The Amulet
Hopeless Records

Nach einem einnehmenden Einstieg folgt eher Ernüchterung: Circa Survive haben ihre Formel gefunden und neu ist auf „The Amulet“ nur das Konzept, das sich lose durch die Songs zu ziehen scheint. Wirklich enttäuschen können Circa Survive allerdings nicht, dafür ist besagte Formel eben doch höhere Musik-Mathematik: Ihre emotionalen, atmosphärischen Klangwelten sind enorm ausgeklügelt und Anthony Greens markante Stimme erstaunlich wandelbar. (5/8) – Enno Küker

Worriers – Survival Pop
Side One Dummy

Gender is over – auch das zweite Album von Worriers reflektiert Geschlechterrollen, Androgynie und wie diese Themen das Privatleben von Sängerin Lauren Denitzio tangieren. „Survival Pop“ übezeugt dabei durch klare Songstrukturen und eine minimalistische Produktion. Stimmlich erinnern Worriers an die irischen Pop/Rock-Legenden Cranberries, das Songrwriting hingegen eher an Against Me! oder die Frühwerke von The Gaslight Anthem. Ganz unscheinbar haben sich dabei auch ein paar stabile Hits (z.B. „Future Me“) auf das Album gemogelt. (6/8) – Lennart Sörnsen

Beliefs – Habitat
Hand Drawn Dracula

Beliefs schicken mit „Habitat“ ein Werk über den großen Teich, bei dem so manchen das Herz aufgehen dürfte. Schließlich liefert das Duo aus Toronto einen Mix aus verträumtem Shoegaze, treibendem Post-Punk und dreckigem Industrial. Dies erzeugt für rund 40 Minuten einen Lebensraum, der den Zuhörer durch seine Vielfältigkeit zum Verweilen einlädt. Stets ist man hingerissen zwischen traumschwangeren Gitarren gepaart mit melancholischen Beats und kreischenden Sounds, die die Traumblase schonungslos platzen lassen. Ein Schmankerl für all die dunklen Gestalten die lieber in den nächsten Industriepark als in den sommerlichen Wald gehen. (6/8)– Aaron-Corin Hane

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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