Newcomer Special: Deutschland

Newcomer Special: Deutschland

Nachwuchs ist wichtig, auch in der Musik. Von Zeit zu Zeit lösen sich Bands aus diversen Gründen auf, da ist es unabdingbar, dass neue Acts hinterer kommen. Auch in Deutschland gibt es eine Reihe von ambitionierten jungen Bands, die Potential und Können haben, um in ein paar Jahren, vielleicht auch schon früher, auf vielen Bühnen zu stehen und gefeiert zu werden. An dieser Stelle wollen wir euch eine Hand voll Bands vorstellen, die auch mal selbst das Wort an sich reißen und sich vorstellen dürfen.

Coldburn

Herkunft: Leipzig
Genre: Hardcore
Für Fans von: Terror, Trappd Under Ice
Facebook: www.facebook.com/coldburnfuckyou

Wie ist euch die Idee gekommen, eine Band zu gründen?Jonas und Florus haben angefangen sich im Proberaum zu treffen und ein paar Songs zu schreiben. Alle anderen kamen nach und nach dazu. Wir kannten uns von Shows, alle waren schon Freunde oder wurden es dann. Schnell war klar, dass wir das ganze auf ein nächstes Level bringen wollten. Konzerte spielen und Songs recorden. Es war keine geplante Idee. Nur die logische Schlussfolgerung aus fünf Freunden die Hardcore lieben. Wir sind alle Kids die nicht viel reden sondern machen. Unserer Meinung nach leider zu einer Seltenheit geworden. Wir haben dann ein paar Freunde angehauen und spielten letztendlich unsere erste Show im November 09.Welche Einflüsse habt ihr? Welche Bands / Musiker haben euch geprägt?Klar man hört das immer wieder, aber es bringt jeder seine eigenen Einflüsse mit in die Band. Es gibt echt einige Bands die man da aufzählen könnte und man würde immer noch welche vergessen. Jonas liebt Pop Punk, Christian bringt immer wieder guten Hip Hop mit, Jo steht auf 90er Jahre Indierock und auch Metal inspiriert uns sehr. Doch am Ende leben wir alle für Hardcore. Das klingt vielleicht etwas Cliche behaftet aber damit sind wir aufgewachsen und damit können wir uns identifizieren. Um ein paar Bands zu nennen, bei denen wir uns sicherlich alle einig sind… No Warning, Terror, The Hope Conspiracy. Im Endeffekt ist es so, dass wir den Ideen freien Lauf lassen. Was uns überzeugt und wo wir dahinter stehen, findet auch Verwendung in unserer Musik.

Wie würdet ihr eure Musik mit eigenen Worten beschreiben?

Hardcore. 
Fuck all the haters and keep the faith.

Eure Pläne für die Zukunft? Was wollt ihr erreichen?Als nächstes steht am Ende des Jahres eine Tour mit AGITATOR aus Philadelphia an. Checkt die Jungs unbedingt aus und kommt zu den Shows. Wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr darauf. 
Weiterhin wollen wir im Frühjahr unseren neuen Longplayer recorden. Gerade läuft das Songwriting für die Platte, welche auf jeden Fall noch etwas direkter als unsere aktuelle 7’’ „Hybris“ wird. Bleibt gespannt und aufmerksam.
Wir sehen uns im kalten Winter.
Peace out to Risk It! & AYS
Checkt die neuen Releases von Gone To Waste, Final Prayer, Suffer Survive, Look My Way, World Eater.
Hardcore Lives!
Unsere Einschätzung von Colburn:Mit ihrer 7″ Hybris haben sich Coldburn meiner Meinung nach einen Weg geebnet, der ihnen eine erfolgreiche Zukunft sichert und beim Zuhörer eine enorme Lust auf mehr erschafft. Sie liefert eine düstere Abwechslung von moshigen aber auch melodischen Parts und ist inhaltlich mehr als tiefgreifend. – Aljoscha Napp

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Depths

Herkunft: Bielefeld
Genre: Crust / Dark-Hardcore
Für Fans von: Alpinist, Oathbreaker
Facebook: www.facebook.com/depthshc

Wie ist euch die Idee gekommen, eine Band zu gründen?Da Musik generell schon immer einen großen Teil unseres Lebens eingenommen hat, war für uns ganz klar, dass wir auch unsere eigenen Ideen umsetzten wollen.
Einige von uns haben schon vor DEPTHS zusammen Musik gemacht oder in anderen Bands gespielt und konnten somit Erfahrungen sammeln. Anfangs wollten wir alle etwas Neues ausprobieren und hatten Glück aufeinander zu treffen. Dadurch ist dann nach und nach das entstanden, was wir jetzt verfolgen.
Ein bestimmtes Ziel war nicht wirklich vorhanden, vielmehr wollten wir unsere Kreativität durch eigene Musik ausleben.
Welche Einflüsse habt ihr? Welche Bands / Musiker haben euch geprägt?Einflüsse sind unglaublich viele vorhanden und natürlich fallen die für jeden Einzelnen aus der Band verschieden aus. Das reicht von Hip-Hop über Indie bis zu Punk und Metal. Aber genau das ist es, was uns auch immer wieder inspiriert, da wir so unterschiedliche Ideen zu Songs verarbeiten können. Insgesamt können wir für uns aber sagen, dass es einige Bands gibt, die uns alle und vor allem unseren Stil am meisten geprägt haben. Da wären z.B. Converge, The Dillinger Escape Plan, Nails, Ceremony und Trap Them, aber auch Gruppen wie Isis.Wie würdet ihr eure Musik mit eigenen Worten beschreiben?Wir würden unseren Stil wahrscheinlich als von Metal beeinflussten Hardcore Punk bezeichnen, der gelegentlich chaotische, aber auch melodiöse und ruhige Passagen aufweist. Das in ein genaues Genre zu packen fällt uns schwer. Wir machen einfach das, was uns Spaß macht und wie man das Ganze dann im Endeffekt nennen will, spielt für uns keine Rolle.Eure Pläne für die Zukunft? Was wollt ihr erreichen?Unser Plan ist, in naher Zukunft so viele Shows wie möglich zu spielen, um Erfahrungen zu sammeln! Das gilt sowohl erstmal für Deutschland, als auch für das Ausland. Mittelfristig wollen wir auf jeden Fall unsere erste LP veröffentlichen, Songs dafür sind schon in Arbeit. Wir sind gespannt was uns noch erwartet!Unsere Einschätzung von Depths:Depths haben mit „Downriver“ eine starke erste EP irgendwo zwischen modernem Hardcore á la Modern Life Is War und düsteren Elementen á la Cursed vorgelegt, die nur in der Produktion zu wünschen übrig lässt. Eine gute Richtung haben die Bielefelder auf jeden Fall eingeschlagen und die Vier sollten diese beibehalten. Wenn das kommende Debütalbum die Qualitäten der EP beibehält und besser produziert ist, dann können Depths wohl auf ganzer Linie punkten. – Patrick Siegmann

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Acardius

Herkunft: Wegberg / Mönchengladbach
Genre: Hardcore
Für Fans von: The Carrier, Brutality Will Prevail
Facebook: www.facebook.com/AcardiusHC

Wie ist euch die Idee gekommen, eine Band zu gründen?Das ganze kann man wohl ganz gut damit begründen, dass man vorallem hier im eher ländlichen Bereich irgendwann etwas suchen muss, was man mit seiner Freizeit anfängt, jedenfalls wenn man produktiv sein will. Die Leuten um einen herum spielen in irgendwelchen Dorfvereinen Fußball oder treten einem Schützenverein bei, machen irgendeinen andere Sport oder hängen antriebslos rum, warten aufs Wochenende um ihr Taschengeld in Kneipen oder Diskos los zu werden. Wenn man sowas nicht machen will, sondern lieber frei und abgegrenzt von dieser Dorfmentalität tätig werden will, dann ist Kunst unserer Meinung nach der beste Weg, denn Kunst kann man überall machen und Vorschriften hat man auch keine, bei uns allen ist da dann wohl die Wahl auf die Musik gefallen. Auf Hardcore sind wir wohl aus dem Grund gekommen, dass es für uns das beste Sprachrohr war und ist unserer Unzufriedenheit Luft zu machen; die Kunst mit der wir uns abgrenzen wollen noch damit zu verstärken eine abgegrenzte Musikrichtung zu machen und noch dazu eine, die unsere Denke am besten vertritt und wo wir uns mit unserer Message gut einbringen können, einfach eine nachdenkliche Musikszene.Und natürlich weil uns Musik an sich wichtig ist, Hardcore uns gut gefällt und wir alle schon immer eher machen als stumpf konsumieren wollten.

Welche Einflüsse habt ihr? Welche Bands / Musiker haben euch geprägt?Ich denke wir können da alle keine genauen Künstler oder Bands benennen, wir haben da denke ich alle viele verschiedene und zum teil unterschiedliche Geschmäcker und was wir selber hören geht über Hardcore und Punk weit hinaus bis zu Indie, Noise, Singer-Songwriter, Grunge, Jazz, Sludge oder elektronischer Musik und außerdem beschränkt sich der Einfluss auch nicht nur auf Musik. Trotzdem gibt es natürlich nen recht gefestigten Sound, der zwar nicht unbedingt von bestimmten Bands geprägt ist, aber sich mit welchen vergleichen lässt.

Wie würdet ihr eure Musik mit eigenen Worten beschreiben?Wir wehren uns ein wenig gegen die Bezeichnung „modern hardcore“, weil wir dieses Musikschubladen-Denken etwas blöd finden, da das dazu führt dass es weniger Akzeptanz innerhalb eines Musik Genres für die verschiedenen persönlichen Stile der Bands gibt und sich der Hörer vielleicht von einer bestimmten Richtung abgrenzen möchte dabei kann einem viele gute Musik verloren gehen, manchmal hört man auch eine Band eines bestimmten Genres, mag sie nicht und meidet den Musikstil dann, obwohl es da eventuell Bands gibt die man durchaus mögen kann. Aber ums ein wenig zu beschreiben: Wir haben sowohl melodische, als auch etwas doomige und trashige parts in unsere Songs eingebracht und versuchen hin und wieder etwas experimenteller zu werden.

Eure Pläne für die Zukunft? Was wollt ihr erreichen?Machen, machen, machen. Spielen, spielen, spielen und dabei etwas rumkommen ist glaub ich das, was wir gerne machen wollen. Wir haben ja gerade erst unsere Demo rausgebracht und wollen damit erstmal Shows spielen und Leute dazu bewegen sich uns mal anzuhören, während dessen immer weiter Songs machen und natürlich wäre es auch schön auf kurz oder lang ein kleines Label für weitere Releases zu finden und dadurch noch mehr Leute mit unserer Musik zu erreichen. Wir haben uns auch nen Bus zugelegt und wären sofort dafür bereit Shows oder ne Tour zu spielen, haben leider nur noch nicht genug Kontakte gesammelt. Praktisch wünschen wir uns eigentlich nur die ganze Sache ab jetzt ins Rollen zu bringen.Unsere Einschätzung von Acardius:Acardius‘ erste DIY-EP hat es in sich. Melodischer Hardcore trifft auf moshige Passagen, düstere Verzweiflung mischt sich mit Wut. Die Jungs aus Mönchengladbach schaffen es stilsicher Härte, Melodie und Leidenschaft in den Songs zu verbinden. Auch live geht es ab diesem Herbst so richtig los mit diversen Konzerten in ganz Deutschland. – Jannik Holdt

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Willy Fog

Herkunft: Dortmund
Genre: Emo / Punk
Für Fans von: Adolar, Captain Planet
Facebook: www.facebook.com/Willyfogband

Wie ist euch die Idee gekommen, eine Band zu gründen?Die meisten von uns haben vorher in anderen Bandprojekten gespielt, die aber nicht mehr wirklich zufriedenstellend waren. Wir hatten Lust auf was Neues und daraus ist dann quasi Willy Fog entstanden. Zuerst nur so im Proberaum und dann ging‘s irgendwann auch „raus in die weite Welt“. Das war vor knapp zwei Jahren…


Welche Einflüsse habt ihr? Welche Bands / Musiker haben euch geprägt?Musikalisch bringt da jeder von uns unterschiedliche Einflüsse mit; das Spektrum an Lieblingsbands ist weit gestreut unter uns fünf.
Marcin: Mich haben ganz klar Funeral for a Friend mit dem „Casually Dressed & Deep In Conversation“-Album damals geprägt. Und die Get Up Kids mit „Four Minute Mile“. Danach begann es bei mir mit Jet Black mit deren LP in die etwas härtere Gegend.
Jonas: Eigentlich nur Muff Potter.
Philipp: Turbostaat, Deftones und Mogwai. Wegen der deutschen Texte, der Energie und der Atmosphäre.
Jules: Captain Planet, Fall of Efrafa und Rasta Knast.
Iffi: Ebenfalls Captain Planet. Und System Of A Down.
Ansonsten ist wohl der Alltag als solcher am ehesten als Einfluss zu nennen. (Vor allem auf die Texte.) Und Autobahnen und Spielplätze natürlich!



Wie würdet ihr eure Musik mit eigenen Worten beschreiben?Postpunk mit deutschen Texten und Geschrei trifft‘s vielleicht ganz gut?! Also schon irgendwie Punk, aber eben nicht immer nur die gleichen drei Akkorde. Mehr Melodie. Verspielter. Mehr Gefrickel. Zumindest versuchen wir das… Oder Emopunk? Aber das ist ja mittlerweile eher so‘n Unwort. Oder sogar ein Schimpfwort?! 
Irgendwer hat mal geschrieben Punkrock – mal mit Herz, mal mit Faust… Das kann man wohl so stehen lassen.Eure Pläne für die Zukunft? Was wollt ihr erreichen?Einer unserer größten Pläne war die Tour, die wir im September diesen Jahres zusammen mit Alles wegen Lilly gespielt haben. Sowas nochmal zu machen wäre natürlich schon stark…
Ansonsten würden wir uns noch ein Album auf Vinyl wünschen, woran wir gerade fleißig arbeiten. Und, dass es weiterhin läuft und auch in Zukunft gute Menschen zu unseren Konzerten kommen und mit uns Spaß haben.

Unsere Einschätzung von Willy Fog:Emo/Punk/Indiekram aus Deutschland boomt. Captain Planet sind omnipräsent, Mikrokosmos23, Adolar und Konsorten bringen starke Releases an den Start. Willy Fog punkten durch tolle Melodien, intelligente Texte und vor allem viel Herzblut. Eine Band, die unglaublich viel Spielfreude und Charme versprüht und der man auf jeden Fall mal sein Ohr leihen sollte. – Sascha Schüler

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

Kommentare

  1 kommentar

  1. alex_acardius

    wer möchte kann sich die gesamte acardius-demo hier über bandcamp anhören : http://acardius.bandcamp.com/

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