Interview mit Be Well

Interview mit Be Well

Am 21.8. erschien mit “The Weight and the Cost” das Debut von Be Well. Wir hatten die Gelegenheit uns für eine Stunde lang mit Sänger Brian McTernan (auf dem Foto 2. v.r.), in dessen berühmten Salad Days Studio die Platte auch aufgenommen wurde, über die sehr persönliche Entstehungsgeschichte des Albums zu unterhalten.

(Please scroll down for the English original transcript)

Wie geht es dir gerade? Und ich meine das in drei unterschiedlichen Richtungen: Vor dem Hintergrund der sehr persönlichen Erfahrungen, die du auf dem Album verarbeitet hast, wie geht es dir persönlich? Mal auf die aktuelle globale Situation mit der Pandemie geschaut, wie geht es euch gerade? Und dann steht natürlich das Album-Release bevor, wie geht es dir damit?

Ich werde mal versuchen, das in der Reihenfolge zu beantworten.

Persönlich, psychisch und generell im Leben geht es mir wirklich gut. Ich habe eine schwere Phase hinter mir und diese Platte hat mir wirklich geholfen zu erkennen, was mit mir los war. Viele unangenehme Dinge, die ich gefühlt habe, habe ich jahrelang unterdrückt. Diese Songs zu schreiben und zu realisieren, dass es immer wieder um dieselben Dinge ging, war eine wichtige Erkenntnis für mich. Keine Ahnung, wie ich denken konnte, ich könne einfach mit der Musik aufzuhören (lacht).

Das erste Mal, dass ich gemerkt habe, ich müsste etwas tun, war auf der Battery Tour 2017. Wir hatten diesen Song geschrieben (Anm.: “My last breath” für die Battery Best-of Compilation) und die Tour gespielt. Ich habe gemerkt wie sehr ich nicht nur die Auftritte vermisst hatte, sondern auch das Schreiben, T-Shirt Designs und Artwork auszuwählen und überhaupt, mich für Dinge zu begeistern. Du weißt gar nicht, wie sehr dir Dinge fehlen, bevor sie wirklich weg sind. Also mir geht es gut, in vieler Hinsicht besser als jemals zuvor.

Was die Pandemie angeht: Das ist so frustrierend. Mir tun die Leute leid, die erkranken, die nicht arbeiten können und ihren Job verlieren. Glücklicherweise sind wir nicht darauf angewiesen, unser Geld mit Auftritten zu verdienen. Ehrlich gesagt zahlen wir meistens drauf (lacht).

Es ist echt enttäuschend, wie die USA damit umgehen. Es gibt hier all die Idioten, die keine Masken tragen und das ganze einfach nicht ernst nehmen. Ich glaube, die Leute realisieren einfach gar nicht, welche Folgeeffekte es gibt. All die Venues die schließen müssen, Bands gehen bankrott, Booking Agenturen, die dicht machen, Tour-Crew Leute, die keine Arbeit mehr finden. Das ist echt schlimm. Wenn die Leute nur gewillt wären, kleine Opfer zu bringen, stünden wir ganz woanders.

Manche Leute denken hier ernsthaft, das Tragen von Masken wäre “unpatriotisch”. Mein Vater wurde eingezogen, um in Vietnam zu kämpfen. Er wollte nicht, hat es aber gemacht, weil es seine Verantwortung war. Die Leute haben das als patriotisch empfunden. Sein Gesicht zu bedecken, um andere nicht anzustecken, soll jetzt also irgendwie das Gegenteil sein? Das ist einfach nur enttäuschend.

Wir haben so lange an dieser Platte gearbeitet und gerade fingen die Dinge an echt gut zu laufen. Im Februar haben wir noch ein paar echt gute Shows mit Hot Water Music und Fiddlehead gespielt. Unsere Release Show (für die 7″) war großartig: ausverkauft, ein kleiner Club, wirklich besonders – und dann, quasi zwei Wochen danach ging’s los.

Und das führt mich dann auch zum dritten Teil der Frage. Ich kann’s nicht mehr erwarten, dass die Platte rauskommt. Einige der ersten Songs habe ich bereits angefangen zu schreiben, bevor wir mit Battery damals auf Tour gegangen sind. Wir haben auch nie gedacht, dass die Reaktionen so positiv sein würden. Ich meine, wie bescheuert ist die Idee, mit über 40 eine neue Band zu starten (lacht). Wir haben nicht viel erwartet, sondern machen das einfach aus Spaß an der Musik. Wenn Leute das auch noch mögen, ist das ein tolles Nebenprodukt.

Nach der 7″ im letzten Jahr habt ihr bereits einige weitere Songs vom Album veröffentlicht. Die Reaktionen darauf sind also richtig positiv, ja?

Mein Gott, ja. In Deutschland kommt die Platte auf End Hits Records raus, in den USA auf Equal Vision. Equal Vision hatten keine Ahnung, was sie erwartet. Zum Preorder-Start hatten sie zwei Vinylfarben vorbereitet und gedacht, die würden die zwei Monate bis zum Release reichen. Stattdessen waren die aber nach 30 Minuten oder so ausverkauft. Dann haben sie erstmal ein paar Tage gebraucht um weitere Varianten zu designen und online zu stellen. Das hätte ich nie gedacht. Mir geht es nicht darum, viele Platten zu verkaufen und richtig groß rauszukommen. Aber es fühlt sich schon echt gut an, wenn man soviel Herzblut in etwas steckt und es dann so angenommen wird.

Ich hab die ganze Platte schon hören können und ich glaube, jedem, der die ersten Songs mochte, wird auch das ganze Album gefallen.

Ja, glaube ich auch. Am nervösesten war ich, als wir “Confessional” veröffentlicht haben, für das wir auch ein richtiges Video produziert haben. Das war anders als alles, was ich vorher gemacht habe.

Ich fand‘ “Confessional” passt viel besser zu “Strength for breath”, als zum Beispiel “Frozen” (die B-Seite der Single aus dem letzten Jahr). Wenn ich jemandem die Spannbreite beschreiben sollte, was ihn auf “The Weight and the Cost” erwartet, würde ich auf der einen Seite “Strength for breath” und auf der anderen Seite eben “Frozen” nennen. Jemand, der Battery mochte, dem wird auch “Strength for breath” gefallen, aber nicht zwangsweise “Frozen”.

Das macht Sinn, ja. “Frozen” ist ein bisschen anders. Allerdings war es einer der ersten Songs, den wir geschrieben haben. Die ersten beiden waren “Frozen” und “Morning light”, was komplett anders ist. “Morning light” wiederum ist am meisten Hardcore, von den Songs auf der Platte.

Du hast bereits erwähnt, dass ihr sehr früh – schon in 2017 – mit dem Songwriting begonnen habt. Wie seid ihr das angegangen, gerade wo ihr ja nicht alle in der gleichen Stadt wohnt?

Also, wir hatten diesen Song für Battery geschrieben, “My last breath”.

Da wollte ich auch noch zu kommen, schließlich war das irgendwie auch schon fast der erste Be Well Song.

Stimmt, das war er irgendwie. Immerhin war es das erste mal in 20 Jahren, dass ich einen Text geschrieben habe. Klar, ich habe anderen Bands im Studio geholfen, an ihren Songs und Texten zu arbeiten, aber das war etwas anderes. Ich weiß noch als Ken (Anm.: Ken Olden, einer der Gitarristen von Battery) mir den Song geschickt hat, ohne mir vorher etwas davon zu sagen. Eines Morgens hatte ich diese Email von ihm, ich hab mich hingesetzt und fünf Minuten später war der Text fertig.

Das hat mir dann auch gezeigt, was eigentlich in mir vorgeht. Ich weiß noch, wie meine Frau zu mir sagte: “Du musst einfach schreiben. All dies Dinge, über die du im Alltag so schwer mit anderen sprechen kannst, scheinen plötzlich so klar vor dir zu liegen.” Es ist einfach so, dass Musik mich immer emotional berührt. Im Alltag funktioniere ich und blende vieles einfach aus. Aber wenn ich Musik höre, gerade auch dann, wenn ich diese schreibe, kommt es einfach aus mir heraus.

Von da an habe ich wieder angefangen, Texte zu schreiben und Songideen zu entwickeln. Ich wusste gar nicht genau, ob das jetzt für Battery sein würde oder für etwas anderes. Eigentlich hab ich es hauptsächlich für mich getan, um mich mit den Dingen auseinanderzusetzen, denen ich so lange ausgewichen bin. Wir haben nie darüber gesprochen, ob das Material nun für Battery sein würde, aber ich habe einige Ideen mit Ken geteilt und er mit mir. Bei “My last breath” hat das perfekt zusammen funktioniert. Bei den Sachen, die ich ihm geschickt habe, hatte ich aber das Gefühl, dass wir kreativ nicht richtig zusammen kamen.

Da musste ich eine harte Entscheidung treffen: Zusammen in einer Band zu sein heißt, zusammen zu touren und aufzutreten, neue Orte und Menschen kennenzulernen. Ich liebe das und Battery erfüllt all das. Wenn es nur darum gegangen wäre, hätten wir einfach auf ewig mit Battery weitermachen können. Was ich aber wirklich in meinem Leben brauchte, war ein kreatives Ventil. Und mir wurde klar, dass Battery mir das nicht bieten konnte.

Es hat dann wirklich gedauert, Leute zu finden, mit denen ich die Songs, die ich schrieb, spielen konnte. Du denkst, das wäre einfach, wo doch fast jeder, den ich kenne, irgendwie Musiker ist. Aber am Anfang ging es erstmal darum, dass sich die Leute überhaupt die Demos anhören.

Du hast also die Demos komplett alleine aufgenommen und erst dann andere Musiker gesucht?

Nicht alles, aber die ersten Songs. Am Anfang hat Pat von Majority Rule Schlagzeug gespielt. Es war klar, er zieht nach Kalifornien, aber er hat uns zum Anfang geholfen. Wir haben also die ersten Songs strukturiert und ich habe die Vocals dazu aufgenommen, aber es war erstmal schwierig, überhaupt Leute dazu zu bewegen sich das anzuhören. Wahrscheinlich denken die meisten erstmal “Oh Gott”, wenn sie hören, dass ein paar Typen Mitte 40 jetzt eine neue Hardcore-Band gründen wollen. Außerdem habe ich in meinem Leben mit ein paar der besten Musiker überhaupt zusammengearbeitet. Ich habe also echt hohe Ansprüche an die Leute in meiner Band.

Wir haben dann irgendwann entschieden, mit einem Studio-Drummer zusammen die Platte aufzunehmen. Erst die Platte, dann finden wir schon einen richtigen Drummer. Das war ein Desaster, denn der Typ war quasi zu gut, fast wie ein Drumcomputer. Du kennst das, dieser schnelle Hardcore Beat, der muss irgendwie schwingen, und klingt einfach anders als ein Pop Punk-Song. Irgendwie fühlten sich die Aufnahmen nicht richtig an. Alle dachten, ich wäre verrückt, aber so wollte ich das nicht rausbringen. 

Ich habe dann Andrew Black, der uns live bei Battery ausgeholfen hat, gefragt, ob er nicht bei mir im Studio kurzfristig ein paar der Songs einspielen könnte, damit ich einfach sehen konnte, ob das einen Unterschied machte. Wir haben dann an einem Tag sieben Songs aufgenommen und genau so sollte es sich anfühlen. Während wir dann mit Battery auf Tour waren, hat unser Gitarrist Mike (Anm.: Mike Schleibaum, der auch bei Battery und Darkest Hour spielt) die Sachen an Peter, unseren zweiten Gitarristen, und Shane, jetzt unser Schlagzeuger, geschickt, die sonst bei Fairweather spielen.

Sie fanden es klasse. Aaron Dalbec kannte schon die Demos und war dabei. Nach der Tour haben wir dann zum ersten Mal geprobt und es passte einfach alles, als ob wir schon unser ganzes Leben zusammen gespielt hätten. Wir haben dann noch vier Songs geschrieben und die anderen sieben abgerundet. Das Beste ist, dass Andrew und Shane so ähnlich Schlagzeug spielen, dass niemand merkt, dass die Platte eigentlich mit zwei verschiedenen Schlagzeugern aufgenommen wurde.

Wo kommen eure hauptsächlichen Einflüsse her? Be Well geht ja weit über sowohl die Youth Crew Hardcore Wurzeln als auch über alles hinaus, was die verschiedenen ehemaligen Bands der einzelnen Mitglieder vorher gemacht haben.

Ich wollte etwas machen, das in die Richtung richtig alter DC Hardcore Sachen geht. Die ganz alten Bands, wie Rites of Spring und Embrace, haben meine Texte maßgeblich beeinflusst. Und musikalisch hatten die Sachen, die in den 90ern auf Revelation und Jade Tree rauskamen, einen großen Einfluss. Ich wollte, dass das Artwork danach aussieht und dass die Platte sich ein bisschen so anfühlt. Als Produzent sind mir außerdem diese Kleinigkeiten wichtig, sodass man bei jedem Hören etwas Neues entdecken kann. Irgendwie wollte ich also ein Platte machen, die sich neu und frisch in 2020 anfühlt und trotzdem im Jahr 2000 auf Jade Tree hätte veröffentlicht worden sein könnte.

Bei den Texten muss ich immer Rites of Spring und Embrace denken. Meine Texte sind nicht genau so, aber diese Platten waren so unglaublich persönlich. Als ich als Jugendlicher mit Hardcore aufgewachsen bin, waren das die Platten in denen ich mich selbst wiedergefunden habe.

Was ein gute Überleitung zur nächsten Frage ist. Du hast bereits gesagt, dass es sehr persönliche Songs sind. Man hat das schon bei “My last breath” sehen können, der textlich anders war, als die alten Battery Songs. Wie war das für dich, so viel von dir auf einer Platte preiszugeben?

Ich glaube, wie die Leute auf “My last breath” reagiert haben, hat mich ermutigt, mehr von mir in den Songs zu zeigen. Ich bin einfach ehrlich, ich mache mir aber vorher keine Gedanken, jetzt über dies oder das Thema zu schreiben. Das war auch bei Battery so. Wenn man sich die drei Alben anschaut, kann man genau erkennen, wo ich in meinem Leben gerade stand. Bei “Only the diehard remain” war ich 17 und einfach nur angepisst und wütend. Als wir “Until the end” gemacht haben, ging es mir sehr gut. Mein Studio lief gut, mit Battery lief es gut, ich war in einer glücklichen Beziehung. Auf der Platte ging es also viel mehr um die Welt um mich herum als um mich selbst. Zur Zeit von “Whatever it takes” fühlte ich mich bereits depressiv und hatte einige Probleme, was man auch in den Texten erkennt. Ich kann nur sagen, es war niemals eine bewusste Entscheidung, aber ich sehe die Platten und weiß genau, an welchem Punkt in meinem Leben ich mich befand.

Und jetzt, 20 Jahre später, beschäftigen mich natürlich ganz andere Dinge als damals mit 19. Ich blicke auf viele Jahre mit Höhen und Tiefen, Erfolgen und Misserfolgen zurück. Vater zu werden hat noch einmal alles verändert. Ich bin wirklich stolz darauf, die Platte könnte ehrlicher nicht sein. Egal wie die Leute am Ende das Album finden, ich hoffe, keiner hört es und denkt dabei, wir hätten das gemacht, um noch mal “so richtig erfolgreich” zu sein. 

Wie haben denn die anderen Mitglieder der Band auf diesen sehr persönlichen Bezug der Texte reagiert? Ich finde, das ganze Konzept der Band “Be Well” scheint bezogen auf diese Ebene.

Das ist spannend, wir haben so nie darüber gesprochen. Ich weiß, dass die anderen die Texte lieben, dass sie die Songs lieben, dass sie mich lieben. Aber wir haben uns nie darüber unterhalten, wie es ihnen damit geht, vielleicht sollten wir das mal machen. Insbesondere mit Mike und Aaron bin ich schon mein ganzes Leben lang befreundet. Mit Mike habe ich in Battery gespielt und drei Darkest Hour Platten aufgenommen und ich habe mehrere Bane- und Converge Alben mit Aaron aufgenommen. Ich glaube vieles, über das ich singe, wussten sie einfach, auch wenn wir nie darüber gesprochen haben,

Einerseits hat das Schreiben der Texte dir also geholfen, vieles zu verarbeiten. Gleichzeitig senden die Songs aber auch eine Botschaft an die Hörer, insbesondere Menschen, die auch an Depressionen leiden und dasselbe erleben. Als Musiker, der solche Musik veröffentlicht, bist du da natürlich auch immer Botschafter. Was ist deine Botschaft, dein Rat für diese Menschen?

Wenn ich zurückblicke auf die Zeit, als ich mit psychischen Problemen, aber auch einfach generell im Leben zu kämpfen hatte, dann war es eigentlich immer so, dass ich viel zu wenig darüber gesprochen habe. Ich habe mich für meine Gefühle geschämt und gedacht, die Leute würden es eh nicht verstehen. Du vergräbst diese Sachen einfach in dir. Aber in deinem Kopf werden aus völlig normalen Dingen dann diese irrationalen Ängste. Ich weiß, es klingt verrückt, aber ich habe mich selbst immer etwas als Versager gefühlt.

Ich schaue auf meinen Leben und denke, ich habe die Schule geschmissen, ein Studio eröffnet, einige der besten Platten überhaupt produziert, habe auf der ganzen Welt gespielt, Alben gemacht, die die Leute auch 30 Jahre später noch mögen, ich habe meine Highschool-Liebe geheiratet, wir haben eine wunderbare Tochter. Ich sollte mich großartig fühlen. Aber ich habe mir nie zugestanden, mich deswegen gut zu fühlen, und stattdessen immer nur meine Misserfolge gesehen.

Vor allem mit dieser Platte, aber auch generell, hoffe ich, dass sich Menschen ermutigt fühlen, Dinge über sich mit den Menschen um sich herum zu teilen, wovor sie eigentlich Angst haben zu zeigen. Ich denke, man muss selbst nicht unbedingt psychische Probleme haben, um sich in den Songs wiederzufinden. Ich schaue auf mein Leben und stelle fest, wie viel von dem, was in mir vorging, ich eigentlich nie mit anderen geteilt habe. Und dann schaue ich mich um. Von vielen Leuten, mit denen ich aufgewachsen bin, weiß ich heute, dass sie schwul sind oder lesbisch oder dass sie missbraucht wurden oder an Depressionen litten. Auch sie haben das nie mit mir geteilt. Dinge, die sie als Mensch ganz wesentlich geprägt haben. Aber du versteckst diese Dinge in dir. Aspekte, die völlig ok sind, die ein Teil von dir sind. Und wenn du das in dir vergräbst, dann fängt es an, dich von von innen zu zersetzen. Und mit jedem Tag wird es schwerer darüber zu sprechen.

Das ist das großartige an Musik und an Hardcore. Ich meine, Hardcore ist mein Leben, meine Religion, meine Familie, all das. Ich bin so glücklich, dass ich dieses Ventil in meinem Leben gefunden habe, um Dinge auszudrücken, über die ich mich nicht getraut habe, mit den Menschen um mich herum zu sprechen. Es ist schon verrückt, dass es einfacher für mich ist, diese Dinge aufzuschreiben und auf Platte zu veröffentlichen. Das ist der einzige Weg, wie ich das, was tief in mir vorgeht, mit den Menschen im Nebenraum teilen kann. Das ist das, was Musik besonders macht. Was diese Szene besonders macht, akzeptiert zu werden, dem anderen zuzuhören. 

Ich hatte echt Angst, dass ich damit die Menschen in meinem Leben – Familie, Bands – vor den Kopf stoßen würde, dass sie schockiert wären. Aber die Reaktion waren unglaublich unterstützend. Viele Leute haben sich bei mir gemeldet und gesagt, dass sie sich auch schon mal so gefühlt haben. Und wieder andere haben sich gemeldet und meinten nur: “Mensch, natürlich wussten wir die ganze Zeit, was mit dir los war.” (lacht) Man kann viele Sachen verstecken, aber eben nicht unbedingt gut.

Und das wiederum ist eine total positive Botschaft an die Hörer, wenn sie sich in den Texten wiederfinden, in der Musik, wenn sie ähnliches erlebt haben.

Ja, das Coole an der Platte ist, dass sie schon ein paar heftige Themen behandelt, dabei aber trotzdem Spaß macht. Wenn es eine total dunkle Stimmung wäre, würde sie nicht so gut funktionieren. Du hast Breakdowns und Mosh Parts, einige Ohrwürmer, all das kannst du an der Platte mögen, ohne dass du dich unbedingt mit den Texten identifizieren musst. Gleichzeitig ist das wie eine richtig gute Leinwand für das Gleichgewicht aus Schmerz und Hoffnung in den Texten.

Du kannst die Platte als dunkel und deprimierend empfinden, du kannst sie aber auch voller Hoffnung sehen. Was mir gefällt, dass mir viele Eltern, also ältere Leute, gesagt haben, wie sehr sie die Gefühle nachvollziehen können. Dann haben sich aber auch jüngere gemeldet und meinten, dass sie nun endlich verstehen würden, was in ihren Eltern vorgehen kann. 

Langsam wird es spät, kommen wir zu den abschließenden Fragen. Was sind eure Pläne für Be Well? Vermutlich war eine Tour geplant, aus der gerade nichts wird.

Ja, wir hatten viele Dates in den Staaten gebucht, die alle abgesagt sind. Aber, wir haben eine Tour in Europa gebucht für März 2021.

Das wäre großartig, wenn das klappen könnte…

Kann sein, dass auch die verschoben wird, aber wir müssen das Risiko eingehen. Wenn du wartest, bis sich alles zu 100 Prozent wieder normalisiert hat, dann kannst du lange warten. Ich drücke die Daumen, dass das klappt. Ich will unbedingt wieder auftreten. Die letzte Show war so gut, das erste Mal, dass wir als Headliner gespielt haben, der Laden war voll, die Leute haben mitgesungen, viele waren da, die wir nicht kannten. So kann es weitergehen.

Ich würde wirklich gerne mit europäischen Bands spielen. Als wir mit Battery zusammen mit H2O tourten, waren das drei amerikanische Bands im Paket. Da trifft man nicht wirklich viele neue Leute. Ich versuche immer coole, neue europäische Bands zu entdecken. Und ich liebe es, mit lokalen Bands zu spielen. So habe ich damals auch angefangen.

Also, Daumen sind gedrückt für die Tour, freuen wir uns auf den März. Und generell, was ist die Zukunft für Be Well nach einer Europa Tour und vielleicht einer in den USA? Bleibt es bei einem, sehr persönlichen Album und das wars dann?

Bestimmt nicht. Ich schreibe schon neue Songs, ich habe so viele Ideen, aber die nächste Platte wird anders. Es ist gut, dass ich jetzt an einem anderen Punkt in meinem Leben angekommen bin. Diese Platte zu machen hat mir geholfen, mit einigen Dingen fertig zu werden, aber niemand braucht die gleiche Platte noch einmal. Be Well wird jetzt nicht “die Band, die über Depressionen singt” werden. Es wird einfach eine Ist-Aufnahme dessen sein, wo wir uns gerade im Leben befinden. So wie ich das auch von den Battery Alben beschrieben habe. Mit Be Well wird das ähnlich sein, was auch immer uns dann gerade beschäftigt.

Ich glaube, viele Leute freuen sich darauf. Alles Gute für die Veröffentlichung! Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.

Unser Review zu “The Weight and the Cost” findet ihr hier.

Foto: Promofoto


English transcript

How do you feel right now? And I mean this in three different ways: On the one hand, looking at the personal nature of the topic of the record, how do you feel personally right now? Looking at the general world situation with the pandemic going on and the US economy going down, it gives another spin to the question. And third, how do you feel with the record release coming up?

Well, I think I will go in order. 

Personally, mental health wise and just live-wise, I’m feeling really good. I went through a little bit of a dark period and this record really helped me to identify that this was actually happening. You know, when you’re feeling things that are uncomfortable to feel, I think, for a long I’ve buried a lot of that stuff. Writing and realizing the same things coming up all over again, that was really eye opening. I don’t know what made me think, I could walk away from music and I would be ok. (laughs) But it wasn’t. 

The first thing that made me realize I needed to do something about it was that Battery tour in 2017. We did that song (“My last breath” for the Battery best-of compilation), we did that tour and I just realized how much I not only missed playing and performing, but how much I missed writing, I missed looking at artwork, looking at t-shirt designs, having shows up ahead. Having things to just care about and look forward to. Until it’s gone you don’t realize how much it means to you sometimes. So, I am good. I mean, in some ways I’m better that I’ve ever felt. Which is great.

With the pandemic, I mean, it’s so frustrating. I feel awful for people that are sick and can’t work and are losing their jobs. Fortunately, we’re in kind of a good place. I mean, I don’t rely on performing as a means to make income. Actually, whenever we play, we lose money (laughs). But it’s really disappointing how the US has handled it. I mean, you go out and there are all these idiots that are not wearing masks and that are not taking it seriously. I don’t think that people quite realize that it has these ripple effects that will come from it. All the venues that close, bands that will go bankrupt, booking agents that go out of business, road crew people that can’t find a work at all. It’s so awful. And it seems that if people were willing to make sacrifices, we would be in a much better place. In the US somehow people think it’s “unpatriotic” to wear a mask. And I think all the time “What a little thing to give up?”. Like my father got drafted to go to fight in Vietnam. He didn’t want to do that. But he did it because it was his responsibility and people looked at that as a patriotic thing to do. Where putting a cover over your face so that you don’t get someone else sick is somehow an infringement on some of these rights. It’s disappointing.

And also, to work this long on a record and then things were really starting to go well… In February we had great shows with Hot Water Music and Fiddlehead. And then we had our record release show, which was amazing: sold out, intimate, a special night. And then like two weeks later, all this happened. Who knows when we will ever play again…

And I guess this leads to now, which is the third part of it, which is the record coming out. Now, I’m just over being nervous and I just can’t wait. I started writing some of the earliest songs before we even did that Battery tour, where we played Sound of Revolution. Some of these songs are three, four years in the making at this point. And now, I just can’t wait for it to be in the world. And I hadn’t anticipated the reaction being so positive to it. I mean, the idea of starting a band in your 40s… (laughs) We had no expectations. We just wanted to do it because we love playing music. And the fact that other people like it is an amazing by-product.

Coming from the 7 inch release last year, a couple of songs of the full length have been already released. So the reaction on these is also really positive, right?

Oh my god, yes. In Germany it’s on End Hits and in the US it’s on Equal Vision. And I think, Equal Vision had no idea what to expect. They had only prepped two of the vinyl colors for the preorder and thought that this would last us for the whole two months until the release. And then those two colors were gone in like 30min. And then they spend like three days scrambling to get like new art together, get it all up and get it all ready. I mean, I had no expectation. You know, I don’t care about selling records from a point of getting big. But it is nice to work so hard on something and really pour your heart into it and then have people give back in the same kind of way is really touching.

Personally, having listened to the complete record, I think, when people liked the first four songs, they will also like the rest of the album.

Yeah, I feel that, too. I was the most nervous, when we put out “Confessional”, the song that we did the actual music video for. Because that was a real departure from anything I had ever done before. And I was a little nervous about that.

You really think so? I think, “Confessional” was much more like “Strength for breath”, than for example “Frozen”. If I should give people an idea what different styles of songs you can find on the record, I would put “Strength for breath” on the one side and “Frozen” on the other one. Someone who listened to Battery, that guy will love “Strength for breath” but not necessarily “Frozen”.

Right, that makes sense. “Frozen” is a little bit an outlier on the record. Interestingly it was one of the first songs that was written. The first two songs that we did were “Frozen” and “Morning light”, which are totally different. “Morning light” is like the most hardcore song on the record in a lot of ways. I hope that people hear it and like it. You know, we’ll see…

You already mentioned that you started very early, even at the time of the Battery tour with the songwriting. How did you actually tackle the songwriting? I guess you and all the guys don’t live in the same place.

So, with Battery, we had written a song called „My last breath“.

I also wanted to come to this later, since this was probably the first Be Well song.

Well, in some ways it was, because it was the first I had written lyrics in 20 years. I mean, bands would come to the studio and I would help them with their songs, but not anything like that. I remember, Ken (Olden, the guitar player from Battery) sent me that song in an email and he hadn’t told me that he was writing anything. I just woke up to an email of that song and I just literally sat down and five minutes later it’s done. It poured out of me. I just remember feeling all of a sudden „where did that come from? I don’t even remember the person that could do that“

It also made me realize that this is what’s going on in my head. And I remember my wife saying to me „you need to be writing. It seems like in day-to-day life you have a hard time talking about these things, sharing them with people. When you’re writing it you seem to have real clarity on your emotions. “ Part of it is like music in general makes me feel emotional. Where when I’m functioning in the world in day-to-day life I’m often spending most of my time blocking things out of my head. When I’m listening to music, especially music that I’m writing, it just pours out of me. It was really magical. One, I love the song. One of the favorite things I’ve ever written. Two, I loved writing it and it really made me realize like I should be doing this.

From that point on I started writing lyrics, I started writing riff ideas. I didn’t know if it would be Battery, if it would be a new thing. I didn’t even do it for the reason of it being anything except having a vehicle to express myself and feel more connected, things that I’ve been avoiding a long time. So we just kept writing. We never talked about it being Battery per se, but I did share some of the ideas with Ken. Ken shared some of the ideas he had with me. „My last breath“ we lined up perfectly. But what I was sending him, I think that we were just not on the same page creatively. And then I had to make the scary decision, which was: One the one hand, being in a band is like performing and touring, seeing places and meeting people, and I really love that aspect of being in a band. And Battery ticks all those boxes. Playing those songs is unbelievable. So if I wanted to just tour, we could have done that forever with Battery. But what I really needed in my life was a creative outlet. And it became clear to me that Battery wasn’t able to be that.

I started writing more and more and slowly started putting the songs together. And it took a long time to find guys to play with. You think it would be easy, everybody I know is a musician, but I really had a hard time at first getting people even to listen to the demos.

So you really recorded the demos entirely and then started playing it to other people?

Not everything, but the earliest songs. The drummer that we played with, was this guy Pat, who played in Majority Rule. And he was moving to California, so he wasn’t going to be in the band, but he really helped us out. So we sketched out some early songs and I put vocals to them and then started trying to find people to play with. I would send the demos to people and they wouldn’t even listen to them. And I think part of it is, when you hear about a bunch of middle aged guys doing a new hardcore band, you kind of like „oh god…“ (sighes). „Hey man, just keep playing those songs from 20 years ago that everybody liked.” And the other thing that’s hard is, I spent my life being around the best musicians that exist. So what I’m looking for in a band member is a pretty high bar. So it took a while, and then we initially decided to record the record with a studio drummer. And we figured, once we’ve made the record, we’ll find a drummer. It was a disaster. The guy was too good in a way. It was too perfect it sounded almost like a drum machine. You know, a hardcore song, that fast beat, it’s got to swing. And there’s a difference between a hardcore song and a fast pop punk song. And the record just didn’t feel right to me. Everybody thought, I was being insane, but I was like „I don’t want to put this out. I don’t feel good about this.“ So actually the week before we went on tour, I asked the drummer who played drums on the Battery tour, Andrew Black: „Dude, I think I’m losing my mind. Can you come to my studio and record just a couple of these songs? Let’s see, if it feels different.“ So we recorded seven songs with him and it was like „holy fuck, that’s it! That’s what it’s supposed to feel like“ And while we’re on the Battery tour, Mike, our guitar player Mike Schleibaum, who plays in Battery and Darkest Hour, sent it to Peter, our other guitar player, and Shane, our now drummer, who’re in Fairweather. And they loved it. Aaron Dalbec had already heard the demos and he was in. And when we got back from the Battery tour, we had our first rehearsal and it literally clicked. It was like we had been playing together our whole lives. Then we wrote four more songs, finished the seven we had tracked with Andrew. And the coolest thing about it is that Andrew and Shane play so similarly, you would never listen to the record and realize that it’s two different drummers. They are both old hardcore kids that play awesome and have the feel we’re looking for. 

Where do you see the most influences musically coming from musically to the songs? I think the songs go far beyond Youth Crew Hardcore of anything the different former bands from all of the members have been doing before.  

I don’t know if we pulled it off or not. But what I wanted to do was to do something that was like my biggest musical influences like early DC stuff. The really early stuff like Rites of Spring and Embrace influenced my lyrics. But then like 90s Revelation and Jade Tree-era bands really influenced me musically. I wanted the art to look like that, I wanted the record to feel a little bit like that. But then as a producer, I love a lot of details and little nuggets. And I love records where it’s everytime you listen to it you hear something new.  So I guess what I wanted to do was to make a record that felt like it was a totally new modern feeling in 2020 but also could have come out on Jade Tree in 2000.

And then lyrically, I think about Rites of Spring and Embrace. My lyrics are not like those lyrics, but those records were so deeply personal. When I was a kid getting into music and coming upon in hardcore, they were the records that I used to kind of understand myself more.

Which is the perfect transition to the next topic I’d like to talk about, because as you said, this is a deeply personal record that you’ve put out. You already saw it in the Battery song „My last breath“, where you said it was a topic you’ve never touched before. The way the lyrics went was different from what Battery did before. How did it feel to you opening up like this on a record? 

I think the reaction that people had to „My last breath“ really encouraged me to show more of myself and not be afraid to do that. I always tried to be with lyrics just honest. I don’t decide „I’m going to write about this“ or „I’m going to write about that“. Even with Battery. If you look at the three battery albums, you can really see where I was in my life. „Only the diehard remain“ I was 17 and pissed off and angry, not in a great place, all of the energy I had was manifesting in rage. When we did „Until the end“ I was in probably one of the best places I had been in my life. My studio was going well and Battery was going well, I had a great relationship with my girlfriend, who is now my wife. You have „Until the end“ which was more about the world around me, more so than a super-personal record. And then by the time we did „Whatever it takes“ I had some depression and some things going on I was struggling with. And you can see there’s a lyrical change to that. I look back at that and the cool thing about it is, there are people that love all three records for different reasons. There was never a conscious decision, but I can look at those and remember exactly where I was in my life and I know that I was honest and transparent what I was writing about. 

So, now here I am 20 years later, you know, what’s going on for me is just a totally different thing than when I was 19 years old. I have a lifetime of highs and lows, success and failure, you know, and being a parent just changes everything. I feel like I’m proud that you can listen to the record and it couldn’t be more honest. I don’t think I could have put more of myself out there. What I hope is that, whether people like the record or not, that nobody thinks when they listen to it, that we made this record to get back to our „former glory“ or „get big“. You know what I mean, sell a lot of t-shirts. We put our hearts and souls into it and I feel like you can hear that whether it’s your cup of tea or not. 

How did your bandmates react to that very personal touch on the lyrics? And I think, it’s the entire concept of the band, I mean even the band name „Be Well“ is related to the personal topics of the lyrics. 

It’s interesting, but we’ve never talked about it. I don’t know if it’s uncomfortable. I know they love the lyrics and they love the songs, and I know that they love me. But we’ve never quite had a conversation about how they feel about it, which maybe I should have…

Mike and Aaron in particular are lifelong friends. Mike played in Battery and I recorded three Darkest hour albums, I did multiple Bane records and Converge with Aaron. We all go way back. I think a lot of what I’m singing about they, even though I never really talked to them about it, they kind of knew anyway.

On the one hand having these honest lyrics and the personal touch provided some means of catharsis to you working your way back through what happened in your life. At the same time it also sends a message to a lot of people listening to the record. Especially to kids suffering also from depression, who are experiencing the same in their lives. As a musician putting out music like that it also makes you a messenger to these kids. What’s your main message, your advice to these kids?

When I look back in my life and the struggles that I had not just with mental health but just with life, it is that almost everything that ever got really bad for me was because I didn’t talk about it. Because I was ashamed of things that I was feeling or because I felt like people wouldn’t understand. What happens is, you bury things. And then your mind is this fertile ground for something that is a totally reasonable fear to have for it to grow into something that’s not reasonable. It sounds crazy, but I always felt like a bit of a failure. I look at my life and I realize, I was a Highschool dropout and I went on to open a recording studio and record some of the best records ever made, I toured the world, I made records that people still love 30 years later, I married my Highschool sweetheart, we have a great relationship, I have a wonderful daughter… I should feel great. I should feel. But I haven’t. I haven’t allowed myself to feel good about my successes, and then my failure I’ve let overtake me. More than anything with the record and just in general, I hope that people feel like maybe kind of inspired to share aspects of themselves that they’ve been afraid to share with the people around them.

I don’t think you have to have suffered from mental illness in your life to be able to listen to the songs and find things that you may have thought or worried about in them. I look at my life and realize about how much of what was going on inside I didn’t share with the world. But then I also look at how many people I know, grew up with, I now know that they are gay or they are lesbian or they were abused or they suffered from depression and they never shared that with me. You hide these things that are integral to who you are as a person inside. Things that are okay, they are part of who you are. When you bury them, they become corrosive and they start eating you away from the inside. Then, every day it gets harder and harder to open up about those things.

The amazing thing about music and hardcore in general is that, I mean hardcore has been my life. It’s been my religion, it’s been my family, it’s been all of those things. I feel fortunate that I have had this outlet in my life to express things that I have not had the courage or the strength to share with the people closest to me without it. It’s crazy to think that it’s easier for me to write it down, sing it, put it out in the world… And this is the only way I’m able to share my innermost thoughts with people that are in another room. It’s what makes music special. It’s also what makes this community of people special, the acceptance, the willingness to listen. What’s been incredible for me is, I kind of feared that a lot of people in my life, like bands or family members or whatever, would be kind of shocked and turned off. But the response has been unbelievably supportive and caring. And a lot of people have reached out to me and said „I felt so similar“. AnD then a lot of people have said to me „Dude, of course I knew that was going on“ (laughs). You can hide things, but you can’t always hide them well. 

I think realizing that and putting that out in the music is also a very positive message to the kids listening to it, finding themselves in these lyrics, in the music, experiencing the same what you just described, maybe not relating word by word but top the general message of the songs. 

Yeah. The cool thing about the record, I think, is that there are some pretty heavy themes, but then it’s also a fun record to listen to. If it was this really gloomy sounding record, I don’t think it would be as effective. It’s a fun record with great breakdowns and mosh parts and bridges  and hooks and it is catchy and it’s a bunch of things that you can love the record without even needing to identify with the lyrics. But I feel like it’s a really good kind of canvas for the balance of pain and hope that is in the lyrics.

You can look at it as a dark and depressing record, but you can also look at it as a healing and hopeful record. What I like about it, I’ve had a ton of parents, you know older people that reached out to me “it’s hard to listen to it because I relate so much”. But I’ve also had younger people reach out to me “oh my god, how you talk about parenting… I’ve had such a hard time trying to understand my parents”. I think there are a lot of different lenses you can look at the songs through.

We are a little running out of time here, so let’s come to the closing questions. What are your plans for Be Well? I suppose it would have been a tour, but that’s not happening right now for obvious reasons.

Yeah. We had a ton of dates booked in the US that will definitely not happen. Currently we have a tour booked for Europe in March.

I’d love to see that but I’m not sure if this happens.

You know, it could be that it needs to get postponed. But, you have to bet. If you wait until everything is 100% back to normal to plan anything, you know, you could be waiting forever. So we have a tour booked. And I’m just going to cross my fingers, because I want to do it so badly. The last show we had was sooo good. It was the first show that we headlined and it was packed. And people were singing along and people we didn’t know were there and it was like “this what it could be like”.

I really make an effort to play with European bands. The H2O tour with Battery was cool, but with three American bands in one package, we didn’t get to meet a lot of new people and new bands. I’m always trying to find cool European bands. And I love to play with local bands. I mean that’s how I got started, opening for bigger bands or national bands that came through. 

So fingers crossed for this tour. I’d love to see that happen. March is a good timing to look out for. And in general, what’s the future for Be Well after touring Euruope, touring the US? Is it just Be Well, one album with this personal topic and that’s it? Or is this going to be a permanent band?

No, no , no, I don’t think so. I mean, I am already writing a new record. I have a ton of ideas. The next record won’t be like this one, which is a good thing. It’s a good thing that I’m at a different place. I feel like 1) writing this record helped me to get to another place, and 2) you don’t need two records that are the same. I mean, Be Well isn’t going to be “the mental health band”. It’s going to be documentation where we are in our lives at that time. Similar to Battery, like I said. Be Well will be similar, it will be whatever we’re feeling at that time.

I think people are already looking forward to that. I wish you all the best for the record release. Thank you very much for taking your time!