Groezrock 2010

Groezrock 2010

Groezrock 2010

24.04.2010 GROEZROCK in Meerhout, Belgien
Das zweitägige Groezrock-Festival, das jedes Jahr im kleinen belgischen Ort Meerhout stattfindet, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Fand das erste Festival 1992 noch mit 400 Besuchern statt, waren es 2009 über beide Tage verteilt schon 32.000. Auch im Jahr 2010 konnten die Veranstalter den Besuchern ein hervorragendes Bandpaket anbieten. Neben Genregrößen wie Sum 41, Bad Religion oder auch Pennywise, gab es so ziemlich für jeden Geschmack im Bereich Hardcore und Punkrock etwas zu sehen.

Auf Grund des Flugverbots konnten einige Bands nicht anreisen, unter anderem Hatebreed, die Headliner auf der Mainstage am Freitag gewesen wären, dann aber spontan durch Caliban ersetzt wurden. Nach einer problemlosen Anreise am Samstag Morgen und 10 Minuten Fußweg erreichte man das Festivalgelände. Pünktlich um 9:30 Uhr öffnete sich der Eingang. Neben der Mainstage gab es noch die Eastpak-Bühne, sowie das etwas kleinere Etnies-Zelt. Die erste Band des Tages war 50 Lions. Zwar durch eine Absperrung vom Publikum getrennt aber trotzdem sehr gut aufgelegt legte die Band gut los. Das Eastpak-Zelt war gut gefüllt und der Moshpit und diverse Stagedives ließen nicht lange auf sich warten. Die Jungs sind im Moment als Support von Parkway Drive in Deutschland unterwegs. Klasse Hardcore, den man sich auf jeden Fall mal anhören sollte. Zweite Band des Tages waren dann Defeater. Das Etnies-Zelt punktete vorallem durch eine frei zugängliche Bühne, ohne Absperrung, Securities etc. Das Ganze war wie gemacht für Defeater. Die Band eröffnetet ihr Set mit dem ersten Song von ihrer EP „The Red, White and Blues“. Ab der ersten Sekunde eine unglaublich intensive Show. Der Sänger bedankte sich mehrmals beim Publikum und war am Ende des Auftritts sichtlich gerührt von der tollen Stimmung. Die Zugabe konnte dann aber auf Grund eines Stromausfalls nur halb gespielt werden.
An der Macbeth-Bühne, eine kleine Stage für Nachwuchsbands aus der Umgebung konnte man danach der Band „Antillectual“ lauschen. Toller Punkrock, gespielt von engagierten Musikern. Von der Reunion von 88 Finger Louie bzw. ihrem Auftritt war ich doch enttäuscht. Der Sound war nicht der Beste, aber auch so wirkte der Auftritt etwas langweilig und belanglos. Nicht wirklich das wahre. Gegen 19 Uhr füllte sich das Zelt der Mainstage, denn Sum 41 waren als nächstes an der Reihe. Opener war „The Hell Song“. Die Band um Frontmann Deryck Whibley hatte richtig Spaß bei ihrem Auftritt. Zwar war redete Whibley ein bisschen sehr viel zwischen den Liedern und Sum 41 spielte mehr Liedübergänge als wirkliche Songs, aber es war trotzdem cool die Punkrockhelden seiner Jugend mal live erlebt zu haben. Zum Schluss gab es dann noch mit „Still Waiting“ und „Fat Lip“ die zwei größten Hits der Band zu hören.
Der Abend im Etnies-Zelt stand wohl unter dem Motto: Positive Hardcore. Mit Good Clean Fun und H2O hatten es die Veranstalter geschafft die aktuell wohl bekannsten Hardcorebands nach Belgien zu holen. Da es keine Wellenbrecher gab hatte man so die Chance die Bands quasi in Clubatmosphäre zu sehen. Die äußerst sympathischen Good Clean Fun machten eine super Show inklusive Circle Pit am Schluss und die Frage eines Zuschauers „How you had become so fat?“ beantwortete der GCF-Sänger souverän mit „Why Are You So Ugly?“. Insgesamt eine tolle, fast schon familiäre Stimmung während des ganzen Auftritts. Aber das ganze sollte noch durch H2O getoppt werden.
Das Etnies-Zelt war komplett überfüllt und ab der ersten Sekunde gab es kein Halten mehr. Unzählige Stagedives, ein Toby Morse der über die Bühne wirbelte und gleich eine doppelte Ausführung von „Nothing To Prove“. Besser geht´s nicht! Neben Songs vom neuesten Album gab es dann auch Klassiker wie „Guilty By Association“ oder ein „War Pigs“ Cover von Black Sabbath. Als dann das Bassintro von „What Happened?“ erklang gab es im Publikum kein Halten mehr und die Bühne wurde kurzerhand gestürmt. Laut einem späteren Twitter-Eintrag vom H2O-Sänger war das Konzert das beste, was H2O je in Europa hatten, ich glaube es ihm.
Auch im nächsten Jahr werden die Veranstalter wieder ein geiles Lineup zusammenstellen, davon bin ich überzeugt. Die eineinhalb Stunden Fahrt rüber nach Belgien sind eine gut investierte Zeit.

Autor Jannik Holdt
Wohnort Mönchengladbach
Beruf Student
Dabei seit 2008
Deine Aufgabe bei Stageload Fotos, Präsentationen, Gewinnspiele
Top-Alben Have Heart - The Things We Carry / The Chariot - Long Live / Rise Against - Siren Song Of The Counter Culture / Another Breath - Mill City
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