Kurzreviews: Oktober ’14

Kurzreviews: Oktober ’14

Joyce Manor – Never Hungover Again
Epitaph Records

Auf ihrem inzwischen dritten Longplayer machen Joyce Major nicht viel anders als auf ihren vorherigen Veröffentlichungen und damit ziemlich viel richtig: Melancholischer Indie-Punk, der ohne große Arrangements und Spielereien auskommt. So ist „Never Hungover Again“ mit gerade mal 19 Minuten zwar für einen Langspieler relativ kurz gehalten, aber mehr Zeit brauchen Joyce Manor auch nicht, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. (6/8) – Patrick Siegmann

Maybeshewill – Fair Youth
Superball Records

Der vierte Longplayer des Quintetts aus Leicester katapultiert Maybeshewill in die Königsklasse des Post-Rock.
Auf „Fair Youth“ erwarten den Hörer absolut bezaubernde Klangwelten, die keinen Gesang benötigen um zu fesseln. Weniger Rock, dafür mehr Raffinesse machen „Fair Youth“ zu einem Musikerlebnis, das in jedem Lied neue Instrumente einbindet und somit der Eintönigkeit Einhalt gebietet. Garantiert ein Highlight des Genres in 2014, auch wenn „Fair Youth“ gegen Ende etwas nachlässt. Nichtsdestotrotz ist hier Gänsehaut vorprogrammiert. Reinhören! (5/8) – Andreas Steiner

Sleepwave – Broken Compass
Epitaph Records

In der Tradition seiner letzten Band Underoath sorgt Spencer Chamberlain bei Sleepwave für die spannendsten Momente: Brodelnde Elektroklänge treffen auf krachende Gitarrenriffs, Chamberlain kreuzt getragenen Gesang mit grollendem Geschrei. Viel zu oft wird diese organische Dynamik aber durch einen bemüht melodisch wirkenden Part unterbrochen – ansonsten starke Songs schippern Chamberlain und sein Buddy Stephan Bowman damit zielsicher auf die nächste Sandbank. Trotz dick drückender Soundverpackung ist „Broken Compass“ auf weite Strecken einfach zu flach. (4/8) – Enno Kueker
White Fields – Hell Within
Tired Kids Records

Melodisch, tiefgründig und emotional – diese Worte beschreiben White Fields‘ neue 5-Song EP “Hell Within“ wohl am besten. Melancholische Riffs mit wehmütigen Shouts ziehen einen tief in ihren Bann und lassen einen für knapp achtzehn Mitnuten alles um sich herum vergessen. Wer also auf melodisches Mindblowing á la The Carrier steht, ist mit “Hell Within“ für die kommenden Wintertage bestens ausgestattet. (6/8) – Manuel Lohschmidt
Survival – Forged In Iron
Powered Records

Survival schießen seit ihrer Demo wie eine Rakete in die Hardcore-Stratosphäre. Ihre neue Scheibe “Forged In Iron“ schießt durch so ziemlich jede Stratosphäre am Hardcore-Himmel: schnell, laut, moshig und back to roots. Survival schaffen es jedes mal, noch mal eine ordentliche Schippe obendrauf zu legen und bringen mit “Forged In Iron“ ihre wuchtigste Platte raus. Freunde langer Tracks waren die Jungs aus England noch nie, was aktuell mit sechs Songs und einer insgesamten Spiellänge von knapp acht Minuten wieder hervorragend deutlich wird. Bust! (6/8) – Manuel Lohschmidt

Texas In July – Blood Work
Rise Records

Texas in July liefern mit „Blood Work“ ein insgesamt durchwachsenes Zweitwerk ab, welches mit Songs wie „Nooses“ oder „Inner Demons“ zwar auf ganzer Linie punkten kann, aber meistens abwechslungsarm und unkreativ wirkt. Da helfen auch die vielen hochkarätigen Gäste, wie Miss May I-Frontmann Levi Benton nicht, um hier noch eine mehr als nur durchschnittliche Leistung herauszuholen. Das haben Bands wie August Burns Red schon vor Jahren deutlich besser gemacht. (4/8) – Patrick Siegmann

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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