KMPFSPRT, Lyvten (05.05., YUCA, Köln; mit Bildergalerie)

KMPFSPRT, Lyvten (05.05., YUCA, Köln; mit Bildergalerie)

Was verursachte das neue KMPFSPRT-Album „Intervention“ nur für ein Durcheinander in der hiesigen Szene. Die einen lobten es über den grünen Klee, die anderen meinten, man müsse es wirken lassen, ihm Zeit geben wie einem guten Wein. Andere fanden es vor allem wegen der gänzlich anderen Produktion schon ein bisschen grausam – so unterschiedlich können Geschmäcker sein. Dennoch haben die Herren mit „Ich hör’die Single nicht“ Recht behalten, denn: KMPFSPRT sind in den Charts! In den Top 100 der Album-Charts geistert „Intervention“ nun herum, irgendwo zwischen Joris und Adele, Wolfgang Petry, dem Soundtrack zu „Frozen“ und den werten Echo-Gewinnern aus Südtirol.

Im Stageload-Interview am Abend ihrer Record Release-Show im Kölner YUCA machen sich Bassist Dennis und Gitarrist David noch lustig darüber, erzählen, „Intervention“ wäre nun genau zwischen Revolverheld und Frei.Wild. Eine eigenartige Nische. Dennoch verwundert es nicht, dass die im Gegensatz zu den Vorgänger-Veröffentlichungen saubere Produktion und der Label-Wechsel neben Furore auch für hohe Verkaufszahlen gesorgt haben – oder dass das erste Konzert seit etwa einem halben Jahr kurz vor Beginn ausverkauft war. Könnte allerdings auch daran gelegen haben, dass die Release-Tour generell nur fünf Shows umfasst.

Eingeläutet wurde sie zu Hause im Kölner YUCA mit der Züricher Indie-/Post-Punk-/Punkrock-Band Lyvten als einzigen Support, die trotz herrlichstem Wetter, einer Terrasse und einem Spielplatz draußen das Publikum nach drinnen lockte. Unter diesem waren übrigens auch halb FJØRT, Adam Angst und der ehemalige KMPFSPRT-Drummer Max Schreiber. Dennoch und trotz spätem Beginn um 21 Uhr ging es bei den Schweizern eher verhalten zu. Kamen Lyvten auf der kleinen Bühne während der etwa 30 Minuten verständlicherweise schnell ins Schwitzen, wurde ihre durchaus mehr als nur solide Show von den meisten lediglich abgenickt. Einfach hat man es dieser Tage als KMPFSPRT-Unterstützung wohl nicht.

Im Gespräch mit Stageload hatten KMPFSPRT vorab eingestanden, schon ein wenig nervös zu sein. Als das Quartett die Bühne betrat, war davon allerdings nichts spüren! Und auch die Angst, dass großartige alte Songs wegen der neuen von „Intervention“ weichen mussten, war unbegründet – das Set wurde einfach auf eine knappe Stunde verlängert. „Musikdienstverweigerer“ sollte nicht für „Antithese“ Platz machen, beide sollten gespielt werden. Genauso durfte das Liebeslied an Bier, „Atheist“, nicht durch „Lichter“ oder „2014 24/07“ ersetzt werden.

Die Erkenntnis, dass KMPFSPRT aber doch noch immer KMPFSPRT sind und wie viel eine andere Produktion doch ausmachen kann, gab es zudem gratis obendrauf. Nicht-Fans beziehungsweise diejenigen, die die Tracklisten von „Das ist doch kein Name für ’ne Band“, „Jugend Mutiert“ und „Intervention“ nicht auswendig kennen, hätten am Sound im YUCA freilich nicht erkennen können, welcher Song denn nun aus welchem Jahr stammt. Sie, genauso wie die Band selber, wurden allesamt gleichermaßen gefeiert und mitgeschrien.

Dass Felix Schönfuss für „Musikdienstverweigerer“ auf die Bühne kam, Sänger/Gitarrist Richard Meyer zum Schluss auf und im Publikum unterwegs war oder Dennis und David am Ende von der Theke aus spielten, schienen dennoch die wahren – oder zumindest optischen – Highlights gewesen zu sein. Denn auch wenn man sich schlussendlich doch live von dem Sound der neuen Sachen überzeugen lässt, ein bisschen Show gehört zu einem KMPFSPRT-Konzert immer dazu. Und die von der Record Release-Party darf nun wirklich bis über den grünen Klee gelobt werden.

Fotos: Sebastian Igel

Unser Review zu „Intervention“ findet ihr hier: www.stageload.org/reviews/kmpfsprt-intervention

Was verursachte das neue KMPFSPRT-Album „Intervention“ nur für ein Durcheinander in der hiesigen Szene. Die einen lobten es über den grünen Klee, die anderen meinten, man müsse es wirken lassen, ihm Zeit geben wie einem guten Wein. Andere fanden es vor allem wegen der gänzlich anderen Produktion schon ein bisschen grausam - so unterschiedlich können Geschmäcker sein. Dennoch haben die Herren mit „Ich hör'die Single nicht“ Recht behalten, denn: KMPFSPRT sind in den Charts! In den Top 100 der Album-Charts geistert „Intervention“ nun herum, irgendwo zwischen Joris und Adele, Wolfgang Petry, dem Soundtrack zu „Frozen“ und den werten Echo-Gewinnern aus Südtirol.Im Stageload-Interview am Abend ihrer Record Release-Show im Kölner YUCA machen sich Bassist Dennis und Gitarrist David noch lustig darüber, erzählen, „Intervention“ wäre nun genau zwischen Revolverheld und Frei.Wild. Eine eigenartige Nische. Dennoch verwundert es nicht, dass die im Gegensatz zu den Vorgänger-Veröffentlichungen saubere Produktion und der Label-Wechsel neben Furore auch für hohe Verkaufszahlen gesorgt haben – oder dass das erste Konzert seit etwa einem halben Jahr kurz vor Beginn ausverkauft war. Könnte allerdings auch daran gelegen haben, dass die Release-Tour generell nur fünf Shows umfasst.Eingeläutet wurde sie zu Hause im Kölner YUCA mit der Züricher Indie-/Post-Punk-/Punkrock-Band Lyvten als einzigen Support, die trotz herrlichstem Wetter, einer Terrasse und einem Spielplatz draußen das Publikum nach drinnen lockte. Unter diesem waren übrigens auch halb FJØRT, Adam Angst und der ehemalige KMPFSPRT-Drummer Max Schreiber. Dennoch und trotz spätem Beginn um 21 Uhr ging es bei den Schweizern eher verhalten zu. Kamen Lyvten auf der kleinen Bühne während der etwa 30 Minuten verständlicherweise schnell ins Schwitzen, wurde ihre durchaus mehr als nur solide Show von den meisten lediglich abgenickt. Einfach hat man es dieser Tage als KMPFSPRT-Unterstützung wohl nicht.
Im Gespräch mit Stageload hatten KMPFSPRT vorab eingestanden, schon ein wenig nervös zu sein. Als das Quartett die Bühne betrat, war davon allerdings nichts spüren! Und auch die Angst, dass großartige alte Songs wegen der neuen von „Intervention“ weichen mussten, war unbegründet – das Set wurde einfach auf eine knappe Stunde verlängert. „Musikdienstverweigerer“ sollte nicht für „Antithese“ Platz machen, beide sollten gespielt werden. Genauso durfte das Liebeslied an Bier, „Atheist“, nicht durch „Lichter“ oder „2014 24/07“ ersetzt werden.Die Erkenntnis, dass KMPFSPRT aber doch noch immer KMPFSPRT sind und wie viel eine andere Produktion doch ausmachen kann, gab es zudem gratis obendrauf. Nicht-Fans beziehungsweise diejenigen, die die Tracklisten von „Das ist doch kein Name für 'ne Band“, „Jugend Mutiert“ und „Intervention“ nicht auswendig kennen, hätten am Sound im YUCA freilich nicht erkennen können, welcher Song denn nun aus welchem Jahr stammt. Sie, genauso wie die Band selber, wurden allesamt gleichermaßen gefeiert und mitgeschrien.Dass Felix Schönfuss für „Musikdienstverweigerer“ auf die Bühne kam, Sänger/Gitarrist Richard Meyer zum Schluss auf und im Publikum unterwegs war oder Dennis und David am Ende von der Theke aus spielten, schienen dennoch die wahren – oder zumindest optischen – Highlights gewesen zu sein. Denn auch wenn man sich schlussendlich doch live von dem Sound der neuen Sachen überzeugen lässt, ein bisschen Show gehört zu einem KMPFSPRT-Konzert immer dazu. Und die von der Record Release-Party darf nun wirklich bis über den grünen Klee gelobt werden.

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