More Than Life, Brutality Will Prevail und Basement

More Than Life, Brutality Will Prevail und Basement

Ein regnerischer Frühlingstag in Norddeutschland, dazu noch Sonntag und die Arbeitswoche steht vor der Tür. Manche lassen die freie Zeit bei Tatort oder dem sonntäglichen Blockbuster ausklingen, andere holen sich im Chez Heinz in Hannover die volle Ladung Hardcore von der Insel: Basement, Brutality Will Prevail und More Than Life.Alle Drei sind hochkarätige Bands in ihrer Sparte, so dürfte für jeden etwas dabei sein, von Punkrock bis Down Tempo-Hardcore.

Pünktlich wie die Eisenbahn (hier zu Lande nicht immer üblich) eröffneten Basement den Abend. Die Band um Dead Swans-Gitarrist Andrew Fisher veröffentlichte letzten Frühling ihre Debüt 7″ „Songs About The Weather“, von der es an diesem Abend von „DUI“ bis „Skip Town“ alle Hits zuhören gab. Vom anstehenden Album spielten die Briten, die Punkrock bzw. Melodic Hardcore im Stil von Shook Ones und Lifetime machen, auch einen gelungenen Song namens „Greyscale“. Insgesamt kam die Band gut beim Publikum an, sodass sogar einige Sing-A-Longs drin waren. Eine Lobby haben die Jungs in Deutschland also definitiv. Wiederkommen erwünscht!

„I wanna see that someone get hurt“ war wohl der Spruch des Abends und der kann nur von einer Band stammen: Brutality Will Prevail. Hier wusste man nicht genau wohin mit den Augen, denn einerseits lieferte die Band (insbesondere der Sänger) eine beeindruckende Show ab, andererseits tobte das Publikum wie eine Dampfwalze durch die Gegend. Kein Wunder, der  düstere und brachial tief gespielte Down-Tempo Hardcore der Waliser stiftete zur Zerstörung an. Gut, dass alle Beteiligten Stücke wie „Lost And Alone“ und „Life“ heil überstanden haben.Eins muss man der Band aber lassen: Auch wenn diese Art von Hardcore nicht jedem gefällt und manchmal auch das ein oder andere Opfer fordert, sie geht verdammt energisch ans Werk und versteht etwas von dem, was sie tut. Ein kleiner Wermutstropfen für Fans der Jungs war wohl, dass das Set insgesamt mit nur sechs Songs, überwiegend von der aktuellen LP „Root Of All Evil“, recht kurz ausgefallen ist.

Und More Than Life? Die lieferten das ab, was man von ihnen erwartet hat: Ein Set mit allen großen Hits. „Scarlet Skyline“ als Opener, „Never Ender“ hinten dran und über „Daisy Hill“ und “Fear“ weiter auf die Zielgrade zu „Love Let Me Go“. Der nach einiger Zeit schwächelnden Stimme von Frontmann James zu trotz, wurde jede Sekunde des Sets vom Publikum abgefeiert. Aber waswill man auch erwarten, immerhin wird die Band ja schon fast vergöttert und ich denke es wird wenige Leute geben, die an diesem Abend anwesend waren und nicht mindestens eine Zeile von „Faceless Name“ oder „Take My Life Away“ mitsingen konnte.

Zieht man einen Strich unter die knapp zweistündige Show, dann stellten wohl Basement das Highlight des Abends dar. Brutality Will Prevail lieferten zwar auch eine gelungene Performance ab, trafen aber wohl nicht jedermanns Geschmack. Das Interesse der Fans an More Than Life scheint zwar auch knapp ein Jahr nach Erscheinen des Überalbums „Love Let Me Go“ noch nicht gestillt zu sein, bühnentechnisch aber hatten die Jungs wenig Neues zu bieten, zieht man Vergleiche mit der Tour zusammen mit den Dead Swans und Defeater im vergangenen Jahr. Trotzdem, an diesem Abend war für jeden etwas dabei und ich denke niemand wird das Chez Heinz enttäuscht verlassen haben.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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