Beach Slang, Petal (02.02.16, Sputnikcafé, Münster; mit Bildergalerie)

Beach Slang, Petal (02.02.16, Sputnikcafé, Münster; mit Bildergalerie)

Hi, I’m Kiley and I usually do this with a band, but I left them in America.

Es war bereits 21 Uhr als die Frontfrau von Petal die kleine Bühne im Sputnikcafé in Münster betrat und sich dem Publikum vorstellte. Ganz allein stand sie da, die Mütze tief ins Gesicht gezogen und die Gitarre so groß als wollte sie sich hinter beidem verstecken. Doch wenn die charmante junge Frau eines ganz sicher nicht nötig hat, dann sich klein zu machen. Von Beginn an zog sie fast alle Anwesenden mit ihrer unperfekten, sopranartigen Stimme in den Bann. Allzu aufregend war es zwar nicht, was das Mädchen von nebenan da auf der Bühne veranstaltete, aber doch konnte man den Blick einfach nicht von ihr abwenden. Von einer solchen Präsenz und Ausstrahlung können die meisten Musiker wahrlich nur träumen.

Mit der geballten Ladung Emotion spielte sich die Dame durch das aktuelle Petal-Album „Shame“ und schlug mittendrin mit „When You Were Mine“ noch einen Bogen zu Prince. „I love Prince, he’s one of the most unterrated guitarists of our time! So let’s sing some Prince.“ Zum Abschluss – damit man wenigstens zwei Songs in Original-Version live zu hören bekam – wurde sie dann doch noch mit Drums und Bass unterstützt.

Beach Slang machten da weiter wo die Petal-Solistin aufgehört hatte: das Publikum in Full-Band-Formation voll für sich einnehmen. Kaum war das Quartett aus Philadelphia im Begriff, die Bühne zu betreten, da füllten sich auch schon schlagartig die letzten Lücken in den Reihen. Kein Wunder, immerhin hat die Band vor allem mit ihrem lang erwarteten Debütalbum „The Things We Do To Find People Who Feel Like Us“ einen beachtlichen Hype ausgelöst. Erwartet wurde ein Set voller Punkrock-Hymnen mit dezentem Emo-Hintergrund. Was man bekam waren vor allem Bilder von Musikern, die ihre Instrumente stimmten – eher weniger spannend. Immerhin wusste der Frontmann James Alex in den Zwangspausen zu unterhalten. Erst freute er sich wie ein kleines Kind an Weihnachten über die anscheinend größte Bierflasche, die er je zu Leeren das Vergnügen hatte, dann betrieb er munter Konversation mit dem Publikum – Knuddeleinheiten inklusive.

Eine gute Sache gab es an den vielen Stimmeinheiten aber natürlich doch: das Ergebnis. Musikalisch war das, was die Herren da zum Besten gaben, zwar nichts großartig Neues, aber dennoch keinesfalls zu verachten. Vor allem die spontane Aufforderung ans Publikum, einfach mal einen gitarrenlastigen Songs zu nennen und auf Kommando spielen zu lassen, kam trotz mangelndem Einfallsreichtum der Menschen vor der Bühne gut an. Letzten Endes verlängerte die Aktion die Show jedoch ganz offensichtlich noch mehr und ließ vor allem die Pendler alle paar Minuten auf die Uhr zu schauen. Vielleicht sollte man den Support bei der nächsten Show in der Woche einfach früher beginnen lassen.

Petal

Fotos: Julius Hecht

„Hi, I'm Kiley and I usually do this with a band, but I left them in America.“Es war bereits 21 Uhr als die Frontfrau von Petal die kleine Bühne im Sputnikcafé in Münster betrat und sich dem Publikum vorstellte. Ganz allein stand sie da, die Mütze tief ins Gesicht gezogen und die Gitarre so groß als wollte sie sich hinter beidem verstecken. Doch wenn die charmante junge Frau eines ganz sicher nicht nötig hat, dann sich klein zu machen. Von Beginn an zog sie fast alle Anwesenden mit ihrer unperfekten, sopranartigen Stimme in den Bann. Allzu aufregend war es zwar nicht, was das Mädchen von nebenan da auf der Bühne veranstaltete, aber doch konnte man den Blick einfach nicht von ihr abwenden. Von einer solchen Präsenz und Ausstrahlung können die meisten Musiker wahrlich nur träumen.Mit der geballten Ladung Emotion spielte sich die Dame durch das aktuelle Petal-Album „Shame“ und schlug mittendrin mit „When You Were Mine“ noch einen Bogen zu Prince. „I love Prince, he's one of the most unterrated guitarists of our time! So let's sing some Prince.“ Zum Abschluss – damit man wenigstens zwei Songs in Original-Version live zu hören bekam – wurde sie dann doch noch mit Drums und Bass unterstützt.Beach Slang machten da weiter wo die Petal-Solistin aufgehört hatte: das Publikum in Full-Band-Formation voll für sich einnehmen. Kaum war das Quartett aus Philadelphia im Begriff, die Bühne zu betreten, da füllten sich auch schon schlagartig die letzten Lücken in den Reihen. Kein Wunder, immerhin hat die Band vor allem mit ihrem lang erwarteten Debütalbum „The Things We Do To Find People Who Feel Like Us“ einen beachtlichen Hype ausgelöst. Erwartet wurde ein Set voller Punkrock-Hymnen mit dezentem Emo-Hintergrund. Was man bekam waren vor allem Bilder von Musikern, die ihre Instrumente stimmten – eher weniger spannend. Immerhin wusste der Frontmann James Alex in den Zwangspausen zu unterhalten. Erst freute er sich wie ein kleines Kind an Weihnachten über die anscheinend größte Bierflasche, die er je zu Leeren das Vergnügen hatte, dann betrieb er munter Konversation mit dem Publikum – Knuddeleinheiten inklusive.Eine gute Sache gab es an den vielen Stimmeinheiten aber natürlich doch: das Ergebnis. Musikalisch war das, was die Herren da zum Besten gaben, zwar nichts großartig Neues, aber dennoch keinesfalls zu verachten. Vor allem die spontane Aufforderung ans Publikum, einfach mal einen gitarrenlastigen Songs zu nennen und auf Kommando spielen zu lassen, kam trotz mangelndem Einfallsreichtum der Menschen vor der Bühne gut an. Letzten Endes verlängerte die Aktion die Show jedoch ganz offensichtlich noch mehr und ließ vor allem die Pendler alle paar Minuten auf die Uhr zu schauen. Vielleicht sollte man den Support bei der nächsten Show in der Woche einfach früher beginnen lassen.Petal

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