The Rise Fest – Spring Edition

The Rise Fest – Spring Edition

Der Frühling ist endlich auch in Norddeutschland angekommen. Das merkt man nicht nur an den ansteigenden Temperaturen. In Hannover stieg am 19.3. mit der Spring-Edition des The Rise Fest die erste große Hardcore-Sause des Jahres, unteranderem mit Glasses und Strength Approach.

Im relativ gut gefüllten Chez Heinz machten pünktlich auf die Minute die Italiener von Whales Island den Anfang und hatten es dabei nicht unbedingt leicht beim Publikum. Die Band präsentierte einen sehr poppigen und melodischen Hardcore, der an Bands wie Shook Ones oder Lifetime erinnert, leider an diesem Abend aber nicht so recht zünden wollte. Zwar lieferten die Jungs eine sehr gute Show ab und hatten sichtlich Spaß, bis auf Applaus und ein paar noch leicht unbeholfenen Bewegungen konnten sie den Zuschauern aber nicht viel abgewinnen. Das ist schade, aber aller Anfang ist ja bekanntlich schwer.
Nine Eleven aus Frankreich hatten es da schon leichter. Der druckvolle Hardcore, gespickt mit ein paar melodischen Passagen, brachte das Publikum in Wallungen und so ließ es sich der ein oder andere Zuschauer nicht nehmen vor der Bühne ordentlich Stimmung zu machen. Das tat der gesamten Atmosphäre sehr gut, denn immer mehr Leute fingen an sich zu bewegen und vor der Bühne zu tummeln. Schade, dass die Stimme von Nine Eleven-Frontmann Simon an diesen Abend etwas schwächelte und so Stücke wie „City Of Quarz“ an Druck verloren. Die Zuschauer aber waren dennoch sichtlich zufrieden mit der Leistung der Franzosen.
Die bei Nine Eleven eingetretene Stimmung machten sich auch Glasses zu nutze, so war auch hier das Getümmel vor der Bühne groß. Glasses, die am Tag zuvor mit Ritual und No Turning Back in Ibbenbüren gespielt hatten, eröffneten ihr Set mit dem grandiosen „Your Pickles Taste Better Than Mine“ und hatten das Publikum sofort in der Hand, was sicherlich nicht zu letzt an Sängerin Sam gelegen hat, die als einzige Frau an diesem Tag auf der Bühne stand und dabei noch außerordentlich gut anzusehen war.
Danach ging es wieder zurück nach Italien: Strength Approach waren nach Glasses an der Reihe, die das Publikum trotz recht kurzer Spielzeit von gerade mal knapp 20 Minuten wohl ziemlich ausgelaugt hatten. So wurde das Treiben vor der Bühne wieder etwas verhaltener, wovon die Band sich aber nicht sonderlich beeindrucken ließ und routiniert sowie durchweg überzeugend ihre Show abzog, was auch nicht gerade wenig Applaus zur Folge hatte. Fans der Italiener konnten sich wohl glücklich schätzen fast jeden Kracher auf die Ohren bekommen zu haben: Von „All The Plans We Made Are Going To Fail“ bis zu „The Alarm“ war alles dabei.
Zum Abschluss des Abends betraten Escapado die Bühne. Seit der letzten Platte „Montgomery Mundtot“ mit neuem Sänger bestückt, ging es der Band wohl vor allem darum, alte Fans zu überzeugen, weswegen neben Stücken vom neuen Album viele alte Klassiker präsentiert wurden, welche vom neuen Frontmann Felix auch mehr als gut rübergebracht wurden. Ein schlechtes Wort kann man am Auftritt der Flensburger wohl kaum lassen, zwar hatten sie durch die deutschen Vocals eine Sonderposition an diesem Abend inne, aber das hat man der Band und auch den Zuschauern kaum angemerkt. Besonders Letztere waren sichtlich begeistert von dem sehr energiegeladenen und emotionalem Auftritt, der auch eine kleine Zugabe erfuhr. So bildeten Escapdo ohne Frage den krönenden Abschluss des Abends, der wohl für Publikum, Bands und Veranstalter dreieinhalb unterhaltsame und tolle Stunden bot.

Autor Patrick Siegmann
Wohnort Göttingen
Beruf Doktorand
Dabei seit September 2009
Deine Aufgabe bei Stageload Koordination Reviews, News, Facebook
Top-Alben Viel zu viele. "Songs To Scream At The Sun" von Have Heart ist aber definitiv eines von den Alben, die mich am meisten geprägt haben.
Die besten Konzerterlebnisse Auf jeden Fall vorne mit dabei: Have Heart, Shipwreck AD, Rise And Fall und AYS in der Roten Flora in Hamburg, Juli 2009

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