Comeback Kid, Bane, My Iron Lung, Client., Trey The Ruler (20.05.15, Sputnikhalle Münster)

Comeback Kid, Bane, My Iron Lung, Client., Trey The Ruler (20.05.15, Sputnikhalle Münster)

What kind of world are we where the hungry feed the starving, where the dying help the dead?„. Comeback Kid kamen nach Münster und das mit prominentem Support: Bane – nicht verkehrt. Aber damit war die Support-Liste noch lange nicht am Ende. So eröffnete den Abend ein junger Mann in kariertem Baumwollhemd und Cap, der sich als Trey The Ruler vorstellte und ja, Gedichte vortrug. Er sprach vom eigenen Selbst, davon, was die Hardcore-Szene für ihn ausmacht und wo er die Probleme in der heutigen Gesellschaft verortet. Alles in allem eine willkommene Abwechslung. Auch so kann eine Show starten.

Nach einer knappen Viertelstunde startete dann der musikalische Part und zwar mit Hannovers finest – Client. Allzu große Begeisterung löste das Quintett mit ihrem Emo/Grunge allerdings nicht aus. Hier und da ein paar mitnickende Köpfe und allerorts Anstandsapplaus. Das sollte sich im Laufe des Abends ändern, vor allem wurde es nun aber lauter – und zwar mit My Iron Lung, einer kalifornischen Hardcore-Band mit Leadgitarristin(!), die erst ihre zweite Deutschland-Tour spielen. Zu vermerken sei hier zunächst, dass sich die Amerikaner schon beim ersten Song mehr bewegten, als es Client während ihres gesamten Sets getan hatten. Das Publikum blieb allerdings beim alten Schema: rumstehen, den Kopf senkrecht hin-und her- und die Hände am Ende zueinanderbewegen. Gastfreundschaft wird anders definiert, zumal die Songs auch überhaupt keinen Anlass zur Untätigkeit gaben. Doch da Bane wohl inoffiziell eher mehr als Co-Headliner und nicht nur als Support galten, konnte es doch eigentlich nur besser werden – oder?

Die Antwort: ja, definitiv! Der Pit tat sich schon ganz zu Beginn auf und Wände wie Boden begannen zu vibrieren – ein angemessener (vorletzter) Abschied, zweifellos! Es wurde getanzt, gefeiert und mitgesungen; die Mikros wurden zeitweise mehr im Publikum herumgereicht, als dass sie auf der Bühne zu sehen waren. Nur die ersten Stagedivingversuche sahen nicht allzu gut aus. Doch dafür machten zum ersten Mal des Abends alle Anwesenden mit – wenn sich rhythmisches Klatschen als Mitmachen bezeichnen lässt. Die Atmosphäre war aber zumindest schon besser als zuvor.

Bei Comeback Kid wurde es dann aber noch intensiver. Kein Wunder, wenn doch von der Bühne gleich zu Setbeginn „feel this shit, poke with me“ ertönt. Eine bessere – obwohl absolut unnötige – Einladung für einen Pit kann es kaum geben. Doch diese Aufforderung stellte zugleich die perfekte Zusammenfassung der letzten Stunde dar. Für ein knappes Drittel des Publikums jedenfalls. Denn obwohl vor der Bühne kräftig gefeiert und mitgegrölt wurde, ging es in den hinteren Bereichen ziemlich ruhig zu, fast schon entspannt – für eine Hardcore-Show definitiv unpassend. Aber vielleicht lag es ja auch daran, dass am nächsten Tag alle arbeiten und dementsprechend früh aufstehen mussten.

Kommentare

  2 kommentare

  1. Lukas Nienhoff

    Tach!
    Ich zähle mich einfach mal zu dem drittel, das ordentlich gas gegeben hat…
    Meine frage: werden noch bilder von der show hochgeladen?
    Beste grüße

  2. Benjamin Fischer

    Von uns war leider kein Fotograf vor Ort – sorry!

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