Bring Me The Horizon, PVRIS, Beartooth (20.11.15, Skaters Palace, Münster)

Bring Me The Horizon, PVRIS, Beartooth (20.11.15, Skaters Palace, Münster)

Von Oliver „Oli“ Sykes, Sänger und Frontmann der britischen Metalcore-/Post-Hardcore-Band Bring Me The Horizon, lässt sich guten Gewissens behaupten, sein Leben sei auch abseits der Musik das eines Rockstars. Wohin man blickt ausrastende Fangirls, dazu Skandale, Drogen und Schlagzeilen – das volle Programm. In den Club der 27er ist er trotz allem nicht eingegangen, ganz im Gegenteil. Am Tag der Show in Münster mit PVRIS und Beartooth durfte er seinen 29. Geburtstag feiern und als Geschenk dafür war der Skaters Palace trotz der frühen Abendstunden (Beginn war bereits um 19 Uhr) auch bis zum Bersten gefüllt.

Beartooth aus Columbus, Ohio, eröffneten und überzeugten durch ihren brachialen, harten Post-Hardcore nicht nur die tanzwütigen Geburtstagsgäste, sondern auch das Geburtstagskind selber. Im Hintergrund stehend, erblickte ihn aber kaum wer. So konnte Sykes sich in aller Seelenruhe anschauen, was seine Einheizer da trieben.

Bei PVRIS ließ sich Sykes dann nicht mehr blicken. Das machte jedoch nichts, denn die Menschen, die sich nun auf der Bühne die Ehre gaben, hatten jede Aufmerksamkeit verdient. Was das Genre angeht, stach die Alternative-Rock-Band an diesem Abend zwar ohne Frage heraus, durch die buntgemischte Fangemeinschaft des Headliners fanden sich dennoch viele Freunde der Band aus Massachusetts. Und selbst wenn es zu Beginn des Sets kaum welche gewesen wären, nach den ersten ein, zwei Songs hatte sich dies zweifellos geändert. Die Band um Sängerin Lyndsey Gunnulfsen machte ihrem Ruf als einer der erfolgreichsten, neuen amerikanischen Rock-Acts der letzten Monate alle Ehre und bewies, dass die vielen Musikmagazine ihr Debütalbum „White Noise“ nicht ohne Grund bis in den Himmel lobten.

Doch so schön die beiden Bands auch anzusehen und zuzuhören gewesen waren, BMTH wurden schon sehnlichst erwartet – sogar, obwohl die aktuelle Setlist der Briten im Vorfeld schon bekannt gegeben worden war. Was man jedoch noch nicht wissen konnte war, welch beeindruckende Show das Quintett abliefern sollten. Eine Wand aus Leuchtstäben hatten sie im Rücken, Hunderte Fans hatten sie vor sich. Und diese kredenzten Pits, die sich zeitweise über die gesamte Fläche der Venue zogen, strophenlange Sing-a-longs und ein spontanes Geburtstagsständchen an den BMTH-Frontmann mitinbegriffen. Krönender Abschluss war die allseits beliebte Konfettikanone, die jedoch keine bunten Papierfetzen ausspuckte, sondern schwarze. Man muss schließlich kredibil bleiben, auch am Geburtstag.

Fotos von der Show in Köln gibt es hier.

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