Montreal, Alex Mofa Gang (25.04.15, FZW Dortmund)

Montreal, Alex Mofa Gang (25.04.15, FZW Dortmund)

Es gibt einige wenige Dinge, die bei dem Großteil der Bevölkerung mittelschwere Aggressionen auslösen. Bei manchen ist es die GEZ, bei anderen die GEMA-Bestimmungen. Ungeschlagen auf Platz 1 steht aber wohl die Deutsche Bahn. Dieser lässt sich so auch ohne schlechtes Gewissen die Schuld geben, dass man zu spät zum Tourabschluss von Montreal ins FZW nach Dortmund kam. Trotz ohnehin einkalkulierter Hindernisse war es doch überraschend schwierig, bis nach Dortmund zu kommen. Erst mit zig-mal Umsteigen von Zug in Bus und U-Bahn war es am Ende tatsächlich geschafft – und als Bonus stand die Alex Mofa Gang sogar noch auf der Bühne!

Wie die ihre Geschichten über Alex Mofa und seine Gang erzählten war definitiv bemerkenswert – pure Energie. Dasselbe ließ sich aber vom Publikum sagen. Schließlich ist es beileibe nicht normal, dass so früh am Abend bereits derart ausgelassen getanzt wird. Geschweige denn, dass Luftgitarren zum Einsatz kommen. Was das Dortmunder Publikum hier schon beim Support ablieferte, ließ auf eine riesige Party hoffen. Und die sollte es auch werden.

Nach 15 kurzen Umbauminuten betraten die drei Herren von Montreal die Bühne und bestätigten dies mit: „Wir haben gestern in Düsseldorf gespielt. Aber Dortmund ist schon nach zwei Songs 15-mal besser, als Düsseldorf jemals war!“. Schwer vorzustellen war das wirklich nicht. Denn kaum war der erste Akkord gespielt, hatte sich auch schon ein riesiger Pit vor der Bühne gebildet und die Ersten ließen sich durch den Raum tragen. Eine bessere Musik zum Stagediven kann es wohl auch kaum geben. Montreal spielen deutschen Punkrock der besten Art – und das über eineinhalb Stunden. 24 Songs, ein Mix aus allen Alben, ohne große Abwechslung versteht sich, aber so kennt man die Band nun mal. Gefeiert wurde sowieso – sogar auf der Tribüne. Und auch hier lief Schweiß in Strömen.

Montreal jedenfalls waren sich schnell einig. Der Abschluss ihrer „Zucker Für Die Affen Tour“ sei „unfassbar würdig“ gewesen. Und das glaubte man sofort. Das Zusammenspiel zwischen Band und Publikum funktionierte entsprechend perfekt. Wollte einer auf der Bühne etwas trinken, wurden die Bierbecher aus dem Innenraum zur Bühne gereicht, damit ja keine Pause gemacht werden musste. Und als Montreal auch noch Sambuca wünschten, wurde Sänger und Gitarrist Yonas eben kurzerhand in die Luft gehoben und zur Theke getragen. Für ihn sprang kurzerhand Tommy von der Alex Mofa Gang ein. Stille war nicht gestattet. Der Höhepunkt des Abends kam aber erst noch. Und zwar in Form des Gassenhauers „Max Power“. Da war der Sänger allenfalls noch zur Deko da. Singen musste er jedenfalls wirklich nicht mehr, das nahm ihm der Innenraum brav ab. Wer aber nun den Zucker bekam, Band oder doch Publikum, blieb bis zum Schluss unklar. Wahrscheinlich waren an dem Abend einfach alle Anwesenden zuckergeile Affen.

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