Thees Uhlmann, Grillmaster Flash (03.03.2020)

Thees Uhlmann, Grillmaster Flash (03.03.2020)

„Dance like nobody’s watching“ – das ist wohl einer der Leitsätze im Leben des Thees Uhlmann. Denn es ist ihm „scheißegal“, was andere über seine Bühnenperformance oder seinen Tanzstil denken. Wie ein Flummi hüpft er über die Bühne des Coloss-Saals in Aschaffenburg, kommt bereits nach wenigen Liedern heftig ins Schwitzen. Alles für den Rock ’n Roll, alles für die rund 1000 Zuschauer.

Es herrscht norddeutsches Flair an diesem Abend im bayrischen Aschaffenburg – rau, aber dennoch herzlich. Zunächst der sehr passende Auftakt mit „Grillmaster Flash“ aus Bremen-Nord, der es nur mit Akustikgitarre und einigen wenigen Songs bewaffnet schafft, das Publikum in genau die richtige Stimmung zu bringen. Besonders sein Song „Sottrum“ kommt gut an – und seine schnoddrig-norddeutsche Rock ’n Roll-Attitüde noch dazu,

Der Hauptact lässt dann nicht lange auf sich warten. Mit „Fünf Jahre nicht gesungen“ von seinem neuen Album „Junkies & Scientologen“ eröffnet Thees Uhlmann das zweistündige Konzert. Und obwohl viele der Tracks auf der Setlist noch recht neu sind, ist das Publikum textsicher und übertönt zeitweise Uhlmann und seine sechsköpfige Band. Der Sänger ist beeindruckt: „Und das an einem Dienstagabend in Aschaffenburg!“ Bei den Klassikern legen die Fans noch eine Schippe drauf: Ob „Ich sang die ganze Zeit von dir“, „Zugvögel“ oder „Das Mädchen von Kasse 2“ – bei allen wird frenetisch gejubelt, mitgeklatscht und gesungen.

Thees Uhlmann, 3.3.2020, Coloss-Saal Aschaffenburg

 

Eines der Highlights des Abends ist „Und Jay-Z singt uns ein Lied“, das Uhlmann normalerweise mit dem Rapper Casper singt. Nun muss aber Uhlmann den Rap-Part übernehmen – und gibt ihm seine ganz eigene, sympathische Note. Überhaupt nimmt der Sänger mit seiner sehr sympathischen Art die Menschen im Coloss-Saal ein – auch wenn er sie mal als „Wichser“ beschimpft oder das Konzert kurzerhand abbrechen will. Zum Glück alles nur Spaß – und Uhlmann feiert seine Fans für ihren Humor.

Richtig laut wird das Publikum dann noch einmal bei „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“ – und beweist mit einem großen „Uhuuu“-Chor, dass Uhlmann eigentlich keine Backgroundsänger braucht. Und genug bekommen sie von dem Hamburger Sänger auch nicht – drei Zugaben spielt Uhlmann, bevor er sich völlig verschwitzt, aber sehr glücklich von der Bühne verabschiedet. Ein äußerst gelungener Abend!

Thees Uhlmann, 3.3.2020, Coloss-Saal Aschaffenburg

 

Thees Uhlmann, 3.3.2020, Coloss-Saal Aschaffenburg

 

Fotos: Denise Frommeyer