Maximo Park + Blood Red Shoes

Maximo Park + Blood Red Shoes

Maximo Park + Blood Red Shoes

Philipshalle Düsseldorf, 22.10.09
Maximo Park sind keine Kleindemädchenmainstreamband. Das wird spätestens bewusst, als zum Einlass um 18 Uhr nur eine Handvoll Menschen da ist. Der Rest der Zuschauer taucht völlig entspannt erst kurz vor 20 Uhr auf, sodass es kein Wunder ist, dass sich die Halle während des Auftritts der kurzfristig eingesprungenen Vorband Blood Red Shoes nur langsam füllt. Sowieso sind generell eher wenig Tickets weg gegangen, nur 3000 von insgesamt 7500 Karten sind verkauft worden. Die Hälfte der Stuhlreihen war also verhängt und jeder Konzertbesucher hatte erst einmal ausreichend Platz sich zu bewegen.
Nur Lust sich zu bewegen hatte anscheinend erst einmal niemand, obwohl Blood Red Shoes durchaus sympathisch und musikalisch überzeugend wirkten – wenn man mal vom überlauten Schlagzeug absieht, das irgendwann nur noch in den Ohren dröhnte. Die Grungerockband, die eigentlich aus Brighton kommt aber ungefähr alle ihre Ansagen in Deutsch oder zumindest Denglisch hielt, spielte hauptsächlich neue Songs für „die Leute, die uns schon oft gesehen haben und sich sonst langweilen“. Nach 30 Minuten folgte dann aber noch ihr wohl bekanntester Hit „I Wish I Was Someone Better“. Es folgte bestätigender, wenn auch zurückhaltender Applaus und die Blood Red Shoes Laura-May und Steven verschwanden von der Bühne. Nach einer halben Stunde Umbaupause war’s dann Zeit für Maximo Park und auch sie hatten erst einmal Startschwierigkeiten. Munter betraten die fünf Briten rund um Sänger Paul Smith die Bühne und brauchten erst einmal ungefähr drei Songs, um das Eis wirklich zu brechen. Dann ging’s aber auch ab, was man im Voraus wohl niemals erwartet hätte, spielen Maximo Park doch eher ruhigen Indie. „Roller Disco Queens“, „The Kids Are Sick Again“, „Books From Boxes“ aber auch ältere Songs wie „Russian Literature“ und „Karaoke Plays“ wurden gespielt, schließlich habe man laut Smith schon viel zu lange in Deutschland darauf verzichtet. Extra für Deutschland wurden auch paar kleine Videofilme gedreht, die die ganze Zeit im Hintergrund liefen. Süß.
„Questing, Not Coasting“ wurde mit „Dies ist ein Liebeslied“ angekündigt und auch sonst zauberte der Sänger einige deutsche Formulierungen aus seinem Zauberkasten, man konnte fast denken, er habe sich mit Blood Red Shoes abgesprochen. Außerdem „fühlte er sich in Düsseldorf „fluffy“ („flauschig“), was Keyboarder Lukas Wooller sofort mit „sexy“ kommentiert. Sowieso ist Wooller der Einzige, der Smith in Sachen Show ein bisschen Konkurrenz machen kann. Der Rest der Band verschwindet völlig in ihrer Musikwelt. Solange diese Musik dann aber so überzeugend wie bei der Akustikversion von „Going Missing“ herüberkommt, ist das natürlich überhaupt kein Problem. Das komplette Publikum scheint ziemlich überzeugt zu sein, holt es Maximo Park doch noch einmal für drei Zugaben auf die Bühne. „Calm“, „Acrobat“ und wie erwartet „Our Velocity“ beenden dann das durchaus gelungene Konzert und der Merchstand wird danach nahezu ausgeräumt.

Autor Ines Kirchner
Wohnort Berlin
Beruf Project Manager
Dabei seit Juli 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Akkreditierungen, Organisatorisches, Reviews
Top-Alben u.a. Gallows - Grey Britain, The National - Trouble Will Find Me, Touché Amoré - Parting the sea...
Die besten Konzerterlebnisse u.a. Have Heart (2009, Köln), Gallows (2010, London), Basement (2012, London), Iron Chic, Ceremony, Trash Talk, Rise & Fall, Touché Amoré (divers)

Kommentare

  1 kommentar

  1. Benjamin

    im großen und ganzen stimig aber das lied heißt “ i wish I was someone better“. und das schlagzeug muss so sein das macht den reiz dieser Band aus 🙂

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