Converge, Rise And Fall, Oathbreaker & Birds In Row

Converge, Rise And Fall, Oathbreaker & Birds In Row

In der Niedersächsischen Landeshauptstadt ist diesen Sommer einiges los und hochkarätige Bands geben sich die Klinke in die Hand: This Is Hell, Trash Talk, Pianos Become The Teeth, Landscapes, Terror und wer diesen Sommer nicht alles schon da war oder noch kommen wird. Am vergangenen Samstag, dem 4. August, stieg nun wohl das Konzert des Jahres im Chez Heinz: Mit Converge, Rise And Fall, Oathbreaker und Birds In Row hat man vier grandiose Bands an einem Abend zu bestaunen gehabt. Blood, sweat und tears waren also garantiert. Gut, erstes und letzteres hoffentlich nicht, aber Schweiß auf jeden Fall, immerhin herrschten draußen auch schwüle 27 Grad und das nächste Gewitter stand vor der Tür, drinnen wie draußen.

Als Birds In Row aus Frankreich, seit erst bei Deathwish Inc., ihren ersten Song anspielten, war das Chez Heinz gut gefüllt. Das Trio spielte an diesem Abend überwiegend Songs ihres kommenden Debütalbums „You, Me And The Violence“, die im Gegensatz zu den älteren Songs teilweise deutlich schneller, aber auch, wie das abschließende Stück, sehr atmosphärisch sind. So gut die Bühnenpräsenz von Birds In Row auch sein mag, irgendwie hat mich das Set nicht wirklich überzeugt. Zwar wirkte es in sich sehr homogen, aber die neuen Songs haben doch vielleicht etwas zu überwogen. Aber mal sehen, wie das Album, welches wohl im Herbst erscheint, am Ende so sein wird. Die neuen Songs jedenfalls machten, wenn sie auch noch ungewohnt für die waren, die die Band schon live erlebt hatten, Lust auf mehr. Oathbreaker spielten ebenso wie auch Birds in Row vor einem knapp halb gefülltem Saal. Nichtsdestotrotz war es vor der Bühne richtig eng, was für ordentlich Schweiß gesorgt hat, der durch das schon beim ersten Song „Origin“ ausbrechende Headbanging aber etwas weggeblasen wurde. Oathbreaker legten eine routinierte Performance hin, kamen aufgrund der sehr Death Metal-ähnlichen Vocals von Sängerin Caro aber nicht bei jedem an. Dennoch wurden auch Oathbreaker vom Publikum mit einem lauten Applaus verabschiedet, nachdem die Band bis auf zwei Ausnahmen nur Songs von ihrer LP „Maelstroem“ gespielt hatte.
Oathbreakers Landsmänner von Rise And Fall füllten den Saal schon deutlich mehr und besonders vor der Bühne ging es bei der Band aus Ghent ordentlich zur Sache: Stagedives, Side-To-Sides, alles war dabei, was zu einer schweißtreibenden Show gehört. Schade war es da, dass die Band kaum ältere Songs gespielt hat. Bis auf „Into Oblivion“, „Forked Tounges“ und „Harm‘s Way“ hat es kein älterer Song auf die Setlist der Belgier geschafft. So überwog das aktuelle Album „Faith“, was aber auch nicht schlecht war, denn die neuen Songs von Rise And Fall haben auch ordentlich Kraft. Besonders der abschließende Titeltrack eben jener Platte hat es wahrlich in sich, was nicht nur an den knapp sechs Minuten Länge liegt. Wer vor der Bühne stand, verließ schweißgebadet nach Rise And Fall den Raum, um für Converge noch einmal ordentlich Luft zu Schnappen.

Bei Converge war das Chez Heinz dann gefüllt, wie ich es in der letzten Zeit selten erlebt hatte. Selbst als im vergangenen Sommer Ceremony, Polar Bear Club und Man Overbaord dort gespielt hatten, war der Saal nicht bis in die letzte Ecke besetzt, wie es eben an diesem Abend der Fall war. Converge ziehen also gewaltig, auch in Hannover. Aber was will man auch erwarten? Seit fast zwei Jahrzehnten zählt die Band zu den Vorreitern in der Hardcore- und Metalszene und diesem Ruf wurden sie auch an diesem Abend gerecht. Neben vielen Stücken des letzten Longplayers „Axe To Fall“ gab es auch zwei neue Songs zu hören sowie als Zugabe natürlich „Homewrecker“ und „Concubine“, wie sollte es auch anders sein? Einziger Minuspunkt war wohl, dass Jacob Bannon fast nach jedem Song darauf hingewiesen hat, dass man im Oktober ein neues Album herausbringt und wie schön es doch ist, dass nach all den Jahren noch immer so viele Leute auf die Konzerte seiner Band kommen. Tja Jacob, wenn man solch gute Musik macht und live nach all den Jahren noch solche Energie hat, dann ist das ja wohl zu erwarten.
Gegen 0 Uhr war nach knapp vier Stunden dieser wohl schweißtreibendste Abend des Jahres zu Ende und Hannover hat einmal mehr bewiesen, dass hier ordentlich was los ist.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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